Mercedes E 250 CDI: Sparen in der Business-Klasse
Mercedes E 250 CDI Der Fünf-Liter-Benz
4,9 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer - das ist ein Wert, den Michael Krämer gar nicht oft genug wiederholen kann. Was vor allem daran liegt, dass der Wert 4,9 von den Konkurrenten wie dem BMW 5er oder dem Audi A6 bislang nicht erreicht wird. Von der Mercedes E-Klasse jetzt schon. "Kein anderes Fahrzeug in diesem Segment und dieser Leistungsstufe ist mit weniger Sprit zufrieden", sagt Krämer, der Chef der E-Klasse-Baureihe. Das Modell, das mit 4,9 Liter im Schnitt klar kommt, ist der E 250 CDI.
Dahinter stecke ein immenser Aufwand, heißt es bei den Schwaben. Der war anscheinend nötig, um sich für den verschärften Wettbewerb in der Business-Class zu wappnen. Und so hat Mercedes, zwei Jahre nach dem Start der neuen E-Klasse-Generation, die Technik des Autos stärker in Richtung Effizienz getrimmt. Zu diesem Zweck erhalten künftig die allermeisten Motorisierungen eine Start-Stopp-Automatik; außerdem wurde das Automatikgetriebe verfeinert, der Kühlergrill erhält, um den Luftwiderstand zu verringern, eine Lüfterjalousie und außerdem arbeiten Kraftstoffpumpe und Klimakompressor effizienter. Weitere Sparmaßnahmen waren die aerodynamische Optimierung der Außenspiegel und die Verringerung des Gewichts der Frontscheibe.
Verbessert wurden vor allem auch die Motoren. Der 2,2 Liter große Vierzylinder-Dieselmotor des E 250 CDI zum Beispiel erhielt unter anderem eine neue Öldruckregelung und einen neuen Turbolader
Die Konkurrenzmodelle schlucken deutlich mehr Sprit
Die Mühe der Detailarbeit hat sich offenbar gelohnt: Bei den Versionen mit Schaltgetriebe geht der Verbrauch um sechs, bei jenen mit Automatikgetriebe sogar um 16 Prozent zurück. Als Resultat erreicht die sparsamste E-Klasse nun also einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter. Der spritsparendste BMW 5er mit vergleichbarer Leistung schluckt 1,2 Liter mehr je 100 Kilometer, der effizienteste Audi A6 in dieser Klasse 0,3 Liter.
Dass der E 250 CDI die knauserigste E-Klasse ist, merkt man während der Fahrt nur beim Blick auf die Reichweitenanzeige - immerhin stehen dort bei randvollem Tank und schlankem Gasfuß bis zu 1200 Kilometer. Unterwegs gibt die Limousine den durchtrainierten Dauerläufer. Im Alltag zwischen Arbeitsplatzpendelei und Autobahnetappen dürfte sich der Durchschnittsverbrauch auf rund eineinhalb Liter über dem Minimalwert einpendeln, doch derlei Korrekturen durch die Realität sind ja die Regel. Was die Laufruhe und Leistungsentfaltung des Motors betrifft, gibt es kaum etwas zu mäkeln. Immerhin entwickelt der überaus leise Selbstzünder bis zu 500 Nm und sprintet in 7,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Und das Spitzentempo von 240 km/h ist auch nicht schlecht.
Wem die Werte noch nicht sportlich genug sein sollten, dem kann mit anderen neuen E-Klasse-Typen geholfen werden. Schließlich steigt das Sparpotential mit der Motorleistung sogar noch an. Ab sofort gibt es die neuen V6- und V8-Motoren aus den Baureihen C- und S-Klasse - sie tragen den Namenszusatz Blue Direct - auch für die E-Klasse. Die Maschinen kompensieren kleinere Hubräume durch Direkteinspritzung und beim Achtzylinder zusätzlich durch Aufladung. So kommt der V6 im E 350 nun auf 306 statt 292 PS und ist mit 6,8 statt 8,5 Litern zufrieden. Und beim 408 PS starken E 500 steht dem Leistungsplus von 20 PS eine Verbrauchsminderung um 1,9 auf 8,9 Liter gegenüber - gemessen in der Normrunde, versteht sich.
Es gibt auch eine E-Klasse-Variante mit Erdgasantrieb
Man kann mit der E-Klasse aber noch wirkungsvoller sparen. Denn Mercedes bietet in dieser Baureihe die einzige Business-Limousine mit Erdgasantrieb an. Es handelt sich um den 163 PS starken E 200 NGT mit 50 Prozent weniger Tankkosten und 20 Prozent weniger CO2-Ausstoß als beim Diesel oder Benziner. Im nächsten Jahr soll das erste Diesel-Hybridmodell der Marke folgen - indem der E 250 CDI mit einem Elektromotor kombiniert wird. Das dann 224 PS starke Hybridmodell kann nicht nur ein paar Kilometer rein elektrisch fahren, sondern erreicht mit 4,4 Litern und einem CO2-Ausstoß von 116 g/km auch die Verbrauchswerte eines Kleinwagens.
Baureihenchef Krämer verweist gern auf das Schaubild mit allen drei Dutzend E-Klasse-Varianten. "Aktuell liegen 16 Varianten bei einem CO2-Ausstoß von 160 Gramm oder darunter", sagt er. "Und sechs Modelle davon kommen sogar auf 140 Gramm oder weniger." Auch unter den neuen politischen Verhältnissen in Baden-Württemberg wird dem Mercedes-Manager deshalb nicht bange: "Bei dieser Auswahl müsste selbst für den neuen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ein Fahrzeug in seiner grün-alternativen Liste stehen."