Mercedes E-Klasse Schwäbischer Alleskönner
Tatsächlich ist die neue E-Klasse mit allem ausgerüstet, was die Stuttgarter Marke derzeit im Technikregal hat. Dazu zählt das neue elektrohydraulische Bremssystem SBC (Sensoric Brake Control), zwar schon aus dem SL bekannt, aber jetzt erstmals in Großserie angeboten. Oder auch die aus der S-Klasse bekannte Luftfederung, die dort noch als zu schwammig kritisiert, inzwischen überarbeitet wurde und jetzt als "Airmatic DC (Dual Control)" gleichzeitig Federung und Dämpfer steuert. So werden Fahrdynamik garantiert und Bodenwellen glatt gebügelt.
Weltpremiere feiert in der E-Klasse der so genannte Multikontursitz. Er ist mit mehreren Luftkammern ausgestattet, die sich abhängig von der Fahrsituation automatisch füllen oder leeren und Fahrer und Beifahrer auch in extremer Kurvenlage optimalen Seitenhalt geben. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch der Cupholder, der sich auf Knopfdruck mit einem eleganten Salto-Schwung aus der mittigen Armauflage befreit.
Allerdings kosten Innovationen Geld. Während das SBC ab Werk in allen Versionen verbaut ist, ist die Airmatic nur im Topmodell E 500 serienmäßig. In allen anderen Modellen kostet sie 1856 Euro Aufpreis. Multikontursitz und Cupholder muss bei allen Varianten für 638 beziehungsweise 34,80 Euro zusätzlich geordert werden.
Aber auch ohne diese Spielereien ist Mercedes neues Oberklasse-Modell ein nahezu perfektes Beispiel schwäbischer Ingenieurskunst. Angefangen bei den modernen Motoren über Fahrverhalten und Sicherheitsausrüstung bis hin zu Verarbeitung und Komfort.
Nur beim Design setzten die Stuttgarter auf Altbewährtes: Form und Linienführung sind dem Vorgänger quasi aus dem Gesicht geschnitten und zeigen sich trotz Klarglas-Optik nahezu unverändert. Allerdings erscheint die Heckpartie schmaler und dank des leicht abgerundeten Kofferraumdeckels deutlich eleganter. Dennoch konnten die Stuttgarter das bislang 520 Liter große Kofferabteil noch mal um 20 Liter vergrößern. Für Sonnenhungrige gibt es auf Wunsch ein gläsernes Panoramadach wie im C-Klasse-Sportcoupé mit einem elektrisch betriebenen zweiteiligen Rollo.
Ab 16. März steht (vorerst nur) die Limousine in zunächst drei Benziner-Varianten mit sechs und acht Zylindern und einer Leistung von 130 kW (177 PS) bis 225 kW (306 PS) zur Auswahl sowie zwei Common-Rail-Dieseldirekteinspritzer mit vier und fünf Zylindern und 110 kW (150 PS) bzw. 130 kW (177 PS). Besonders die beiden Selbstzünder überzeugen in punkto Drehmoment und Laufruhe. So erreicht der E 270 CDI nunmehr satte 425 Newtonmeter.
Den Vierzylinder des E 220 CDI rüstete Mercedes erstmals mit zwei Ausgleichswellen aus und erreichte dadurch einen deutliches Plus an Geräusch- und Schwingungskomfort. Im Laufe des Jahres soll die Motorenpalette durch einen Vierzylinder-Benziner mit Kompressor und weitere CDI-Motoren mit vier, sechs und acht Zylindern ergänzt werden.
Für die Sicherheit der Passagiere bietet Mercedes neben adaptiven Front-Airbags erstmals zweistufige Gurtkraftbegrenzer mit einer automatischen Gewichtserfassung des Beifahrers an. Zusätzliche Sensoren sollen das tatsächliche Unfallgeschehen erfassen und damit die Insassen je nach Crashschwere durch Sidebags im Fond, großflächige Windowbags, automatische Kindersitzerkennung und Überschlagsensor optimal schützen.
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die neue E-Klasse mit größeren Verformungszonen im Frontbereich ausgestattet. Diese ermöglichen bei einem Aufprall eine höhere Energieaufnahme und sollen die Fahrgastzelle selbst bei einer schweren Kollision schützen.
| Hersteller: | Mercedes |
|---|---|
| Typ: | E-Klasse 220 CDI |
| Karosserie: | Limousine |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 2.148 ccm |
| Leistung PS: | 150 PS |
| Leistung kW: | 110 kW |
| Drehmoment: | 340 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,1 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 216 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,3 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 167 g/km |
| Kofferraum: | 540 Liter |
| Versicherung (TK): | 32 € |
| Versicherung (VK): | 22 € |
| Preis: | 35.264 € |
Auch bei der neuen E-Klasse behält Mercedes-Benz die drei bekannten Ausstattungslinien Classic, Elegance und Avantgarde bei. Das Basismodell Classic geht serienmäßig unter anderem mit Autoradio, Klima-Automatik und SBC an den Start. Die Topausstattung Avantgarde beinhaltet zum Beispiel, dynamisch gestaltete Stoßfänger und Seitenschweller, Stoff-Leder-Polsterung, Cockpit-Instrumente mit weißen Zifferblättern und Bi-Xenon Scheinwerfern.
Die Bereiche Unterhaltung und Telekommunikation werden durch das Autoradio 50 ASP sowie durch das Bedien- und Anzeigensystem Comand ASP (ab 4. Quartal 2002) - beide mit Navigationsrechner und grafikfähigem Farbdisplay abgedeckt. In Verbindung mit einem fest installierten Autotelefon sollen unter anderem SMS- und E-Mail-Versand, aber auch die Verbindung zum Mercedes-Benz Online-Portal möglich sein. Erstmals kann das Navigationssystem per Sprachesteuerung "Linguatronic" bedient werden.
Vorausgesetzt, man hat für all das noch Geld übrig. Denn die neue E-Klasse ist nicht billig. Der Preis für das Einstiegsmodell E 220 CDI liegt bei 35.264 Euro - knapp 2000 Euro mehr als der Vorgänger kostete. Der 270 CDI schlägt mit 37.584 Euro zu Buche, während das gegenwärtig kleinste Benziner-Modell, der E 240, ab 36.888 Euro zu haben ist. Für das Spitzenmodell E 500 werden mindestens 56.492 Euro fällig. Hinzu kommen die Aufpreise für die Austattungslinie Elegance (plus 1798 Euro) oder Avantgarde (plus 3190 Euro).