Mercedes Vaneo: Adieu, Limousine - DER SPIEGEL
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Mercedes Vaneo Adieu, Limousine

"Neue Autos braucht das Land", tönt Mercedes-Benz und fährt auch gleich in Richtung Kompakt-Vans voran. Vaneo heißt der Wagen, der demnächst den in diesem Segment bereits etablierten Modellen wie Opel Zafira oder Renault Scénic Kunden wegschnappen soll.
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Die Entscheidung, ein solches Fahrzeug ins Modellprogramm aufzunehmen, wurde offenbar von der Marktentwicklung diktiert. Vor drei Jahren noch wurden 50.000 Kompakt-Vans in Deutschland verkauft, in drei Jahren soll dieser Markt auf ein Volumen von 222.000 Autos pro Jahr wachsen. Da will natürlich auch Mercedes ein wenig mitwachsen. Im Werk Ludwigsfelde in Brandenburg ist zunächst eine Jahresproduktion von 50.000 Einheiten geplant; die Markteinführung des Vaneo soll Anfang des kommenden Jahres erfolgen.

Das Auto sieht aus, wie der große Cousin der A-Klasse: Die Ähnlichkeit ist deutlich zu erkennen, allerdings fehlt dem Vaneo der desingerische Pfiff des kleineren Modells. Große Fenster, extreme Keilform der Frontpartie, eine durch zwei horizontale Leisten konturierte Silhouette. Von vorne fällt der große Mercedes-Stern auf, der von der Kühlermaske bis in die Motorhaube ragt.

Hinten ziehen vor allem die sehr langen Heckleuchten die Blicke auf sich. "Für die einen sind es schlicht lichttechnische Einrichtungen - für die anderen die längsten Heckleuchten der Welt", scherzt Mercedes über die beiden 92,5 Zentimeter messenden Lichtleisten.

Im Normalfall passen in den Vaneo fünf Insassen und 715 Liter Gepäck. Doch der Innenraum lässt sich beinahe beliebig variieren: Entweder können in der dritten Reihe zwei spezielle Kindersitze eingebaut werden, so dass ein Siebensitzer entsteht. Andererseits kann das Heckabteil auch derart ausgeräumt werden, dass ein Ladevolumen von bis zu 3000 Liter in dem 4,19 Meter langen Auto zur Verfügung steht.

Zum Verkaufsstart wird Mercedes den Vaneo mit insgesamt fünf Motoren anbieten, darunter drei Benzin- und zwei Dieselaggregate. Bei den Benzinern handelt es sich um Vierzylinder-Aggregate mit Leistungen von 82 bis 125 PS (60 bis 92 kW), deren Verbrauchswerte die Stuttgarter mit geringen Unterschieden mit knapp neun Litern angeben.

Bei den Dieselmotoren handelt es sich um zwei 1,7-Liter-CDI-Triebwerke mit 75 oder 91 PS (55 und 67 kW) sowie einem Durchschnittsverbrauch von beiden Motoren von 5,9 Litern je 100 Kilometer. Serienmäßig sind die Maschinen mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Sie können aber sämtlich auch mit einem automatischen Kupplungssystem kombiniert werden - dann entfällt zwar das Kupplungspedal, der Schalthebel aber bleibt.

Ein Fünfgang-Automatikgetriebe wird für die beiden stärkeren Benzinmotoren und den stärkeren der beiden Selbstzünder angeboten. Zur Grundausstattung zählen vier Airbags für die vorderen Plätze, ESP, ABS und ein elektronischer Bremsassistent, elektrische Fensterheber vorne sowie Zentralverriegelung. Am Heck kann zwischen einer einteiligen Klappe und einer Doppel-Flügeltür gewählt werden. Generell wird der Wagen in drei Ausstattungsvarianten angeboten.

Um die Variabilität des Autos zu unterstreichen, hat sich Mercedes darüber hinaus fünf besondere Zubehör-Pakete ausgedacht. Sie tragen die Namen Snow, Surf, Bike, Dog und Carry. Der Vaneo "Dog" zum Beispiel ist unter anderem mit einem elektrisch zu betätigenden Ausstellfenster im Fond bestückt. Das Modell "Bike" hat ein Fahrrad-Werkzeugset ab Werk an Bord, die Varianten "Snow" und "Surf" bekommen eine Thermoskanne, Dachreling und ausziehbaren Ladeboden und die Version "Carry" unter anderem einen klapp- und herausnehmbaren Beifahrersitz.