MG-Z-Modelle Das Jucken im Gasfuß
Harry Potter hätte das nicht eleganter lösen können. Doch was MG Rover vorführt, ist keineswegs Zauberei, sondern ein Griff in die Trickkiste der Markenetikettierung. Seit der Trennung von BMW hat das wieder selbständige Automobilunternehmen MG Rover vier Modellreihen im Angebot. Die betagten Fahrzeuge der 25er- und 45-er-Serie, den nicht mehr ganz taufrischen Roadster MGF und die in der Zeit unter BMW-Fremdherrschaft entwickelte Limousine 75 samt dem Kombimodell Tourer. Letztere Fahrzeuge sind übrigens durchaus auf der Höhe der Zeit.
Neue Modelle sind angekündigt, etwa ein Kleinwagen, ein Kompaktauto und das bereits vorgestellte Sportcoupé MG X80. Doch die Finanzdecke wird angesichts der roten Zahlen im vergangenen und voraussichtlich auch in diesem Jahr nicht ewig tragen. Neuentwicklungen verschlingen viel Geld, außerdem sind sie nicht über Nacht zu bewerkstelligen. Es wird daher noch einige Jahre dauern, bis die Modellpalette von MG Rover so aussieht, wie sich Firmenchef Kevin Howe das wünscht.
Quasi zur Überbrückung der modellpolitischen Sauregurkenzeit setzen die Briten also auf sportliche Klone der bereits vorhandenen Rover-Fahrzeuge und schmücken diese mit dem Markenemblem von MG. Ab sofort rollen die Modelle MG ZR (Basis: Rover 25), MG ZS (Basis: Rover 45) und MG ZT (Basis: Rover 75) zu den Händlern. Im Dezember wird dann noch der schnelle Kombi MG ZT-T (Basis: Rover 75 Tourer) folgen.
Alle vier neuen Modelle zeichnen sich durch starke Motoren, eine sportlichere Abstimmung des Fahrwerks, eine direktere Lenkung und eng gestufte Schaltgetriebe aus. Dazu kommen flotte Details wie hell unterlegte Instrumente, Sitze mit mehr Seitenhalt, Heckspoiler und kleine Blechteile dort an der Karosserie, wo die Auspuffendrohre aus Edelstahl münden - angeblich fungieren die stark nach Hinterhof-Tuning aussehenden Blenden als "Hitzeschutzschild".
Die Modelle im einzelnen: Der MG ZR ist mit einem 1,8-Liter-Reihenvierzylinder motorisiert, der eine Leistung von 160 PS (118 kW) entwickelt und das Auto bis zu 210 km/h schnell macht. Als Beschleunigungswert von 0 auf Tempo 100 gibt MG Rover 7,8 Sekunden an, in der Rubrik Durchschnittsverbrauch lautet der Wert 7,5 Liter. Die schärfste Konkurrenz für den Wagen sehen die Briten in Autos wie dem Renault Clio Sport, dem Seat Ibiza Cupra, dem VW Polo GTI oder dem Opel Corsa GSI. Entsprechend wurde auch der Preis des MG ZR kalkuliert: Das Auto kostet 37.746 Mark (19.300 Euro).
Das Stufenheckmodell MG ZS wird von einem 2,5-Liter-V6-Motor angetrieben, der 177 PS (130 kW) leistet und eine Spitzengeschwindigkeit von 224 km/h ermöglicht (Beschleunigung von 0 auf 100 in 7,7 Sekunden). Als Durchschnittsverbrauch werden 9,5 Liter genannt. Der Wagen rollt auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern daher, ist rundum mit Spoilern und Schürzen bestückt und bietet die in dieser Klasse übliche Sicherheitsausstattung, zu der unter anderem ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, vier Airbags und Gurtkraftbegrenzer gehören. Der Preis liegt bei 43.615 Mark (22.300 Euro).
Mit den Modellen MG ZT und MG ZT-T schließlich soll die britische Version von Sportlichkeit auch in der oberen Mittelklasse Einzug halten, wobei die Ausstattung von Limousine und Kombi weitgehend identisch ist. Unter der Haube sitzt ein 2,5-Liter-V6-Motor mit einer Leistung von 190 PS (140 kW), der das Auto auf bis zu 225 km/h beschleunigt (Spurt von 0 auf Tempo 100 in 8,2 Sekunden). Als Durchschnittsverbrauch gibt der Hersteller 9,8 Liter je 100 Kilometer an. Der MG ZT kostet 61.608 Mark (31.500 Euro), die Kombivariante MG ZT-T kostet 64.151 Mark (32.800 Euro).