Mitsubishi Outlander: Das Ende der Monokultur - DER SPIEGEL
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Mitsubishi Outlander Das Ende der Monokultur

Mitsubishis Geländewagen entpuppt sich als Verkaufsschlager - offenbar haftet an dem Outlander der Geruch der Rallye Dakar. Jetzt legen die Japaner nach: Den Geländewagen gibt es künftig als Benziner und als zugkräftigen Diesel.
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Erfolg ist oft ungerechnet: Drei Hersteller verkaufen nahezu identische Autos, zwei davon bleiben auf ihren Modellen sitzen, der Dritte im Bunde kommt beinahe nicht mit der Produktion hinterher. Die Gebeutelten sind Peugeot und Citroen - die mühen sich redlich, ihre Modelle 4007 und C-Crosser auf die Straße zu bringen. Beide Marken krebsten mit ihren SUV-Modellen im vergangenen Monat bei deutlich unter 100 Zulassungen herum.

Mitsubishi dagegen zehrt offenbar von seinen zahlreichen Erfolgen bei der Rallye Dakar und von mehreren Generationen der Allradlegende Pajero - das SUV-Modell Outlander verkauft sich wie geschnitten Brot. Laut Zulassungsstatistik wurden im ersten Halbjahr 2007 europaweit mehr als 16.000 Exemplare des 4,64 Meter langen Geländegängers verkauft.

In Deutschland waren es seit der Markteinführung im Januar knapp 7000, allein im letzten Monat kamen beinahe 700 weitere hinzu. "Wir sind von der Nachfrage selbst überrascht", sagt Mitsubishi-Sprecher Albrecht Trautzburg.

Die Mitsubishi-Verkäufer reiben sich angesichts dieser Zahlen die Hände, rühmen den Outlander gar als dritte Stütze im Sortiment. Die Produktionsverantwortlichen in Japan stöhnen hingegen: Der Outlander kommt weltweit so gut an, das den Werken in Mizushima und Okazaki allmählich die Kapazitäten ausgehen. Der auf demselben Grundgerüst konstruierte Lancer entwickelt sich ebenfalls prima. Pro Jahr müssen zudem insgesamt 30.000 Geländewagen an Peugeot und Citroen geliefert werden.

Deshalb wird in den nächsten Monaten umgeschichtet: Teile der Fertigung ziehen innerhalb Japans um, die Mitsubishi-Typen für den europäischen Markt laufen künftig gemeinsam mit dem Kleinwagen Colt bei Nedcar im holländischen Born vom Band. Neue Kapazitäten werden die Japaner auch deshalb benötigen, weil es den Outlander künftig in neuen Varianten geben wird.

Alle Motoren stammen aus Kooperationen

Wie schon der 140 PS starke Basis-Diesel, den Mitsubishi von VW zukauft, stammen auch die neuen Aggregate aus Kooperationen. So stammt der neue Benziner aus einer Allianz mit Chrysler und Hyundai, die noch unter dem Dach der längst wieder aufgelösten Welt-AG von Daimler-Chrysler geschmiedet wurde. Der Vierzylinder, der auch in Fahrzeugen wie dem Jeep Compass, dem künftigen Hyundai Sonata oder im Chrysler Voyager zum Einsatz kommt, schöpft aus 2,4 Litern Hubraum 170 PS und geht mit 232 Nm Drehmoment zu Werke.

Wahlweise geregelt von einer Fünfgang-Schaltung oder einer stufenlosen Automatik beschleunigt der Motor den Mitsubishi Outlander mit zuschaltbarem Allradantrieb auf 190 km/h und verbraucht im Mittel knapp 9,5 Liter. Für die Preisliste mag der Benzinmotor wichtig sein, weil der Outlander mit ihm 2000 Euro günstiger wird und nun bei 26.990 Euro startet. Auch die Märkte ohne Diesel-Präferenz werden sich über die Neuheit freuen.

Für Deutschland bedeutender ist jedoch der neue Dieselmotor. Mit diesem Aggregat revanchieren sich Peugeot und Citroen für die Entwicklungsleistung des Geländewagens. Anders als der schon bekannte Diesel setzt das französische Fabrikat nicht auf die unkomfortable Pumpe-Düse-Technik, sondern nutzt die jüngste Generation von Commonrail und läuft deshalb sehr viel ruhiger.

Statt des lästigen Nagelns aus grauer Diesel-Vorzeit hört man jetzt ein sonores Brummen. Stärker ist der Motor obendrein: Mit 2,2 Litern Hubraum kommt er auf 156 PS und 380 Nm Drehmoment. Binnen 9,9 Sekunden beschleunigt der 1,8 Tonnen schweren Outlander auf Tempo 100. Bei Vollgas streift die Tachonadel die 200er-Marke. Der Normverbrauch bleibt mit 7,3 Litern im Rahmen.

Kultivierter Diesel mit Aufpreis

Allerdings ist das neue Diesel-Vergnügen im Multi-Kulti-Mitsubishi durchaus teuer: Weil die Japaner den stärkeren Diesel mit der besseren Ausstattung koppeln, werden mindestens 34.990 Euro fällig. Das Modell mit dem kleineren Selbstzünder gibt es ab 28.990 Euro.

Die Kundschaft scheint das kaum zu stören. Laut Trautzburg kaufen ungewöhnlich viele Fahrer deutscher Nobelmarken den Outlander und geben beim Kauf ihren Audi Avant, BMW Touring oder ein Mercedes T-Modell in Zahlung.

Das Flaggschiff der Baureihe ist mit Alurädern, Lederpolstern, schlüssellosem Zugangssystem, Xenonlicht, Festplatten-Navigation und Rückfahrkamera ausgestattet. Stattliche 38.690 Euro kostet diese Luxusversion, doch verglichen mit den so genannten Premium-Kombis aus Deutschland ist das immer noch günstig.

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