Mitsubishi Outlander Nase für den Trend
Seit DaimlerChrysler die Zügel bei Mitsubishi in der Hand hält, wurde das japanische Unternehmen komplett umgekrempelt. Bestimmten früher allein Ingenieure den Kurs der Marke, sind nun auch die Einschätzungen von Vertriebs- und Marketingexperten gefragt. "Kreatives Engineering" nennt Daniel Nacass, PR-Chef der Europazentrale in Amsterdam, die neue Richtung bei Mitsubishi. "Wir sind gerade dabei, die Marke neu zu erfinden", sagt Nacass. Sein Job dabei ist die Tüftelei mit Begriffen wie Sportlichkeit, Emotionalität, Design und Understatement.
Das ist ziemlich viel auf einmal, doch es kommt noch mehr. Für die nächsten fünf Jahren sind insgesamt 14 neue Automodelle angekündigt. Nacass: "Und wir sprechen hier von wirklich neuen Automodellen und nicht nur neuen Details an altbekannten Modellen." Das erste "Symbol des Turnarounds", erklärt Nacass, sei der neue Outlander. Der Wagen ist in Japan (unter dem Namen Airtrek) und den USA bereits auf dem Markt, in Deutschland beginnt der Verkauf am 24. Mai. Noch in diesem Jahr sollen rund 3000 Exemplare hier zu Lande abgesetzt werden. Mitsubishi setzt dabei auf den Reiz des Neuen, denn der Outlander wird in einer Nische platziert, in der er nahezu konkurrenzlos ist.
Das so genannte Crossover-Modell soll die Merkmale zweier Autotypen verbinden, von denen die Branche weitere Zuwächse erhofft: jene der modischen leichten Geländewagen oder SUV (Sport Utility Vehicle) mit denen von sportlichen Kombis. Ein Allradler light quasi - oder ein Kombi in Gummistiefeln. Einzig Subaru versucht mit dem Modell Forester einen vergleichbaren Spagat und ist dabei erfolgreich: Laut Kraftfahrtbundesamt in Flensburg wurden im vergangenen Jahr 3208 Forester-Fahrzeuge neu zugelassen.
Wer ein Crossover-Automobil anbietet, muss optisch zweideutige Signale setzten. Der Mitsubishi Outlander tut dies mit einer bullig-robusten Frontpartie und einer fein geglätteten Seiten- und Heckansicht. Außerdem mit einer Bodenfreiheit von knapp 20 Zentimetern und einer Fahrzeughöhe (1,67 Meter), die rund zehn Zentimeter geringer ist als die von typischen SUVs. Es gibt einen permanenten Allradantrieb, bei dem eine Visco-Kupplung die Kraftverteilung übernimmt, es fehlt andererseits an jeglichen Gelände-Spezialitäten wie etwa Differenzialsperren oder Bergan- und Bergabfahrhilfen.
| Hersteller: | Mitsubishi |
|---|---|
| Typ: | Outlander |
| Karosserie: | Kombi |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.997 ccm |
| Leistung PS: | 136 PS |
| Leistung kW: | 100 kW |
| Drehmoment: | 176 Nm |
| Von 0 auf 100: | 11,4 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 192 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 9,5 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 225 g/km |
| Kofferraum: | 402 Liter |
| umgebaut: | 1.049 Liter |
| Preis: | 21.990 € |
Es gibt auch keine drehmomentstarken Dieselmotoren für den Outlander. Der Wagen wurde als reiner Benziner konzipiert, und das soll er auch bleiben. Anfangs steht nur ein Zwei-Liter-Vierzylinder mit 136 PS (100 kW) zur Verfügung, ab November ergänzt ein 2,4-Liter-Vierzylinder mit 160 PS (118 kW) das Motorenangebot. Und die neue Sportlichkeit der Marke soll für den Outlander ab Ende 2004 Realität werden, wenn ein Zwei-Liter-Turbomotor mit mehr als 200 PS die Leistungsgrenze noch weiter nach oben verschieben wird.
Wir waren bei ersten Testfahrten auch mit dem Zwei-Liter-Basismotor ganz zufrieden. Die Maschine läuft ruhig, bewegt das Auto zügig und passt in ihrer Charakteristik recht gut zum Outlander. Besonders flink und sparsam ist das Aggregat andererseits nicht, da sind die 1,6 Tonnen Leergewicht des Wagens vor. Der Bordcomputer meldete nach gut 200 Kilometern zügiger Landstraßenfahrt einen Durchschnittsverbrauch von 9,7 Litern. Im Stadtverkehr dürfte der Wert deutlich steigen.
Ganz gut gefiel uns der schlichte, sehr aufgeräumte Innenraum. Vor allem in der Basisversion "Comfort", weil dann eine silbrige Oberfläche am Armaturenbrett das triste Schwarz auflockert. Die Platzverhältnisse für die Insassen sind in Ordnung, das Gepäckabteil dagegen leidet unter der neuen, eingangs bereits erwähnten Maxime Design vor Nutzwert. 402 Liter Ladevolumen sind für ein Auto dieses Formats etwas dürftig. PR-Mann Nacass sagt: "Wir verlieren vielleicht etwas Platz, aber dafür stimmt die Optik." Aber will man wegen einer schlanken Heckpartie auch Kunden abschrecken? "Konsens interessiert uns nicht. Die Leute sollen unsere neuen Autos mögen oder ablehnen, dazwischen gibt es nichts. Das ist es, was wir unter 'edge positioning' verstehen", klärt Nacass auf.
Unter dem Motto ganz oder gar nicht steht auch die Ausstattung: Der Outlander ist bereits in der Grundversion üppig bestückt und damit ausgesprochen komfortabel, andererseits fehlen zum Beispiel ESP oder Kopfairbags gänzlich. Dafür gibt es jetzt, erstmals bei Mitsubishi, diverse Accessoires, um den Outlander ein wenig zu individualisieren zu können. Die Optik hat Vorfahrt.