Mitsubishi Pajero: Flüsternder Riese - DER SPIEGEL
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Mitsubishi Pajero Flüsternder Riese

Den ersten Härtetest, 11.000 Kilometer quer durch den afrikanischen Kontinent, hat der neue Mitsubishi Pajero bereits bei der Dakar-Rallye bestanden. Zum Verkaufsstart am 14. Mai darf der Japaner auch auf Asphalt zeigen, was in ihm steckt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Und das ist nicht wenig. Die dritte Generation des 1982 erstmals vorgestellten Offroad-Klassikers wurde komplett neu aufgebaut - deutlich zu erkennen an den stärker betonten Radhäusern, die ihm sowohl als kurzem Dreitürer als auch in der fünftürigen Langversion einen bulligen Auftritt verschaffen. Der Zuwachs an Länge und Breite sowie der veränderte Radstand kommt den Insassen zugute.

Der Arbeitsplatz des Fahrers ist übersichtlich und klar gegliedert, die Rundumsicht einwandfrei. Der Japaner glänzt (als Fünftürer) mit fünf bequemen Plätzen plus einer weiteren Notbank im Gepäckraum. Die ist zwar nur Kindern zuzumuten, verschwindet bei Nichtgebrauch aber auch wieder elegant mit wenigen Handgriffen im Wagenboden. Man kann sie auch ganz ausbauen, um den Stauraum von maximal 1293 Liter bei der kurzen und 1700 Liter bei der langen Ausführung noch einmal im Boden um die Größe einer Kinderbadewanne zu erweitern.

Doch die - für einen klassischen Offroader - eigentliche Neuheit steckt unter dem Blechkleid: Der schwere Leiterrahmen wurde durch eine selbsttragenden Karosse ersetzt, ohne dass die Geländetauglichkeit dadurch gelitten hätte.

Der Pajero lässt sich in vier verschiedenen Antriebsarten bewegen. Auf Asphalt reicht der Heckantrieb. Bei rutschigen Belag oder leichten Unebenheiten lässt sich elektronisch und ohne großen Kraftaufwand bis Tempo 100 der Allradantrieb aktivieren, der die Kraft je nach Traktion automatisch auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Mit zwei weiteren Allradmodi mit gesperrtem Differenzial und/oder wahlweise aktivierter Geländeübersetzung klettert der Pajero über Stock und Stein.

Doch solche Ausflüge unternehmen die modernen Geländewagenfahrer kaum noch zu. Warum auch, macht der Zweitonner doch im Asphaltdschungel der Großstädte ebenfalls eine gute Figur. Zur selbsttragenden Karosserie kommt die Einzelradaufhängung, was zusammen einen Pkw-ähnlichen Fahrkomfort vermittelt.

Dass damit auch längere Autobahntouren ihren Schrecken verloren haben, liegt nicht zuletzt an dem flüsternden Sechszylinder. Der Motor mit Benzin-Direkteinspritzung wird erstmals in Europa und in einem Geländewagen eingesetzt.

Der 3,5-Liter-V6 GDI mit 202 PS (149 kW) ist bereits die dritte Motorvariante mit der spritsparenden Technologie, die Mitsubishi immer noch als einziger Hersteller weltweit anbietet. Im neuen Pajero soll sie den Verbrauch auf 13 Liter begrenzen: für einen schweren Geländewagen ein hervorragender Wert - wenn er denn zutrifft. Denn für Beschleunigung (0-100 km/h in 10,7 Sekunden) und Höchstgeschwindigkeit (190 km/h) wird sich der Pajero einige zusätzliche Liter mehr genehmigen.

Hersteller:Mitsubishi
Typ:Pajero 3,5 V6 GDI
Karosserie:Geländewagen/Pickup/SUV
Motor:V6-Benzin-Direkteinspritzer
Hubraum:3.497 ccm
Leistung PS:202 PS
Leistung kW:149 kW
Drehmoment:318 Nm
Von 0 auf 100:10,7 Sek.
Höchstgeschw.:190 km/h
Verbrauch (ECE):10,7 Liter
CO2-Ausstoß:254 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:1.700 Liter
Preis:43.946 €

Auch das Sicherheitspaket entspricht mit Scheibenbremsen rundum, ABS, Front- und Seitenairbags dem Pkw-Standard. Nicht nur für den Offroad-Einsatz nützlich ist außerdem das komplette Werkzeug inklusive Taschenlampe, das in einem tragbaren Koffer an der Innenseite der Hecktür hängt. Zudem befindet sich eine Steckdose im Kofferraum.

Die Preise des Pajero 3,5 V6 GDI bewegen sich je nach Ausführung zwischen 76.950 Mark für den Dreitürer und 85.950 Mark für den Fünftürer. An Bord sind dann Lederausstattung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen und eine Fahrersitz-Höhenverstellung.