Neuer Opel Corsa: Déjà-vu in Rüsselsheim - DER SPIEGEL
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Neuer Opel Corsa Déjà-vu in Rüsselsheim

Mit einem generalüberholten Corsa will Opel im umkämpften Kleinwagensegment für Unruhe sorgen. Doch das neue Modell der Rüsselsheimer tritt ein schweres Erbe an.
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Der neue Corsa muss sich an der Erfolgsgeschichte seines Vorgängers messen lassen: Das derzeit noch aktuelle Modell lief seit seiner Einführung 1993 rund sechs Millionen Mal vom Band und wurde in knapp 80 Länder geliefert. Der kleine Opel, der sich wegen seiner charakteristischen Frontpartie den Spitznamen "Lächel-Corsa" einhandelte, wurde insgesamt mit mehr als 20 internationalen Design-Preisen ausgezeichnet und ist in Deutschland bereits seit sechs Jahren das meistverkaufte Modell seiner Klasse.

Ob der Neue die Ästheten zu ähnlicher Euphorie beflügeln wird wie der Vorgänger, ist jedoch zweifelhaft. Beim Betrachten der Frontpartie stellt sich eher ein Déjà-vu-Erlebnis ein: Im Vergleich zum alten Corsa hat sich nur wenig verändert. Deutlichere Unterscheidungsmerkmale bieten die Wagenflanke, an der sich über den hinteren Kotflügeln eine schwarzgraue Kunststoff-Fläche bis über den Heckstoßfänger zieht. Immerhin wirkt das Hinterteil mit den hochgesetzten Rückleuchten auf den ersten Blick völlig neu. Doch auch hier werden Erinnerungen wach - nämlich an den Fiat Punto. Möglicherweise kein Zufall, denn über den Mutterkonzern General Motors ist Opel nun auch mit den Italienern verbandelt.

Technisch dagegen stecken reichlich Neuheiten unter dem vollverzinkten Corsa-Blechkleid. Da ist zum Beispiel das DSA-Fahrwerk (Dynamic Safety), bei dem Antriebseinheit und Vorderachse völlig entkoppelt sind, was die Geräuschübertragung mindert und die Schwingungen dämpft. Die Motorenpalette umfasst sechs Benzin- und zwei Dieseltriebwerke. Einstiegsmotor ist der 1,0-Liter-Vierzylinder mit 58 PS (43 kW), der nach Werksangaben im Schnitt 5,6 Liter Superbenzin je 100 Kilometer schluckt.

Das Topmodell der Baureihe ist künftig der Corsa GSI mit 1,8-Liter-Motor und 125 PS (92 kW), der ein Spitzentempo von mehr als 200 km/h schafft ­ ein echter kleiner Blitz also. Die Treibstoff-Geizhälse in der Motorenfamilie sind die beiden Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 1,7 Litern Hubraum und 65 PS (48 kW) in der Normalversion und 75 PS (55 kW) in der Variante mit Ladeluftkühler. Beide Selbstzünder sollen mit 4,7 Liter Treibstoff je 100 Kilometer auskommen.

Erstmals bietet Opel für den Corsa das automatisierte Schaltgetriebe "Easytronic" an, außerdem gehören ein so genanntes Infotainment-Center mit Vierfach-CD-Wechsler, Radio, Telefon und Navigationssystem zur Ausstattung. Im Sicherheitspaket des Wagens finden sich zwei Front- und Seitenairbags, Dreipunktgurte an allen fünf Plätzen, aktive Kopfstützen an den Vordersitzen sowie ein Pedal-Release-System. Zudem machen ein längerer Radstand und eine breitere Spur den Innenraum geräumiger als beim Vorgängermodell.

Die Preise für die Neuauflage des Opel-Kleinwagens stehen bislang noch nicht fest. Nur soviel mag Opel-Sprecher Norbert Giesen sagen: "Ausstattungsbereinigt werden sich die Preise für den neuen Corsa in etwa auf dem gleichen Niveau bewegen wie beim Vorgänger."

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