Neuer Volvo V70 Schwedischer Smogfresser
Dabei handelt es sich um einen Kühler mit Katalysator-Beschichtung, der während der Fahrt das in der durchströmenden Luft enthaltene bodennahe Ozon in Sauerstoff verwandelt. Je heißer und verschmutzter die Luft, desto wirksamer soll das "PremAir"-System arbeiten - laut Volvo werden unter diesen Bedingungen bis zu 75 Prozent des giftigen Gases umgewandelt.
Solche Lösungen sind natürlich gut fürs Image - ob sie aber wesentlich zur Verringerung der Ozonbelastung beitragen können, bleibt fraglich. "Es ist nicht die falsche Richtung, dürfte aber im Straßenverkehr nur einen geringen Effekt haben", sagte Ulrich Höpfner, der Leiter des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg, zu SPIEGEL ONLINE. Das Problem: Das meiste Ozon ist gar nicht dort, wo die Autos sind. "Im innerstädtischen Straßenraum ist die Ozonkonzentration gering, weil die Stickoxid-Emission der Fahrzeuge das Ozon stark abbaut."
Die Schweden waren allerdings nicht allein wegen des Katalysatorsystems nach Amerika gekommen - sie wollten auch ihren neuen Kombi vorstellen. Der V70 basiert auf der Plattform des S80, was deutlich an der Front zu erkennen ist, die scheinbar von der großen Limousine eins zu eins übernommen wurde. Auch die Heckleuchten-Geometrie zitiert die Abschlussbögen der Stufenheck-Variante. Eine für schwedische Verhältnisse nahezu sportliche Linie bekommt die Karosse durch die vorne leicht gekrümmten Seitenfenster, die zum Heck hin nach außen schwenken.
Ein um zehn Zentimeter vergrößerter Radstand schafft mehr Platz im Innenraum. Dort herrscht gewohnte skandinavische Zweckmäßigkeit: Neben einem klaren und übersichtlichen Cockpit finden sich simple, aber praktische Detaillösungen wie ein Jackett-Haken an der Kopfstütze des Beifahrersitzes, ein Papierkorb am Ende des Mitteltunnels, ein ausklappbarer Tisch unter dem Mittelpolster der Rücksitzbank und versenkbare Einkaufstaschenhalter im Gepäckraum.
Das Sicherheitssystem entspricht mit Front- und Seitenairbags, Seitenaufprallschutz, zusätzlichen Kopf-Schulterairbags im Dachhimmel und Gurtstraffern auf allen fünf Plätzen ebenfalls dem des S80. Außerdem reduziert das Schleudertrauma-Schutzsystem WHIPS die Gefahr von Halswirbelverletzungen beim Heckaufprall. Im V70 kommen zudem neue zweistufige Airbag-Auslösesysteme zum Einsatz, die das Aufblasen der Aufprallwucht anpassen. Isofix-Haltepunkte mit dem passenden weltweit ersten Reboard-Kindersitz komplettieren bei Bedarf das Schutzpaket.
Auf den deutschen Markt kommt der neue V70 Ende März zunächst mit drei Fünfzylinder-Turbomotoren: zwei Benziner und ein Diesel. Topmodell in Preis (70.214 Mark) und Leistung ist der V70 T5, der aus 2,3 Liter Hubraum 250 PS (184 kW) entwickelt. Damit sprintet er in 7,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wird bei 250 km/h elektronisch gebremst. Der zweite Benziner, der V70 2.4T (62.978 Mark) leistet 200 PS (147 kW) und beschleunigt unwesentlich langsamer in 7,9 Sekunden. Beim Diesel 2.5D (59.457 Mark) setzten die Schweden wieder auf den bewährten 140 PS starken TDI von Audi, der allerdings schon ein wenig in die Jahre gekommen ist und nur die EU2-Schadstoffnorm erfüllt.
Zwei weitere 2,4-Liter-Fünfzylinder-Saugmotoren, die im Mai folgen sollen, erreichen dagegen schon die europäischen Emissionsanforderungen für das Jahr 2005 und damit die Schadstoffklasse D4. Das Basismodell mit 140 PS soll dann 54.372 Mark und die 170 PS-Version 57.501 Mark kosten.