Neues Bremssystem: Voll in die Eisen steigen - DER SPIEGEL
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Neues Bremssystem Voll in die Eisen steigen

Beim Tanz um die glitzernden Bikes auf der Münchner Motorradmesse Intermot blieb dem Betrachter die raffinierteste Innovation verborgen. BMW präsentierte eine Weltneuheit, das Integral-ABS.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn es um die Verzögerung geht, sind die Bayern die schnellsten. 1988 führte BMW als erster Motorradhersteller ABS ein, 1993 folgte die zweite Generation dieser Technik. Und nun kommt ­ abermals eine Weltpremiere ­ das erste Integral ABS. Entwickelt wurde das System gemeinsam mit dem unterfränkischen Unternehmen FTE automotive GmbH in Ebern, zum Einsatz kommt es zunächst im Topmodell K 1200 LT; das Tourenmotorrad wird serienmäßig mit der neuen Bremsanlage ausgestattet.

Die beiden wichtigsten Komponenten der jetzt vorgestellten Technik sind ein elektrisch-hydraulischer Bremskraftverstärker und eben das Integralsystem. Das bedeutet, dass beim Betätigen des Handbremshebels als auch beim Tritt auf die Fußbremse jeweils gleichzeitig Vorder- und Hinterrad verzögert werden. Die Bremskraft wird dabei jeweils so auf die beiden Räder verteilt, dass eine möglichst hohe Verzögerung erreicht wird.

Das Integral ABS ist gekoppelt mit einer ebenfalls neuen Bremsanlage, die eine um 20 Prozent höhere Leistung bietet als das bisherige System ­ sagt BMW. Die Vorteile der Hightech-Bremse sind vielfältig: Im Falle einer Notbremsung verzögert die Elektronik schneller und effizienter, als der Fahrer alleine dies könnte; dazu kommt, dass der Fahrer weniger Kraft braucht, um adäquate Verzögerungswerte zu erzielen und schließlich wird durch die bessere Ausnutzung der Bremskraft der Verschleiß an Reifen und Bremsbelägen reduziert.

Zum Glück bedeutet ein Mehr an Technik nicht immer auch ein Mehr an Material, das mit herumgeschleppt werden muss. Das neue ABS bietet zwar mehr Funktionen als das bisherige System, es wurde aber dennoch leichter. Die Integral-Anlage wiegt komplett 4,36 Kilogramm ­ das alte ABS II brachte noch 5,96 Kilogramm auf die Waage.