Nissan Terrano II Worker Style
Fahrspaßorientiert, sagt Nissan, seien die Kunden des dreitürigen Terrano II. Damit das auch nach außen sichtbar wird, gibt es den Wagen jetzt in Farbtönen die "Sonnengelb", "Lavarot-Metallic" und "Chinablau" heißen. Das hochbeinige, kurze und durchaus flott gestylte Auto sieht also durchaus nach Spaßmobil aus.
Besonders von vorne, wo eine große Lufthutze die Motorhaube ziert und wo die Gestaltung des Kühlergrills mit wuchtigen Streben in Wagenfarbe und einem avantgardistisch geformten Kunststoffgitter mit den tradierten Formen bricht. Fun und die eine oder andere Fliege im Auto verheißt auch das sehr große Faltdach, das Gegenstand der Ausstattungsversion "Beach" (inklusive 16-Zoll-Leichtmetallfelgen) für 3305 Mark Aufpreis ist.
Der Wagen hat aber auch durchaus ernste Seiten. Wer das Auto nicht nur anschauen, sondern auch fahren möchte, lernt sie schnell kennen. Es beginnt mit dem sehr hohen Einstieg, der bereits signalisiert, dass hinter der Fun-Fassade ein Arbeits- oder besser gesagt Querfeldein-Modell steckt.
Der Eindruck setzt sich auf dem Fahrersitz fort. Das Lenkrad steht für einen Pkw ungewöhnlich flach, der Blick auf die Armaturen macht klar, dass es hier nicht um Spielereien geht, sondern um handfeste Fortbewegung. Einzige Besonderheit ist die Anordnung der Instrumente, denn Tacho und Drehzahlmesser sitzen nicht wie üblich in der Mitte, sondern an den beiden Seiten des Displays.
Styling sucht man jedoch - vom zweifarbig gestalteten Cockpit einmal abgesehen - im Innenraum vergeblich. Es herrscht eine eher nüchterne Atmosphäre: Die Schalter sind grob und einfach, das verarbeitete Plastik sieht nicht besonders wertvoll aus.
| Hersteller: | Nissan |
|---|---|
| Typ: | Terrano II 2,7 TD Intercooler |
| Karosserie: | Geländewagen/Pickup/SUV |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 2.664 ccm |
| Leistung PS: | 125 PS |
| Leistung kW: | 92 kW |
| Drehmoment: | 278 Nm |
| Von 0 auf 100: | 15,7 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 155 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 9,8 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 260 g/km |
| umgebaut: | 1.650 Liter |
| Versicherung (HP): | 24 € |
| Versicherung (TK): | 33 € |
| Versicherung (VK): | 23 € |
| Preis: | 25.790 € |
Dieser "Workers Style" verstärkt sich noch, wenn der Motor anspringt. Rumpelrappel - der starke 2,7-Liter-Turbodiesel jagt seine Vibrationen in die Karosserie und sein Arbeitsgeräusch in die Gehörgänge der Insassen. Das klingt nach Arbeit, nach Lust auf Schlaglöcher oder Matsch weniger nach Boulevard, Eisdiele oder Strandpromenade.
Hinterm Steuer jedoch macht der Wagen Spaß: Der Motor dreht locker und willig hoch, das Fahrgefühl ist prima. Das liegt unter anderem an der großzügigen Aussicht, die durch die erhöhte Sitzposition und die flache Armaturentafel gewährleistet wird.
Wie gut das Fahrwerk des Allradlers auf mehr als Asphaltstraßen abgestimmt ist, zeigt eine flotte Fahrt über grobes Kopfsteinpflaster. Außer dem Motorengeräusch gibt es nichts, was rattert, rüttelt oder rasselt. Der Terrano kommt mit grobem Untergrund bestens zurecht. Man ahnt, dass er auch für schwereres Gelände taugt. Übrigens: Im Normalbetrieb ist das Auto heckgetrieben, der Allradantrieb sowie eine Geländeuntersetzung können zugeschaltet werden.
Zur Serienausstattung gehören unter anderem ABS mit elektronischer Bremskraftregelung, zwei Frontairbags, elektrische Fensterheber, elektronische Wegfahrsperre, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, höhenverstellbarer Lenksäule Klimaanlage und Laderaumrollo. Gebaut wird der Terrano II im Nissan Werk in Barcelona.
Im vergangenen Jahr wurden von dem Modell 2391 Exemplare in Deutschland verkauft. Als Zielpublikum hat Nissan gerade für den dreitürigen Wagen "Kunden im Alter zwischen 30 und 40 Jahren" im Visier, die zum Beispiel "Trendsportarten wie Surfen oder Mountainbiken" treiben. Warum die Japaner diesen Leuten ausgerechnet - dies nur als Beispiel - ein Sitzpolsterdessin im Stile von 80er-Jahre-Couchgarnituren verkaufen wollen, bleibt unklar.
So bleibt vom Terrano "Fun" ein etwas zwiespältiger Eindruck zurück: Ein robuster Geländewagen mit attraktivem Äußeren, aber einem etwas antiquiertem Innenraum. Doch dies lässt sich einfacher korrigieren, als wenn es umgekehrt wäre.