Opel Agila "Erst haha - dann aha"
Im dänischen Billund präsentierte Opel sein neues Modell, den Microvan Agila. Ein weiser Entschluss, denn das putzige Automobil passt nach Legoland: Der Wagen ist bunt, klein, wirkt ein wenig eckig, man kann ihn schnell umbauen und das Dessin der Sitzpolster sieht aus, als hätte jemand einen Kübel Lego-Bauklötzchen darüber gekippt.
Opel ist stolz. Der Agila sei der erste Microvan eines europäischen Herstellers, vermelden die Rüsselsheimer. Und dann kommt, was kommen muss: Der Versuch, gegenüber dem Zwillingsmodell Suzuki Wagon R+ eine deutliche Abgrenzung hinzubekommen. "Man sieht auf den ersten Blick, dass der Agila ein echter Opel ist", bemerkt Design-Direktor Hans Seer. Als die Skepsis dennoch nicht weichen will, schiebt er nach: "Der Einfluss von Opel ist stärker, als wohl manche vermuten."
Die offizielle Formulierung, dass das Fahrzeug "von Opel gemeinsam mit dem japanischen Hersteller Suzuki" entwickelt worden sei, trifft den Sachverhalt am besten. Die beiden Zwillinge sind sich in vielen Punkten sehr ähnlich und unterscheiden sich doch in ein paar wesentlichen Aspekten.
Zum Beispiel bei den Motoren. Opel bietet für den Agila zwei Vierventil-Triebwerke an, die beide die ab 2005 gültige Abgasnorm Euro 4 erfüllen und damit eine Steuerersparnis von 600 Mark ermöglichen. Der 1,0-Liter-Dreizylindermotor leistet 58 PS (43 kWatt), ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 142 Stundenkilometer und verbraucht im Schnitt 6,3 Liter Superbenzin je 100 Kilometer. Der 1,2-Liter-Vierzylindermotor mobilisiert 75 PS (55 kWatt), beschleunigt den Agila bis auf Tempo 155 und schluckt im Schnitt 6,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.
Vor allem der stärkere Motor überzeugt im neuen "Mini-People-Carrier", wie das Marktsegment des Agila im Marketing-Slang heißt, durch flotte Fahrleistungen, ausreichend Antritt für Überholmanöver und ein jederzeit hurtiges Vorwärtskommen. Überhaupt hat Opel mit dem Kleinen ein sehr harmonisches Auto auf die 14-Zoll-Rädchen gestellt: Der Wagen fühlt sich ausgereift an und er fährt sich auch so. Keine großen Überraschungen aber auch keine Irritationen.
Im Innenraum herrscht reichlich Platz. Vier Erwachsene können sich auch für längere Strecken im Wagen einrichten besonders die Kopffreiheit ist bemerkenswert. Und weil das Sitzniveau auf den hinteren Plätzen zehn Zentimeter über dem der Vordersitzen liegt, bekommen alle Insassen das Geschehen auf der Straße ganz gut mit.
| Hersteller: | Opel |
|---|---|
| Typ: | Agila 1.2 16V Comfort |
| Karosserie: | Van/Kleinbus/Großraumlimousine |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.199 ccm |
| Leistung PS: | 75 PS |
| Leistung kW: | 55 kW |
| Drehmoment: | 110 Nm |
| Von 0 auf 100: | 13,5 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 155 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,5 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 154 g/km |
| Kofferraum: | 240 Liter |
| umgebaut: | 1.250 Liter |
| Versicherung (HP): | 14 € |
| Versicherung (TK): | 25 € |
| Versicherung (VK): | 16 € |
| Preis: | 10.300 € |
Vans zeichnen sich im Allgemeinen durch ihre Variabilität aus. Der Agila kann da mithalten: Sein Standard-Kofferraum mit 240 Liter Ladevolumen lässt sich durch Umklappen beider Rücksitzlehnen auf bis zu 1250 Liter vergrößern. Es entsteht dann eine ebene Fläche, die durch die große Heckklappe und dank der Ladekante von 65 Zentimeter Höhe gut zugänglich ist.
Auch an zahlreiche Ablagemöglichkeiten und Staufächer zum Beispiel eine Schublade unter dem Beifahrersitz, wurde gedacht. Der Trick des Opel-Zwerges: Trotz seines üppigen Innenraums ist der Wagen nur 3,50 Meter lang, das erleichtert, ebenso wie die serienmäßig eingebaute elektrische Servolenkung, das Rangieren und Einparken.
Zur Grundausstattung gehören Airbags für Fahrer und Beifahrer (Seitenairbags sollen später folgen), Gurtstraffer oder elektrisch einstellbare Außenspiegel. Besser ausgestattet sind die Varianten Comfort und Elegance. Der Preis für den Basis-Agila mit Dreizylindermotor liegt bei 17.500 Mark, das Top-Modell Elegance mit Vierzylindermotor kostet 22.845 Mark.
Gebaut wird der Agila im polnischen Opel Werk Gleiwitz. In Deutschland soll der Microvan ab 17. Juli bei den Händlern stehen. Im ersten vollen Verkaufsjahr wollen die Rüsselsheimer 20.000 Exemplare absetzen.
Um dies zu unterstützen, sollen demnächst die ersten Agila-Werbefilme anlaufen. In einem der Spots heißt es, der Agila böte Platz für acht Personen. Man sieht allerdings nur vier Frauen in einem Agila sitzen und wundert sich. Dann hält der Wagen, die Damen steigen aus und siehe da: Alle vier sind schwanger. Dann folgt der Agila-Slogan: "Erst haha, dann aha!" Ein Spaßauto wird der Agila trotz dieser netten Filmchen nicht werden aber auch keine Witznummer.