Opel Meriva: Zafiras kleiner Bruder - DER SPIEGEL
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Opel Meriva Zafiras kleiner Bruder

Ansprechendes Design, großzügiger Innenraum und eine flexible Sitzkonstruktion - nach diesem Rezept avancierte der Opel Zafira schnell zum Marktführer der Kompaktvans. Den Erfolg wollen die Rüsselsheimer jetzt mit dem Meriva eine Klasse tiefer wiederholen.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der rundlich-kompakt gestylte Fünfsitzer hat ein ähnlich cleveres Innenraumkonzept wie sein großer Bruder, mit dem sich der Platz im Fond variabel und individuell gestalten lässt. Erstmals präsentiert wird der kleine Bruder des Zafira auf dem Pariser Automobilsalon Ende September, produziert werden soll er ab Januar 2003 im spanischen Saragossa.

Äußerlich ist die Serienversion der Concept-M-Studie, die seit ihrem Debüt auf dem Genfer Automobilsalon als Corsa-Van durch die Fachblätter fuhr, mit ihren trapezförmigen Scheinwerfern dem neuen Vectra wie aus dem Gesicht geschnitten. Der rundliche Rücken mit den hochgezogenen Rückleuchten hingegen erinnert an das Corsa-Heck. Seine kompakte Form verdankt der 4,05 Meter lange und 1,62 hohe Rundling seinem vergleichsweise langen Radstand von 2,63 Meter und den extrem kurzen Überhängen. Zum Vergleich: Der Zafira hat einen Radstand von 2,69 Meter, ist aber 27,5 Zentimeter länger. Das sieht nicht nur dynamisch aus, sondern schafft viel Platz im Innenraum.

Und dafür haben sich die Entwickler aus Opels Internationalem Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) eine ähnlich flexible Sitzkonstruktion wie im Zafira ausgedacht, um die Variabilität zwischen optimalem Personen- und maximalem Gepäckraumtransport zu erhöhen. Während der Concept M noch als Viersitzer ausgelegt war, gibt es im Meriva eine Rückbank mit drei vollwertigen Sitzen. Die lässt sich zunächst komplett umlegen, so dass ein ebener Ladeboden entsteht, der das Gepäckvolumen von 380 Liter auf rund 1300 Liter erweitert.

Der Clou allerdings ist der mittlere Sitz. Der lässt sich so zusammenfalten, dass sich anschließend die zwei äußeren Sitze nach vorn und zur Seite schieben lassen. Ohne umständlichen Ausbau wird so aus dem Fünfsitzer ein geräumiger Viersitzer, dessen Fondpassagiere eine Bein- und Schulterfreiheit wie in der automobilen Mittelklasse genießen können. Der freie Platz in der Mitte kann als Ablage oder auch für eine Kühlbox genutzt werden.

Das futuristische Cockpit der Messe-Studie, mit allerlei Aluminium und herausnehmbarem PDA-Computer bestückt, musste allerdings aus Kostengründen einer konventionellen Armaturentafel, immerhin mit Multifunktionsdisplay, weichen. Ebenso wurden die frei konfigurierbare Instrumentenanzeige und das Dreispeichen-Lenkrad mit Drucktasten für die Schaltautomatik gegen die bekannten Rundinstrumente sowie einen konventionellen Opel-Volant ausgetauscht.

Und auch den 150 PS starken 1,6-Liter-Erdgas-Turbo aus dem Prototypen sucht man unter der Motorhaube des Meriva vergeblich. Zur Markteinführung Anfang nächsten Jahres werden konventionelle Diesel- und Benzinmotoren zwischen 1,6 und 1,8 Liter Hubraum und 75 bis 125 PS (55 und 92 kW) angeboten.