Opel Speedster: Sportlicher Spätstarter - DER SPIEGEL
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Opel Speedster Sportlicher Spätstarter

Mit dem Opel Speedster, einem reinrassigen Renner, wollen die Rüsselsheimer endlich wieder Gas geben. Vor allem soll der offene Zweisitzer aber das lädierte Image aufpäppeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Klang der Marke Opel hat zuletzt arg gelitten. Immer wieder war von Qualitätsmängeln, Vorstandsquerelen und Verlusten die Rede. Die wichtigen Baureihen Astra und Vectra fallen vor allem durch ihr unauffälliges Design auf. Immerhin gelang mit dem Kompaktvan Zafira ein Coup in einem neuen Segment. Und demnächst kehrt - wenn auch spät - die Sportlichkeit zurück ins Modellprogramm.

Um das angekratzte Image aufzupolieren, kommt ein Sportwagen gerade recht, zumal die Opel-Neuheiten seit dem legendären GT meist in einem weiten Bogen um das sportliche Segment herum kurvten. Es gab zwar Autos wie den Astra GSI und die Coupés Manta oder Calibra, doch einen wirklichen Sportwagen, der auch danach aussieht, den gab es lange nicht.

Nun also der Speedster, ein reinrassiger Renner mit Mittelmotor. Im Oktober soll er auf den Markt kommen. Angetrieben von einem 2,2-Liter-Vierzylinderaggregat mit 147 PS (108 kW) bringt es der markant gestylte Lotus-Elise-Zwilling auf ein Spitzentempo von 220 km/h.

Allerdings: Die Image-Hoffnung dürfte auf zwei Probleme stoßen. Zum einen scheint der relativ hohe Preis von knapp 60.000 Mark nicht gerade geeignet, die Massen von der Gleichung "Opel = Sportlichkeit" zu überzeugen. Zu groß ist die Konkurrenz von Mercedes, BMW oder Audi, die für wenig mehr ein vergleichbares Autos anbieten - und das bereits etablierte sportliche Image gleich noch mitliefern.

Zum anderen ist der Monat Oktober für die Einführung eines Sportwagens in in unseren Breitengraden kein Zeitpunkt, der mit dem Adjektiv optimal in Verbindung gebracht werden kann. Schließlich sieht der Speedster erst mit geöffnetem Verdeck so richtig knackig aus.

Opels Lösung des Problems: Den Speedster so oft wie möglich präsentieren. Es gibt ja genug Automessen. Die nächste von Rang ist die "Auto Mobil International" in Leipzig (8. bis 16. April), und natürlich wird dort der Speedster stehen und schon mal ein bisschen Sportlichkeit, Jugendlichkeit und Frische verströmen ­ aus dem Stand sozusagen.

In Leipzig wird auch die zweite Opel-Neuheit dieses Jahres zu sehen sein, der Kleinwagen Agila, ein Zwillingsmodell des Suzuki Wagon R+. Während das japanische Modell bereits ab Juni für knapp 20.000 Mark bei den Händlern steht, folgt der in Polen gebaute Opel Agila erst im Herbst zu Preisen, die bei rund 18.000 Mark beginnen sollen.

Für den intelligent konzipierten Mini, der durch eine hohe Bauweise ein überraschend üppiges Raumgefühl vermittelt, bietet Opel zwei Motoren an: Einen Einliter-Dreizylinder mit 58 PS (43 kW) und einen 1,2-Liter-Vierzylinder mit 75 PS (55 kW).