Opel Tigra TwinTop Alle Wetter!
Doch für kühlere Temperaturen und wechselndes Wetter hat der sportliche Zweisitzer ja sein elektrohydraulisches Stahl-Klappdach dabei. Innerhalb von 18 Sekunden wechselt der Tigra damit sein Aussehen, vom schnittigen Cabrio zum dynamischen Coupé und zurück. Was wir besonders bei der aktuellen Wetterlage am Vorstellungsort Hamburg bei diversen Ampelstopps schätzen lernten. Ein Druck auf die Taste in der Armlehne, die zweiteilige Metallkappe dreht sich löffelförmig aus dem Heck heraus und spannt sich mit leisem Surren über den Köpfen von Fahrer und Beifahrer. Alles im Trockenen. Verschlüsse am Frontscheibenrahmen zuschnappen lassen. Grün. Weiter geht's.
Entwickelt wurde die besonders Platz sparende Verdeckkinematik nach Opel-Vorgaben vom Cabrio-Spezialisten Heuliez, bei dem auch das komplette Auto montiert wird. Pikanter Gag am Rande: Der französische Karosseriebauer hat auch das Klappdach des Peugeot 206 CC entwickelt, der als größter Konkurrent des Opel TigraTwinTop gilt.
Doch anders als der französische 2+2-Sitzer, immerhin seit zwei Jahren das meistverkaufte Cabrio in Deutschland, hat Opel sein Cabrio-Coupé von vornherein als Zweisitzer konzipiert. Statt einer Alibi-Rückbank, auf der beim Peugeot 206 CC ohnehin weder Erwachsene noch Kinder Platz finden, darf Opels Verwandlungskünstler mit dem klassengrößten Stauvolumen von über 500 Litern glänzen. Geschlossen sind es 440 Liter im Kofferraum plus weitere 70 Liter in einem Staufach hinter den Sitzen. Das ist mehr als in manchem Kompaktwagen. Und bei geöffnetem Dach sind es immer noch rund 250 Liter. Platz genug, um selbst zwei Wasserkisten zu verstauen. Genau wie das Klappdach öffnet und schließt auch der Deckel des Kofferraums auf Knopfdruck elektrohydraulisch. Kleines Manko: Man muss den Knopf gedrückt halten, und der Deckel lässt sich "aus Sicherheitsgründen" auch nicht von innen schließen.
Der neue Verdeckmechanismus sorgt nicht nur für Platz, sondern auch für eine schlanke Figur. Denn gegenüber bisherigen Lösungen, bei denen die im geöffneten Zustand im Kofferraum übereinander liegenden und deshalb viel Raum beanspruchenden Dachteile eine pummelige Heckform erzwingen, hatten die Designer beim Tigra TwinTop mehr Gestaltungsfreiheit. "Eckenflitzer" hatte der jüngst zum GM-Europachef aufgestiegene Opel-Vorstand Carl-Peter Forster den Entwicklern als Vorgabe ins Lastenheft geschrieben. Und die haben sich an die Vorgabe des Chefs gehalten. Denn der 3,92 Meter lange Wagen gefällt mit einer keilförmig ansteigenden Karosserielinie mit kurzen Überhängen und stimmigen Proportionen. Sowie einigen originellen Details.
| Hersteller: | Opel |
|---|---|
| Typ: | Tigra TwinTop 1.8 |
| Karosserie: | Cabrio/Roadster |
| Motor: | Vierzylinder -Benziner |
| Hubraum: | 1.796 ccm |
| Leistung PS: | 125 PS |
| Leistung kW: | 92 kW |
| Drehmoment: | 165 Nm |
| Von 0 auf 100: | 9,4 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 204 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 7,7 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 182 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 250 Liter |
| umgebaut: | 440 Liter |
| Preis: | 17.895 € |
So etwa die zylindrischen Lampen im Kameraobjektiv-Look in den 3D-Ellipsoid-Scheinwerfern, die den trapezförmigen Grill mit Mattchrom-Querstrebe flankieren. Große Lufteinlässe im Stoßfänger sowie die charakteristische Bügelfalte auf der Motorhaube sind weitere Eyecatcher der Front. Von der Seite fallen die flach stehende Frontscheibe und die leichte Taillierung der Flanken auf, sowie die markante Formgebung des Dachaufbaus. Am Heck springen die großflächigen, weit herumgezogenen Rückleuchten, die Mattchromleiste im Stoßfänger sowie der wellenförmige Überrollbügel aus Aluminium ("Wave") ins Auge. Und auch geschlossen behält der Wagen, im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern, seine sportliche Figur. Auf Wunsch sorgt eine kontrastierende Lackierung des hinteren Dachteils (Serie bei Cosmo und Sport) für Targa-Optik.
Auch das Interieur strahlt mit serienmäßig höhenverstellbaren Sportsitzen, Instrumenten mit Chromringen sowie Mattchrom-Applikationen sportives Flair aus. Alle Tigra-TwinTop-Varianten verfügen über elektrische Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Funkfernbedienung sowie Front- und Seitenairbags, ESP, ABS, Scheibenbremsen rundum und Bremsassistenten. Klimaanlage, Sitzheizung, 17-Zoll-Leichtmetallrädern oder ein maßgeschneidertes Kofferset kosten dagegen mehr.
Angetrieben wird der Tigra Twintop wahlweise von zwei Benzinern mit 1,4 Liter Hubraum (90 PS / 66 kW) und Opels Spritspar-Technologie Twinport sowie einem 1,8-Liter-Aggregat mit 125 PS (92 kW). Das Top-Triebwerk ist enorm spurtstark (9,4 Sekunden auf 100 km/h) und bietet zusammen mit dem straff abgestimmten Fahrwerk und der direkten Lenkung ein agiles Handling. Ab Frühjahr 2005 soll zudem ein besonderes Sportfahrwerk verfügbar sein. Serienmäßig leitet ein Fünfgang-Schaltgetriebe die Kraft an die Vorderräder. Für den 1,4-Liter-Motor ist alternativ auch das automatisierte Schaltgetriebe "Easytronic" zu bekommen.
Der Einstieg in den Opel Tigra TwinTop beginnt bei 16.695 Euro, mit dem 1,8-Liter-Triebwerk kostet der Wagen ab 17.895 Euro. Damit liegt er deutlich unter den Preisen des Peugeot 206 CC, dessen Motoren (109 PS und 136 PS) allerdings auch jeweils stärker ausfallen.