Opel Zafira Bochum lebt!
Wer im Autogeschäft erfolgreich sein will, braucht das passende Modell, ein gutes Timing - und Glück. Opel rührte diese Grundzutaten für einen Bestseller zuletzt vor sechs Jahren in der richtigen Mischung zusammen: Heraus kam der Zafira. Das Auto war der erste Siebensitzer seiner Klasse und der erste Kompaktvan eines deutschen Herstellers; mehr als 1,4 Millionen Exemplare wurden bis heute gebaut. "Der Zafira hat Opel in den letzten Jahren hochgehalten", sagt Hans Demant, der Chef der Rüsselsheimer Autobauer. Allerdings hat der Zafira in den letzten Jahren auch enorme Konkurrenz bekommen. Unter anderem stießen Ford, VW, Toyota und vor wenigen Wochen erst Mercedes mit der B-Klasse in das Marktsegment der variablen Familienautos.
Opel wird ab 9. Juli mit dem neuen Zafira kontern. "Wir haben das Auto fit gemacht für die Zukunft", sagt Demant, "zum Beispiel erfüllt er als erster Kompaktvan die Anforderungen des Fußgängerschutzes, die ab dem kommenden Jahr obligatorisch werden." Grob gesagt bedeutet dies für neue Fahrzeuge, dass die komplette Frontpartie sowie die Motorhaube möglichst nachgiebig konstruiert werden müssen, um eine Art Knautschzone für Fußgänger oder Radfahrer zu schaffen, die bei einem Unfall vom Auto erfasst werden.
Der neue Zafira, das macht Chefingenieur Volker Scharf bei der Premiere in Göteborg deutlich, will seine Ausnahmestellung unter den Kompaktvans verteidigen. Alle Modelle verfügen über das sogenannte Flex-7-Sitzsystem, bei dem sich die dritte Sitzreihe komplett im Fahrzeugboden versenken lässt. So lässt sich das Auto mit wenigen Handgriffen vom Sieben- zum Zweisitzer und allen möglichen Variationen dazwischen verwandeln. Das Ladevolumen kann damit von 140 (Siebensitzer) über 645 (Fünfsitzer) auf maximal 1820 Liter erweitert werden. "Das schafft kein anderes Modell in dieser Klasse", lobt Scharf die Arbeit seiner Entwickler.
Innenraumgröße und Flexibilität waren schon die Stärken des bisherigen Zafira. Diesmal ging es vor allem um "eine Steigerung der wahrgenommenen Qualität", wie Scharf es ausdrückt. Also wurde besonderer Wert gelegt auf angenehm gestaltete Oberflächen, exakte Passungen, problemlose Bedienung und kleine Aufmerksamkeitserreger, wie etwa den U-förmigen Handbremshebel, der die Mittelkonsole umrahmt oder das formschöne Dreispeichenlenkrad. Opel meint es ernst mit der "Keine Kompromisse"-Strategie, wenn es um Qualität geht - diesen Eindruck jedenfalls vermittelt die erste Begegnung mit dem neuen Zafira.
Dazu gehört auch die ordentliche Serienausstattung. Sechs Airbags, ABS, ESP, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Tempomat, zweifach verstellbare Lenksäule, elektrohydraulische Servolenkung, Zentralverriegelung, Wärmeschutzverglasung und das bereits erwähnte Flex-7-Sitzsystem gehören zum Standard. Innerhalb der vier Ausstattungslinien lässt sich aber noch einiges dazu bestellen, etwa Kurvenlicht (Aufpreis 1150 Euro), Nebelscheinwerfer (Aufpreis 170 Euro), Sportfahrwerk (Aufpreis 220 Euro) oder ein vierteiliges Panoramaglasdach mit fünf integrierten Dachablagefächern über die komplette Fahrzeuglänge (Aufpreis 1200 Euro). Der günstigste Zafira, das Modell mit dem 105-PS-Benziner, kostet übrigens 19.990 Euro.
| Hersteller: | Opel |
|---|---|
| Typ: | Zafira |
| Karosserie: | Van/Kleinbus/Großraumlimousine |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 1.910 ccm |
| Leistung PS: | 120 PS |
| Leistung kW: | 88 kW |
| Drehmoment: | 280 Nm |
| Von 0 auf 100: | 12,6 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 186 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,1 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 162 g/km |
| Kraftstoff: | Diesel |
| Kofferraum: | 140 Liter |
| umgebaut: | 1.820 Liter |
| Preis: | 23.095 € |
Zur soliden Ausstrahlung des Wagens trägt auch das satte Fahrgefühl bei. Insbesondere Lenkung und Fahrwerk überzeugten bei den ersten Testfahrten, zu denen Opel nach Südschweden geladen hatte. Aus der breiten Motorenpalette, die zum Verkaufsstart aus vier Benzinern und drei Dieselaggregaten (alle serienmäßig mit Rußpartikelfilter ausgerüstet) mit einem Leistungsspektrum von 100 bis 200 PS (74 bis 147 kW) bestehen wird, standen allerdings lediglich drei Varianten zum Ausprobieren bereit. Während schon der 1,9-Liter-Selbstzünder mit 120 PS rundum respektable Fahrleistungen abliefert, trumpft der mit 150 PS stärkste Diesel erwartungsgemäß richtig auf. Das liegt an seinem ruhigeren Lauf, den die Vierventiltechnik ermöglicht, und an dem satteren Drehmoment von 320 Newtonmetern (im Vergleich zu 280 Newtonmetern beim Modell mit 120 PS).
Aus der Benzinerpalette stand lediglich der 200 PS starke Vierzylinder mit Turbolader zur Verfügung, der den Zafira 222 km/h schnell macht und sich vielleicht als sportliches Aushängeschild ganz gut macht, im realen Kompaktvan-Leben jedoch überflüssig ist. Warum sollte man einen hoch bauenden, rundum vernünftigen Familienwagen mit rennsportlichem Ehrgeiz bewegen? Obwohl eine überzeugende Antwort auf die Frage aussteht, will es die Marke mit dem Blitz demnächst noch mehr krachen lassen. Im Herbst soll der Zafira OPC vorgestellt werden, ein Kompaktvan mit 240 PS Leistung und 231 km/h Höchstgeschwindigkeit. Chefingenieur Scharf freut sich schon: "Das ist dann der schnellste, siebensitzige Kompaktvan der Welt." Ganz gleich, wie sinnvoll so ein Auto sein mag: Es ist ein starkes Lebenszeichen - von Opel und aus Bochum.