Peugeot 206 CC Chapeau Klapp
Leider etwas spät. Ausgerechnet ein deutscher Autobauer hat das automobile Kulturgut der Franzosen schon vor vier Jahren erfolgreich adaptiert. Seit 1996 sorgt der SLK-Roadster von Mercedes-Benz mit seinem Vario-Dach für staunende Blicke. Und mit dem neuen SL-Roadster bringen die Stuttgarter im Oktober nächsten Jahres bereits die zweite Version mit der faltbaren Allwetter-Haube.
Die Franzosen sehen sich mit ihrem 206-Coupé-Cabriolet dennoch weit vorne. "Unser Auto ist nur halb so teuer und hat zwei Sitze mehr", sagt Peugeots oberster Öffentlichkeitsarbeiter Corrado Provera. Und er lässt sich noch schneller öffnen als der schwäbische Roadster. Gerade mal 20 Sekunden vergehen, bis das gelenkige Hard-Top im Heck verschwunden ist, weitere acht Sekunden brauchen die Seitenscheiben zum Herunterfahren. Auf Knopfdruck entsteht so aus dem etwas unförmigen Coupé ein formvollendetes Cabrio.
Das gewichtigere Argument des französischen Verwandlungskünstlers ist allerdings tatsächlich der günstige Einstiegspreis. Schon ab 33.400 Mark wird der 206 CC ab Januar 2001 auf dem deutschen Markt zu haben sein. Im SLK darf man erst ab 60.000 Mark aufs Knöpfchen drücken.
Dagegen kann der Einwand mit den zusätzlichen Sitzgelegenheiten nur bedingt überzeugen. Denn hinter den sportlich konturierten Front-Sesseln finden maximal (richtig kleine) Kinder genügend Beinfreiheit. Für die Familie jedoch ist der 206 CC nicht wirklich gebaut worden. Dann schon eher für die Lifestyle-Fraktion, die beim Autokauf und -fahren ohnehin mehr von emotionalen als rationalen Motiven geleitet wird.
Und die werden beim 206 CC voll befriedigt. Das sportliche Styling des 206 hatte bereits der Limousine in weniger als 18 Monaten zur Millionenauflage verholfen. Ohne Dach sieht der kleine Gallier jetzt noch schnittiger aus. Und weil nun jeder reingucken kann, wurde auch das Interieur mit Sportlenkrad und -sitzen, Aluminium-Schaltknauf und zweifarbigen Polstern aufgepeppt. Beim Ein- und Aussteigen sollte man jedoch die weit in den Innenraum ragende A-Säule im Auge behalten. Sie dient als Überrollbügel und soll die Insassen bei einem Überschlag-Unfall schützen.
Nichts zu mäkeln gibt's beim Antrieb. Sowohl das Basismodell mit 1,6-Liter-Motor (109 PS / 80 kW) als auch das 2-Liter-Topmodell (136 PS / 100 kW) sind fahrfreudige Spaßmacher. Wobei der Stärkere der beiden naturgemäß etwas frecher und bissiger auf Touren kommt. Für das Flanieren über Land reicht jedoch die kleine Maschine vollkommen.
Außerdem zeigt sie bei der nicht sonderlich verwindungssteifen Karosserie das kultiviertere Fahrverhalten. Beiden gemeinsam ist das gute Fahrwerk, das auf der sportlichen 206-S16-Limousine basiert, jedoch für die CC-Version etwas mehr auf Komfort getrimmt wurde.
Wer im nächsten Jahr allerdings nicht zuerst die Wintertauglichkeit des Peugeot 206 CC testen will, sollte sich beeilen. In der Saarbrücker Zentrale des deutschen Importeurs liegen schon jetzt 5000 feste Bestellungen vor, und insgesamt 20.000 Kunden "hätten bereits massives Interesse" bekundet.
Für 2001 ist in Deutschland aber nur ein Absatz von 12.000 Fahrzeugen geplant.
| Hersteller: | Peugeot |
|---|---|
| Typ: | 206 CC |
| Karosserie: | Cabrio/Roadster |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.587 ccm |
| Leistung PS: | 109 PS |
| Leistung kW: | 80 kW |
| Drehmoment: | 147 Nm |
| Von 0 auf 100: | 11,2 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 193 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 7 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 166 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 175 Liter |
| umgebaut: | 410 Liter |
| Preis: | 17.077 € |