Peugeot 307 CC: Große Klappe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Peugeot 307 CC Große Klappe

Mit dem viersitzigen Cabriolet, das sich per klappbarem Stahldach in ein Coupé verwandeln lässt, fährt Peugeot die fünfte Karosserievariante der 307-Baureihe vor. Selbstbewusst reklamieren die Franzosen das attraktivste Angebot in der Kompaktklasse für sich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Neue Konkurrenten wie der VW Golf flößen uns keinen Respekt ein", sagt Oliver Veyrier, Geschäftsführer der Peugeot Deutschland GmbH. Die Statistik stützt sein solides Selbstbewusstsein. Seit die Franzosen das Modell 307 im Sommer vor zwei Jahren auf den Markt brachten, wurden in Deutschland mehr als 75.000 Autos verkauft. Damit ist der Peugeot 307 hier zu Lande das erfolgreichste Import-Kompaktauto.

Veyrier ist hoffnungsfroh, dass das so bleibt: "Durch neue Modelle wie den VW Golf oder den Opel Astra wird das Segment belebt. Wir wollen jedenfalls die Verkaufszahlen des Modells noch steigern." Dazu beitragen sollen neue Motorvarianten, das serienmäßig installierte ESP, das Angebot zweier Dieselaggregate mit Rußfilter und vor allem das neue Coupé-Cabrio 307 CC, das nach Einschätzung Veyriers im kommenden Jahr rund 10.000-mal in Deutschland verkauft werden wird.

Um die Attraktivität des Autos möglichst lange hoch zu halten, überlegen die Franzosen, ob der offene Wagen demnächst auch mit einem Dieselmotor ausgestattet werden sollte. Vorerst ist das aber noch nicht der Fall. Zwei Benziner stehen zur Wahl, und wir entschieden uns für diesen Beitrag für den schwächeren der beiden Zweiliter-Motoren.

Obwohl - der Motor interessiert bei diesem Auto nur in zweiter Linie. Viel wichtiger ist die Frage: Wie funktioniert das automatische Klappdach? Antwort: tadellos. Alles was der Fahrer zu tun hat, ist, an einem kleinen Hebel zwischen den Vordersitzen zu ziehen. Sogleich setzt der Simsalabim-Effekt ein. Die Seitenscheiben gleiten nach unten, das Dach wird entriegelt, die Kofferraumklappe öffnet sich, das Dachmodul und die Heckscheibe falten sich zusammen und klappen unter den Kofferraumdeckel, der sich prompt wieder schließt. Voilà - binnen 25 Sekunden wird aus dem Coupé ein Cabrio 307 CC oder umgekehrt.

Hersteller:Peugeot
Typ:307 CC
Karosserie:Cabrio/Roadster
Motor:Vierzylinder-Benziner
Hubraum:1.997 ccm
Leistung PS:136 PS
Leistung kW:100 kW
Drehmoment:190 Nm
Von 0 auf 100:12 Sek.
Höchstgeschw.:207 km/h
Verbrauch (ECE):8,2 Liter
CO2-Ausstoß:194 g/km
Kofferraum:204 Liter
umgebaut:350 Liter
Versicherung (HP):15 €
Versicherung (TK):35 €
Versicherung (VK):21 €
Preis:24.500 €

Peugeot rühmt sich, mit dem 307cc das erste viersitzige Cabriolet mit Metall-Klappdach anzubieten, und tatsächlich ist der Wagen etwas rascher auf dem Markt (seit 25. Oktober) als das vom Konzept identische Renault Mégane Coupé-Cabriolet. Die optischen Präferenzen werden wohl entscheiden, welches der beiden Modelle besser einschlägt. Der Peugeot fällt vor allem durch seine riesigen Frontscheinwerfer und seine Rücklichter auf, die hinter einer auffälligen Lochmaske hervorstrahlen. In der Seitenansicht wirkt das Auto sehr gestreckt, besonders auf Grund der extrem flach gestellten Front- und Heckscheibe. Ein kleines Gimmick am Heck: Um den Kofferraum zu entriegeln, muss ein "unsichtbarer" Knopf in der Null des Typenschildes 307 gedrückt werden.

Im Innenraum geht es vorne recht geräumig, auf den hinteren Sitzen jedoch beengt zu. Vor allem die Kopffreiheit im Fond ist für Erwachsene zu gering. Bequem sitzt man hier nur bei geöffnetem Dach. Dann allerdings schrumpft das Kofferraumvolumen von 350 auf 204 Liter - den Rest benötigt die gefaltete Dachkonstruktion.

Bei unserer Testfahrt auch über Kopfsteinpflaster-Straßen blieb der Wagen erfreulich knister- und knarzfrei. Das spricht für die ordentliche Karosseriesteifigkeit. Und was die Motorleistung betrifft: Auch im Basismodell mit 136 PS (100 kW) kam in keiner Situation der Wunsch nach mehr Motorkraft auf. Der Wagen ist durchaus harmonisch motorisiert. Allerdings meldete der Bordcomputer erschreckende 11,7 Liter Durchschnittsverbrauch, und das bei moderater Fahrweise.

Zur Sicherheitsausstattung des Modells gehören vier Airbags, ABS, ESP, ein Halswirbelschutzsystem für Fahrer und Beifahrer sowie vier Dreipunktgurte. Im offenen Zustand schützen verstärkte A-Säulen und als ausfahrbare Überrollbügel konzipierte Heckkopfstützen die Passagiere. Peugeot ist bemüht, den 307 CC möglichst umfangreich auszustatten. Klimaanlage, Regensensor, Nebelscheinwerfer, Musikanlage, Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Wärmeschutzverglasung, Leichtmetallfelgen, Lederlenkrad und Zentralverriegelung gehören zum Standardumfang. Aufpreispflichtig sind Lederausstattung (1500 Euro), Alarmanlage (300 Euro) und Metallic-Lackierung (400 Euro).