Peugeot 807: Vive l'Égalité - DER SPIEGEL
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Peugeot 807 Vive l'Égalité

Der französische Hersteller Peugeot setzt die Revolutionsideale Liberté, Égalité, Fraternité im Automobilbau um. "In unserem Van wird keiner benachteiligt. Alle Sitze bieten gleich guten Komfort", sagt Generaldirektor Frédéric Saint-Geours. Es gibt allerdings nach wie vor nur ein Lenkrad.
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Getrennte Klimaregelung für die vorderen und hinteren Plätze, 16 Lichtquellen, 58 Ablagefächer und Fensterairbags, die bis in die dritte Sitzreihe reichen - Komfort, Helligkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit sind im neuen Peugeot 807 im ganzen Innenraum so brüderlich verteilt wie in noch keinem Van zuvor. "Wer sich eine Großraumlimousine kauft, der legt genau auf diese Dinge Wert", sagt Olivier Veyrier, Deutschland-Direktor von Peugeot. Entsprechend haben sich die Franzosen bemüht, ihr neues Familienauto so großzügig und praktisch wie möglich zu gestalten.

Die meisten Details teilt sich der Wagen mit den anderen Modellen des Eurovan-Quartetts, das aus den PSA-Modellen Peugeot 807 und Citroën C8 sowie den italienischen Varianten Fiat Ulysse und Lancia Phedra besteht. Gebaut werden sämtliche Fahrzeuge im Peugeot-Werk Sevelnord an der Grenze zu Belgien. Das Auto wurde von Peugeot entwickelt und auch sämtliche Motoren liefern die Franzosen. Der Fiat-Konzern wiederum baut das gemeinsame Nutzfahrzeug dieser französisch-italienischen Kooperation, die 1978 begann und seit 1994 mit dem Eurovan im Pkw-Bereich präsent war.

Nun also folgt die zweite Auflage. Unterscheiden lassen sich die vier Vans am besten von vorne oder von hinten, denn dort durften die Designer der einzelnen Marken ihre Akzente setzen. Beim Peugeot 807 bedeutet das: schnittige Frontpartie mit großen, Football-förmigen Klarglas-Schweinwerfern und ein unscheinbares Heck (zu dem etwa der Lancia Phedra im Vergleich richtig flott aussieht).

Alle vier Modelle werden im September zu den Händlern kommen . Der 807 mit drei Benzinmotoren, darunter ein V6-Aggregat mit 204 PS (150 kW), und zwei Dieselmaschinen, die jeweils mit Rußpartikelfilter gekoppelt sind.

Bei der Vorstellung des Fahrzeugs in der Normandie fuhren wir mit dem stärkeren der beiden Dieselmotoren, dem 2,2-Liter-HDi mit Direkteinspritzung, Turbolader und Ladeluftkühlung. Die Leistung des Selbstzünders von 128 PS (94 kW) passt sehr gut zum Auto.

Mit dem Wagen kommt man zügig und souverän voran. Allerdings beginnt die Maschine bei Drehzahlen jenseits der 3000er Marke deutlich zu grummeln. Und besonders sparsam ist der Motor auch nicht: Statt der von Peugeot angegebenen 7,4 Liter errechnete der Bordcomputer nach unserer Fahrt einen Durchschnitt von 9,1 Liter. Und das ohne besondere Beladung oder spritfressende Tempobolzerei.

Die Vorzüge des neuen 807 liegen eindeutig in seinem gutmütigen, komfortablen Fahrverhalten und in seiner hohen Alltagstauglichkeit. Den Eintritt zum Fond eröffnen große Schiebetüren auf beiden Seiten, die sich auf Wunsch - und gegen Aufpreis - auch per Knopfdruck öffnen lassen.

Serienmäßig wird der Wagen mit fünf Einzelsitzen ausgeliefert. Es können aber bis zu acht Sitzplätze installiert werden - oder aber man nutzt den Wagen als Zweisitzer mit enormem Laderaum. Zwischen diesen beiden Extrem-Konfigurationen können Dutzende von Sitzanordnungen realisiert werden. Dazu sind nur einige Handgriffe nötig und ein wenig Muskelkraft: Rund 18 Kilogramm wiegt ein Sitz.

Der Innenraum ist recht wohnlich geraten. Bei der Armaturentafel haben sich die Designer etwas Besonderes einfallen lassen, denn der obere Teil wölbt sich wie eine lang gestreckte Brücke über den Sockel. Dazwischen, quasi als Brückenpfeiler, sitzen die zentral angeordneten drei Rundinstrumente. Die Ziffernblätter bestehen aus halbtransparentem hellgrünen Kunststoff, hinter denen sich feuerrote Zeiger bewegen. Das sieht modern und cool aus - und wenn man genau hinsieht, dann leider auch sehr nach Plastik.

Man würde dies gar nicht erwähnen, hätte nicht Monsieur Saint-Geours erklärt, mit dem 807 stoße Peugeot in das Segment der Luxus-Vans vor. Doch um die Atmosphäre eines Oberklasse-Autos zu erzielen, müssten ein paar Knöpfe, Ablagen und Oberflächen im Innenraum schon noch etwas feiner gestaltet werden.

Hersteller:Peugeot
Typ:807 2,2 HDi
Karosserie:Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor:Vierzylinder- Turbodiesel
Hubraum:2.179 ccm
Leistung PS:128 PS
Leistung kW:94 kW
Drehmoment:314 Nm
Von 0 auf 100:13,6 Sek.
Höchstgeschw.:182 km/h
Verbrauch (ECE):7,4 Liter
CO2-Ausstoß:196 g/km
Kofferraum:324 Liter
umgebaut:2.948 Liter
Preis:27.150 €

Doch das sind Kleinigkeiten. Der neue Eurovan - in diesem Fall die Version von Peugeot - ist ein sehr ordentliches Familienauto geworden. Äußerst alltagsgerecht und vernünftig motorisiert, bereits in der Basisversion gut ausgestattet (Serie sind zum Beispiel ABS, ESP, Vorhangairbags, CD-Radio) und mit einigen cleveren Details.

In diesem Jahr möchte Peugeot noch 1500 Modelle des neuen 807 in Deutschland verkaufen. 2003 sollen es dann 5000 Exemplare werden. Knapp drei Viertel dieser Autos, so die Prognose, wird mit einem Dieselmotor ausgeliefert werden. Künftig wird das Selbstzünder-Angebot noch weiter ausgebaut. Gemeinsam mit dem Ford-Konzern entwickelt PSA einen V6-Dieselmotor. Auch hier verfolgt Peugeot das Prinzip des brüderlichen Teilens: Ein Motor soll mehrere Manager und viele Kunden von einem halben Dutzend Marken mobil und zufrieden machen.