Porsche 911 Turbo Hohe Atemfrequenz
Diesen Anspruch erhebt der Wagen, der ab Frühsommer in den Verkauf kommen soll, bereits optisch: Mächtige, dunkel verkleidete Lufteinlässe an der Front und an den Seiten zeugen von der hohen Atemfrequenz des Triebwerks im Heck. Um den Eindruck von Geschwindigkeit weiter zu verstärken, wurden die Scheinwerfer neu gestaltet und sehen jetzt viel aggressiver aus als im normalen 911er. Zudem sind die Kotflügel aufgeplustert, um die wuchtigen, 18-Zoll-Aluminiumräder aufzunehmen, und schließlich thront auf der Motorklappe ein neu entwickelter Flügelspoiler.
Durch solche Design-Elemente suggeriert der neue Turbo schon äußerlich eine besondere Leistung. Einlösen soll dieses Versprechen ein neues Boxer-Ensemble, das, bestehend aus sechs Zylindern, 24 Ventilen, zwei Abgas-Turboladern und zwei Ladeluftkühlern, einen wummernden Sound und eine kolossale Kraft entfaltet. Aus 3,6 Liter Hubraum kitzelt der Treibsatz 420 PS (309 kW), das maximale Drehmoment von 560 Nm liegt bereits bei 2700 Umdrehungen pro Minute an. In Verbindung mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe jagt der Wagen in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 305 km/h kein anderer Porsche ist so schnell.
Erstmals bieten die Schwaben für ihren Turbo auch die Tiptronic S an, ein Fünfgang-Automatikgetriebe, das sich je nach Fahrsituation auch über Wipptasten im Lenkrad manuell bedienen lässt. Formel-1-Feeling in einem Porsche-Cockpit muss also kein Traum bleiben. Beim Turbo werden wie beim Carrera 4 alle Räder angetrieben, was erheblich zur beachtlichen Straßenlage beiträgt. Um den Wagen im Grenzbereich im Zaum zu halten, ist das Porsche Stability Management (PSM) installiert, das den Wagen bei Bedarf durch Eingriffe ins Motormanagement oder ins Bremssystem in der Spur hält.
Überhaupt spielt Elektronik auch im Turbo Kraftmeier-Image und Puristen-Klage hin oder her eine dominante Rolle. Die Klimaanlage arbeitet automatisch, ein Klangpaket sorgt für gepflegten Innenraum-Sound, die Sitze sind elektrisch verstellbar, Kofferraum und Motordeckel lassen sich elektrisch entriegeln und es gibt einen Bordcomputer.
Der Rechner zeigt übrigens auch beispielhaft, dass der von Porsche angegebene Durchschnittsverbrauch von 12,9 Litern je 100 Kilometer nur theoretischen Wert hat. Testfahrer berichten von Werten über 20 Liter, die der Computer als durchschnittlichen Verbrauchswert anzeigte. Turbo-Fans, die knapp eine Viertelmillion Mark in ihren Traum vom Fliegen investiert haben, dürfte das kaum schrecken. Alle übrigen Autofahrer können so wenigstens an der Tankstelle einen Turbo-Auftritt mit einem überlegenen Lächeln quittieren.