Porsche 924: Traditionen über Bord - DER SPIEGEL
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Porsche 924 Traditionen über Bord

Das Auto trug einen Vierzylindermotor unter der Haube und der war auch noch wassergekühlt. Für Porsche-Puristen war das beinahe schon Hochverrat, doch für das Unternehmen in Zuffenhausen begann vor 25 Jahren ein Verkaufshit namens 924.
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Mal abgesehen vom Klassiker 911 hat kein anderer Porsche derartige Verkaufszahlen erreicht wie der 924. Von dem Auto und seinen späteren Ableitungen wurden insgesamt 325.000 Exemplare gebaut und verkauft. Am Anfang stand ein Auftrag von Volkswagen: Die Wolfsburger gaben im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach einen Sportwagen in Transaxle-Bauweise in Auftrag, also ein Fahrzeug, dessen Motor vorne untergebracht, das Getriebe jedoch an der angetriebenen Hinterachse installiert war.

Als der Wagen fertig war, kniff VW. Die Ölkrise von 1973 sowie firmeninterne Gründe ließen den damaligen Vorstandschef Rudolf Leiding das Projekt auf Eis legen ­ in dieser Situation kaufte Porsche das Projekt zurück. Und plötzlich hatten die Zuffenhausener ein Auto im Programm, das mit beinahe allen Haustraditionen brach. Doch der kleine Porsche fand schnell Liebhaber: Sein Vierzylindermotor leistete 125 PS (92 kW), beschleunigte den gut eine Tonne schweren Wagen in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer und ermöglichte ein Spitzentempo von mehr als 200 Stundenkilometern.

Außerdem hatten die Entwickler dem Wagen einige nette Details mitgegeben: Die Frontpartie war sehr glatt und flächig gestaltet, damit auch die Scheinwerfer den makellosen Eindruck nicht störten, waren sie unter Klappen verborgen. Am Heck fiel die mächtige Glasscheibenhaube auf, die zugleich Kofferraumklappe und Rückscheibe war. Insgesamt wirkte das Design des 924, als sei der Wagen gerade frisch gebügelt.

Doch der Kundschaft gefiel der kantenlose Typ, der aus Kapazitätsgründen im Audi-Werk Neckarsulm produziert wurde und deshalb von Spöttern als Audi-Porsche geschmäht wurde. 1978, drei Jahre nach der Premiere des 924, schoben die Schwaben eine Turboversion nach, deren Zweiliter-Vierzylindermotor 170 PS (125 kW) Leistung bot. Später kamen noch zwei weitere Ableitungen des 924 dazu, die die Vierzylinder-Familie bei Porsche vergrößerten: Einmal war dies der 944 mit 2,5-Liter-Triebwerk, das 163 PS (120 kW) leistete und in seiner Turbo-Version schließlich 250 PS (184 kW) mobilisierte. Den Schlusspunkt der Vierzylinder-Sportwagen bei Porsche setzte das Modell 968 mit einem Dreiliter-Motor mit 240 PS (177 kW) und patentierter Einlassnockenwellen-Verstellung (Variocam). Als der Boxster kam, schlug allerdings auch dem 968 die letzte Produktionsstunde.