Porsche Boxster S: Alles beim Alten - DER SPIEGEL
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Porsche Boxster S Alles beim Alten

Ein Porsche ist ein Porsche ist ein Porsche. Seit 1996 ist das Einsteiger-Modell Boxster auf dem Markt. Jetzt geht die zweite Generation an den Start. Optisch und technisch nahezu unverändert.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Tatsächlich hat der Einsteiger-Porsche neue Käuferschichten erschlossen und nachweisbar zum unternehmerischen Steilflug der Zuffenhausener beigetragen. Schon zwei Jahre nach der Markteinführung kletterte die Produktionszahl auf über 20.000 Einheiten. Und theoretisch hätte sich das Facelift erübrigt. Denn auch nach knapp sechs Jahren wurde diese Zahl bis heute nicht unterschritten.

Entsprechend behutsam fiel die stilistische Überarbeitung der zweiten Generation aus. Nur der Kennerblick sieht ein leicht modifiziertes Bugteil mit veränderten Lufteinlässen sowie in Wagenfarbe lackierte Lamellen des Lüftungs-Lochs.

Mehr ins Auge fällt da schon der besser der Karosserieform angepasste Heckspoiler, der wie gehabt bei 120 km/h automatisch ausfährt und den Auftrieb an der Hinterachse reduziert. Unterstützt wird dieser Effekt im geschlossenen Zustand durch eine zusätzliche, vierten Strebe unterm Stoffverdeck. Die Kapuze fällt jetzt etwas stärker zum Heckdeckel hin ab und sorgt so für eine bessere Anströmung des Spoilers.

Echte wesentliche Neuheit ist jedoch die beheizbare Heckscheibe aus Glas, die die bisherige Kunststoff-Scheibe ersetzt. Welche der beiden neuen Boxster-Modelle gerade an einem vorbei gezogen sind, lässt sich von hinten leicht am mittig platzierten ovalen Auspuffendrohr erkennen. Waren es zwei Rohre, war's die stärkere Variante Boxster S.

Auch im Innenraum findet man sich, weil bekannt, schnell zurecht: Schlüssel links, Kombitafel mit drei Rundinstrumenten mittig, Fünf- (Boxster) oder Sechsgangschaltung (Boxster S) (gegen Aufpreis auch Tiptronic-Automatik) rechts. Und doch haben die Ingenieure dem schmal geschnittenen Innenraum einen ausklappbaren Cupholder in der Mittelkonsole sowie ein 5-Liter-Handschuhfach abgerungen, in das sogar ein Straßenatlas passt.

Hersteller:Porsche
Typ:Boxster S
Karosserie:Cabrio/Roadster
Motor:Sechszylinder-Benziner-Boxer
Hubraum:3.179 ccm
Leistung PS:260 PS
Leistung kW:191 kW
Drehmoment:310 Nm
Von 0 auf 100:5,7 Sek.
Höchstgeschw.:264 km/h
Verbrauch (ECE):11,1 Liter
CO2-Ausstoß:263 g/km
Kofferraum:260 Liter
Preis:49.764 €

Die Sitze sind wie gewohnt tief und passgenau geschnitten und serienmäßig mit Alcantara auf der Mittelbahn bezogen. Gegen Aufpreis sind sie auch vollelektrisch mit Memory-Funktion zu bekommen. Ebenfalls zur "Individualausstattung" gehört das neue PCM-System (Porsche Communication Management) mit 16:9-Bildschirm, das Doppelradiotuner, CD-Player, Bordcomputer, dynamische Navigation sowie Telefon enthält.

Was einen Porsche jedoch erst zu einem Porsche macht, ist die Leistung. Und auch daran hat sich nicht viel getan. Beide Boxster-Modelle bieten jetzt acht PS mehr. Der 2,7-Liter-Sechszylinder leistet jetzt 168 kW (228 PS), der 3,2-Liter-Motor des Boxster S entwickelt 191 kW (260 PS). Damit sprinten die beiden Autos jeweils zwei Zehntel schneller aus dem Stand an die 100 km/h-Marke. Der Boxster braucht dazu 6,4 Sekunden, der Boxster S hat sie schon nach 5,7 Sekunden erreicht. Dennoch verspricht Porsche, die Verbrauchswerte um zwei Prozent verbessert und die Abgasqualität auf D4-Norm gedrückt zu haben.

Subjektiv ist von diesen, mit viel technischem Aufwand verbundenen, Verbesserungen kaum was zu spüren. Nach wie vor überzeugt der Boxer-Motor mit gutem Ansprechverhalten und gleichmäßiger Leistungsentfaltung.

Das Mittelmotor-Konzept und die direkte und zielgenaue Lenkung vermitteln ein ausgezeichnetes Handling. Sowohl beim Spurwechsel, plötzlichem Gaswegnehmen oder in schnell gefahrenen Kurven zeigt der Porsche-Roadster ein außerordentlich gutmütiges Verhalten - und lässt schnell vergessen, das der elektronische Fahrstabilisator PSM (Porsche Stability Management, vergleichbar dem ESP) nur gegen Aufpreis zu bekommen ist.

Und last but not least ließen die Zuffenhausener auch bei der Preisgestaltung der Neuen alles beim Alten. Der Basis-Boxster kostet unveränderte 42.108 Euro, der Boxster S wird für 49.764 Euro ab Werk geliefert.