Post aus Paris Kleines Auto, große Show
Am Rand von Halle 1, platziert zwischen BMW, Landrover und General Motors, hat der neue Mini sein Messeterrain abgesteckt. Vier Minis, bunt wie Smarties, sind auf dem Stand vor Garagen aus nacktem Beton aufgereiht. Dahinter stehen riesige Luftballons in Mini-Form.
Bei einem der Modelle lässt sich per Knopfdruck die Beleuchtung im Innern des Autoballons so variieren, dass der Mini wahlweise in rot, orange, grün oder gelb leuchtet. Dem Mini-Luftikus nebenan können Besucher in die Flanke boxen oder auf den Kotflügel oder den Kühlergrill. Sofort blähen sich durch die halbtransparente Ballonhaut gut sichtbar - im "Auto" die Airbags auf.
Und davon gibt es einige im neuen Mini Cooper. Schließlich will BMW mit dem 3,60 Meter langen Auto den, so das derzeitige Lieblingswort der BMW-Manager, "Premiumbereich" in der Klasse der Kleinwagen besetzen.
Das Spiel mit den Farben heißt "Faconne-moi" (Zieh' mich an), der Airbagspaß ist mit "Protège-moi" (Schütze mich) überschrieben. In der Abteilung "Conduis-moi" (Fahr' mich) kann man auf einem Fahrsimulatur durch eine Stadt brettern und schließlich unter dem Motto "Eblouis-moi" (Erlebe mich) eine Postkarte ausdrucken, die den Messebesucher am Steuer eines neuen Mini zeigt.
Der Mini, das wird auf jedem Quadratmeter des Standes deutlich, soll von Beginn an den Kultstatus seines Vorgängers erreichen und am besten noch übertreffen. Marketingziel Popstar.
Deshalb hat ein Discjockey sein Pult hier aufgebaut, deshalb schwirren viele Leute in kanarienvogelgelben Poloshirts mit der Aufschrift Mini über den Stand, deshalb gibt es Computerterminals, an denen die Besucher kurze Videoclips basteln und per E-Mail verschicken können.
Alles ist hip wenn diese Botschaft rüberkommt, so das Kalkül der Mini-Marketing-Menschen, dann bleibt auch am rundgelutschten Design des neuen Autos etwas haften. Bilder wie jenes von Frankreichs Präsidenten Jacques Chirac, der sich zur Seitenscheibe hinabbeugt um ins Innere des Autos zu blicken, transportieren schon jetzt, gut neun Monate bevor der erste Wagen auf die Straße kommt, das nötige Image.
Die Werbemaschinerie für den kleinen, der so große Bedeutung für die BMW-Group hat, läuft wie geschmiert. Ab November auch in Zusammenarbeit mit dem Musiksender MTV. Ein Auto als Popstar zum Preis von rund 1000 CDs.