Rallye Paris-Dakar: Kampf gegen die Wüste - DER SPIEGEL
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Rallye Paris-Dakar Kampf gegen die Wüste

BMW plant den Hattrick. Zum dritten Mal in Folge wollen die Münchner mit ihrem Motorrad-Team die berühmt-berüchtigte Wüstenrallye Paris-Dakar gewinnen. Diesmal sollen Boxerbikes durch den Sand pflügen.
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Für die Beteiligten am Unternehmen Paris-Dakar wird es - wie stets - eine recht trockene Silvesternacht. Am Morgen des 1. Januar wird die Rallye in Paris auf dem Champ-de-Mars unter dem Eiffelturm gestartet. Drei Wochen später, am 21. Januar, endet das härteste Langstreckenrennen der Welt am Lac Rose in Dakar, der Hauptstadt des Senegal. Dazwischen liegen rund 10.000 Kilometer durch Frankreich, Spanien, das Atlasgebirge in Marokko, die Sahara in Mauretanien und Mali und schließlich den Senegal.

Rallye-Chef Hubert Auriol will bei der jetzt anstehenden 23. Auflage des Rennens den zuletzt immensen Aufwand an Begleitpersonal und Material zurückschrauben. Eingeflogen werden dürfen Mechaniker beispielsweise nur noch zu drei Etappenzielen, ansonsten müssen die Servicefahrzeuge die Versorgung mit Ersatzteilen sicherstellen.

Es wird vier Marathon-Etappen geben in der Abgeschiedenheit der Wüste, ohne Roadbook. Doch das dürfte angesichts der satellitengestützten Navigationssysteme, mit denen die Rennfahrzeuge ausgerüstet sind, ein eher kleines Handicap darstellen.

"Natürlich möchten wir zum dritten Mal hintereinander gewinnen", sagt BMW-Motorradsportchef Berti Hauser. Bewerkstelligen soll den Sieg für das Team BMW Motorrad Gauloises einer der vier Fahrer: Juan Roma (Spanien), Cyril Despres (Frankreich), Jimmy Lewis (USA) und John Deacon (Großbritannien); in der Frauenwertung rechnet sich Andrea Mayer aus Kaufbeuren auf einer BMW F 650 RR Chancen aus. Sie gewann diese Wertung bereits 1996 und 1999.

Die Männer treten allesamt auf den Boxermaschinen R 900 RR an. Aufgebaut wurden die Bikes von der Firma HPN Motorradtechnik im niederbayerischen Seibersdorf, das Motortuning erledigte Helmut Mader aus Erding. Den Rest steuerten die Ingenieure von BMW bei, so zum Beispiel eine Titanfeder im Federbein (Gewichtsersparnis 1,3 Kilogramm) und ein Hinterachsgehäuse aus Magnesium (Gewichtsersparnis 1 Kilogramm).

Nun bringen die Boxerbikes 190 Kilogramm auf die Waage und ihre 900-Kubik-Zweizylindermotoren leisten 90 PS (67 kW). Die Kraft wird über Spezialreifen von Michelin auf Schotter und Sand übertragen; diese Pneus sind mit einem Kunststoffschaum gefüllt, um Pannen durch einen Plattfuß zu vermeiden. Auch die Tanks der Maschinen sind nicht ganz serienmäßig. Der Haupttank fasst 34 Liter, der Tank unter der Sitzbank 10 Liter, die Hecktanks links und rechts noch einmal 6 und 4 Liter. Macht insgesamt 54 Liter Treibstoff, um notfalls auch über Umwege das Biwak für die Nachtruhe zu erreichen.

Doch die Technik ist nur ein Aspekt bei der Rallye Paris-Dakar. Hubert Auriol, der 1981 und 1983 die Rallye auf BMW gewann und sie nun organisiert, sagt: "Du musst nicht nur den Gegner besiegen, sondern vor allem den Kampf gegen die Wüste gewinnen mit allem, was dazu gehört - die Piste, den Wind, die Hitze und den Sand."