Range Rover Gentleman fürs Gelände
Und das ist nicht wenig. Der neue Range Rover ist ein in jeder Beziehung überragender Geländewagen - sowohl was Optik, Fahreigenschaften, Technik und Komfort, aber auch die Kosten betrifft.
Schon äußerlich ist der Wagen eine stattliche Erscheinung, der seiner klassischen Linie treu bleibt. Nach wie vor stemmt sich der 2,5 Tonnen schwere Luxus-Offroader mit massiver, senkrecht aufragende Front- und Seitenpartie sowie einem cW-Wert von 0,38 gegen den Fahrtwind. Die rechteckige Karosserie-Grafik mit ihrem Winkelspiel aus horizontalen und vertikalen Linien, lässt auch bei der dritten Generation das Erbgut des Ur-Range erkennen, der vor mehr als dreißig Jahren vorgestellt wurde.
Angesichts der mit Spannung erwarteten Revier-Neulinge Porsche Cayenne und VW Touareg war es für Land-Rover-Vorstandschef Bob Dover "von entscheidender Bedeutung, dass der Wagen sofort als Range Rover erkannt wird.
Zugeständnisse an den automobilen Zeitgeist erlaubte sich Chef-Designer Geoff Upex nur in Details. So etwa mit den ineinander verschlungen Ringleuchten unter den rechteckigen Klarglasscheinwerfern oder metallenen Lüftungsschlitze an den vorderen Kotflügeln, die jedoch keine modische Spielereien seien, sondern "für die Motor-Luftzufuhr zuständig" sind.
Auch im Innenraum herrscht puristischer Minimalismus feinster Machart. Dabei ließ sich Geoff Upex von den klassischen Riva-Holzbooten der 60er-Jahre inspirieren, die für ihn als "klassische Design-Ikonen zeitlose Eleganz verkörpern. Helle, großzügig gemaserte Furniere sowie bequeme Sessel vorne und hinten, wahlweise mit Blendheim- oder Oxfordleder bezogen, machen aus dem neuen Range ein Gentleman fürs Gelände.
Akzentuiert wird das Ganze mit sportlichem Metall-Look. Deutlich zu sehen am vertikalen Instrumententräger, der sich wie eine Art technisches Regal vom übrigen Interieur abhebt. "Das Interieurdesign betont die Sonderstellung des neuen Range Rover und verbindet Luxus und Funktionalität mit dem Komfort moderner Luxuslimousinen", resümiert Bob Dover.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde die Neuauflage auch technisch auf den neuesten Stand gebracht. Erstmals fährt der Range Rover jetzt mit selbsttragender Karosserie und Einzelradaufhängung, was dem Fahrzeug auf der Straße einen spürbar besseren, Pkw-ähnlichen Fahrkomfort beschert.
Unterstützt wird die Wirkung durch die neue Luftfederung, die für einen Geländewagen ebenfalls eher ungewöhnlich ist. Ob der neue Range Rover deshalb allerdings, wie es Land Rover anvisiert, auch mit der Mercedes S-Klasse und dem 7er-BMW konkurrieren kann, bleibt abzuwarten.
Im Gelände dagegen werden auch die süddeutschen Autobauer mit M-Klasse oder X5 dem britischen Original nicht so schnell das Wasser reichen können. Und das im wörtlichen Sinne, denn dank neuer Einzelradaufhängung und Luftfederung mit zusätzlicher, variabel auf rund 28 Zentimeter einstellbarer Bodenfreiheit macht der Range Rover auch abseits befestigter Wege eine überragende Figur. Dazu reicht ein Dreh am Wählknopf und die Luftfederung hebt die Karosserie sanft an. Beeindruckend, wie der elegante Brite so durch tiefe Flussläufe und Schlammfurchen oder über Felsbrocken stakst. Dabei hilft ihm eine Geländeuntersetzung, die ebenso einfach und bequem per Kippschalter zugeschaltet wird.
Für die steile Abfahrt gibt es jetzt auch im Range Rover die patentierte Bergabfahrhilfe HDC, die den Wagen automatisch runter bremst. Der Anspruch auf die automobile Spitze in Matsch und Morast wird aber auch durch die beiden angebotenen Motoren unterstrichen.
| Hersteller: | Land Rover |
|---|---|
| Typ: | Range Rover |
| Karosserie: | Geländewagen/Pickup/SUV |
| Motor: | V8-Benziner |
| Hubraum: | 4.398 ccm |
| Leistung PS: | 286 PS |
| Leistung kW: | 210 kW |
| Drehmoment: | 440 Nm |
| Von 0 auf 100: | 9,2 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 208 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 16,2 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 384 g/km |
| Kofferraum: | 535 Liter |
| Preis: | 72.000 € |
Es handelt sich um einen 4,4-Liter-V8-Benziner mit 286 PS (210 kW) und einen 3-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung und 177 PS (130 kW), deren Motorkraft über ein elektronisches Fünfganggetriebe mit Steptronic permanent an alle vier Räder übertragen wird. Beide Triebwerke stammen noch aus der kurzen BMW-Ära und tun bereits im BMW X5 ihren Dienst.
Auch wenn sie im neuen Range Rover auf Grund des Mehrgewichts längst nicht mehr so kraftvoll und spritzig erscheinen, verrichten sie auch hier kultiviert und laufruhig ihre Arbeit. Sein überragende Stellung dokumentiert der "Rolls-Royce" unter den Geländewagen aber auch, wenn er im Frühjahr weltweit in den Verkaufsräume rollt.
Mindestens 57.900 Euro sollte schon dabei haben, wer sich für die Dieselversion entscheidet, 72.000 Euro kostet der V8-Benziner. Dazu kommt eine lange Liste mit aufpreispflichtigen Extras. Originale waren noch nie günstig zu haben, weder auf der Straße noch im Gelände.