Range Rover Supercharged: Für Oper und Outback - DER SPIEGEL
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Range Rover Supercharged Für Oper und Outback

Wenn die Charakterisierung eines Autos aus einer 35 Jahre alten Pressemappe auch in der aktuellen wieder auftaucht, nennt man das wohl Tradition. Bei der Beschreibung des neuen Range Rover, der Ende Mai zum Händler rollt, ist das der Fall.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Briten sparen nicht mit Superlativen, wenn es um ihr überarbeitetes Topmodell geht: "Der neue Range Rover ist der stärkste, der kultivierteste, der leiseste und der am besten ausgestattete Range Rover aller Zeiten", behauptet Land Rover-Chef Matthew Taylor.

Der erste Punkt betrifft die beiden neuen Achtzylinder, mit denen sich die britische Ford-Tochter noch ein Stück mehr von ihrem ehemaligen Eigner BMW abnabelt. Beide stammen von der Schwestermarke Jaguar und tun bereits in deren Limousinen Dienst. Konkret geht es dabei um einen 4,4-Liter-Saugmotor mit 306 PS (225 kW). Er besitzt 20 PS mehr Leistung als der bisherige V8 und beschleunigt den Wagen aus dem Stand rund eine halbe Sekunde schneller auf Tempo 100. Noch eine Sekunde schneller geht es mit Kompressoraufladung im neuen 4,2-Liter-V8 Supercharged, der 396 PS (291 kW) aus seinen acht Töpfen holt und 560 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt.

Im Schnitt 26,4 Liter Verbrauch nach 100 Kilometern

Was auf dem Papier 35 Prozent mehr Leistung und ein Viertel mehr Drehmoment als im aktuellen V8 bedeutet, ist auf der Straße schlichtweg beeindruckend. Sowohl die Leichtigkeit, mit der sich der immerhin 2,6 Tonnen schwere Wagen in Bewegung setzt, als auch die schiere Kraft, die das Trumm mit röhrenden Sound in siebeneinhalb Sekunden auf Tempo 100 katapultiert. Vorausgesetzt er blickt dabei über die mächtige Motorhaube hinweg - und nicht auf die Tankanzeige. Die laut Hersteller angegebenen 16,0 Liter verwandelten sich auf unseren Bordcomputer nach rund 100 Kilometern über spanische Landstraßen und Autobahnen in 26,4 Liter im Schnitt.

Übertragen wird die Kraft von einer elektronisch gesteuerten Sechsgangautomatik des deutschen Getriebespezialisten ZF, die weich und unmerklich die Gänge wechselt. Für den umgekehrten Vorgang sorgen Vierkolben-Hochleistungsbremsen von Brembo. Von dem wilden Treiben ist im Innenraum dank der überarbeiteten Luftfederung nur wenig zu spüren. Um die Asphalt-Eigenschaften zu verbessern, wurde das Fahrwerk mit neuen Federn, Dämpfern und Stabilisatoren ausgerüstet, ein zusätzliches elektronisch gesteuertes Mittendifferenzial sorgt für ein genaueres Handling auf und abseits der Straße.

Rollender Salon mit technischen Luxusfeatures

Und auch die Laufkultur haben die Land Rover-Ingenieure durch Geräuschdämmung unter der Motorhaube und dem Einsatz von Verbundglasscheiben verbessert. "Dadurch konnten wir das Geräuscheniveau in der Kabine um 50 Prozent senken", sagt Entwicklungs-Ingenieur Mick Cameron. Luxus ist aber nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, wobei das Interieur so gut wie nicht verändert wurde.

Was gäbe es auch an einem rollenden Salon zu verändern, in dem der Fahrer auf hochwertig verarbeiteten und bequemen Ledersesseln thront und auf ein übersichtliches Cockpit, wahlweise mit Applikationen in Echtholz oder Piano-Lack, blickt? Noch mehr technische Luxusfeatures vielleicht. Zu den neuen Ausstattungsdetails gehören beispielsweise eine Rückfahrkamera, ein Reifendruck-Kontrollsystem und mitlenkende Bi-Xenon-Scheinwerfer.

Hersteller:Land Rover
Typ:Range Rover 4.2 Kompressor
Karosserie:Geländewagen/Pickup/SUV
Motor:V8-Benziner-Kompressor
Hubraum:4.197 ccm
Leistung PS:396 PS
Leistung kW:291 kW
Drehmoment:560 Nm
Von 0 auf 100:7,5 Sek.
Höchstgeschw.:210 km/h
Verbrauch (ECE):16 Liter
CO2-Ausstoß:379 g/km
Kraftstoff:Super
Kofferraum:535 Liter
Preis:99.999 €

Außerdem finden sich in der Ausstattungsliste nun ein Multimediasystem im Fond mit 6-fach-DVD-Wechsler und Bildschirmen in den Kofstützen, ein TV-Navigationssystem sowie ein Audiosystem mit 14 Lautsprechern und 710 Watt. Auch äußerlich beließen es die Ingenieure bei leichten Retuschen an Kühlergrill, Front- und Heckleuchten sowie einem neu gezeichneten vorderen Stoßfänger. Allein das neue Kompressor-Topmodell Supercharged ist an dem Maschengitterdesign in Kühlergrill und Lufteinlässen zu erkennen.

Wie auch an seinem Preis. 99.900 Euro soll der Range Rover Supercharged kosten, wenn er Ende Mai zum Händler rollt. Mit dem "schwächeren" V8-Motor steht er ab 74.400 Euro in der Liste. Und der Range Rover 3.0 Td6 mit Sechszylinder-Turbodiesel, das letzte Aggregat aus der britisch-bayerischen Liaison kostet 60.400 Euro.