Renault Clio 1.5 dCi Der Strahlemann
Beim Autodesign gilt der französische Hersteller Renault derzeit als Avantgarde. Das wird an Modellen wie dem Großraum-Coupé Avantime oder dem künftigen Oberklassen-Modell Vel Satis deutlich. Und am neuen Clio. Mit dem Kleinwagen serviert Renault seine Design-Merkmale quasi in der Nussschale: die Frontpartie mit den auffälligen Scheinwerfern, dazwischen der große Renault-Rhombus und die sanft ansteigende Motorhaube. Von der Seite betrachtet fallen die abfallende Dachlinie und die rundlich-buckelige Heckform auf. Das wiederholt sich in etwas kantigerer Gestaltung bei Avantime und Vel Satis. Und sozusagen als Schlussgag sitzt die Kofferraum-Entriegelung beim Clio in der Mitte des Logos am Heck.
Ganz neu seit Juni dieses Jahres wird auch ein moderner Commonrail-Diesel-Direkteinspritzer mit Turbolader angeboten. Der Vierzylinder-Motor verfügt erstmals über kugelförmige Druckspeicher, anstatt der üblichen Zylinderform. So sind laut Renault-Auskunft höhere Einspritzdrücke (1400 bar) möglich als bei anderen Motoren - was der Motorleistung zugute kommt und zugleich den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen drückt.
Bei den Testfahrten von SPIEGEL ONLINE gefiel das Triebwerk durch seinen forschen Antritt und seine nach der Warmlaufphase ruhige Arbeitsweise. Es dauert zwar ein wenig, bis auf der Autobahn der Geschwindigkeitsbereich um 150 km/h erreicht ist, doch auch dann veranstaltet der Motor kein Spektakel. Vor allem wird er nicht übermäßig durstig. Mit einem Verbrauch zwischen fünf und sechs Liter Kraftstoff je 100 Kilometer lässt sich das Auto zügig und durchaus auch ein wenig sportlich bewegen.
Besonderes Lob verdient auch die äußerst leichtgängige Servolenkung, die ebenfalls neu entwickelt wurde und deren Mechanik nun den Durchschnittsverbrauch um rund 0,2 Liter je 100 Kilometer senkt. Gemeinsam mit der guten Rundumsicht bedeutet dies ein leichtes Handling des Autos, vor allem beim Ein- und Ausparken.
| Hersteller: | Renault |
|---|---|
| Typ: | Clio 1.5 dCi Expression |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 1.461 ccm |
| Leistung PS: | 65 PS |
| Leistung kW: | 48 kW |
| Drehmoment: | 160 Nm |
| Von 0 auf 100: | 15 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 163 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 4,3 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 114 g/km |
| Kofferraum: | 255 Liter |
| umgebaut: | 1.037 Liter |
| Versicherung (HP): | 18 € |
| Versicherung (TK): | 30 € |
| Versicherung (VK): | 18 € |
| Preis: | 12.450 € |
Während die Sitze ein bisschen mehr Halt geben dürften, sind Cockpit und Armaturenbrett wohlkonturiert. Die Formen sind gefällig, die Ordnung der Schalter und Knöpfe gelungen. Wer den Blinker setzt, hört ein sattes Relaisknacken, das Lenkrad sieht ziemlich gut aus. Weniger gut gelungen sind das mickrige Handschuhfach und der wegen seiner Unzugänglichkeit praktisch unbrauchbare Aschenbecher tief hinter dem Schaltknüppel des Fünfgang-Getriebes.
Auf den vorderen Plätzen ist das Platzangebot prima, und auch hinten können Knie und Ellenbogen gut untergebracht werden. Das Problem ist der Kopf. Denn die lässig geduckte Silhouette wird mit geringer Kopffreiheit auf der Rückbank bezahlt. Schon mittelgroßen Menschen zerdrückt es im Heck des Clio die Frisur.
Ohne Tadel ist die Sicherheitstechnik des Autos. Der Clio wurde im standardisierten Euro NCAP-Crashtest mit vier (von fünf) Sternen ausgezeichnet und gehört damit zu den sichereren Autos seines Segments. Neben adaptiven Frontairbags, Seitenairbags, Dreipunktgurten auf allen Plätzen gehören Gurtstraffer vorne und hinten zur Serienausstattung. Dazu kommen ABS und ein elektronischer Bremsassistent.
Die Ausstattungsstufe Expression unseres Testautos ist die zweitniedrigste in der insgesamt sechsstufigen Renault-Klassifizierung. Sie umfasst unter anderem Außentemperaturanzeige, beheizbare und elektrisch einstellbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, höhenverstellbaren Fahrersitz und eine asymmetrisch umklappbare Rücksitzlehne. Was uns übrigens besonders gefiel, war die Farbe des Autos: Der Clio war im goldigen Metallic-Ton Sonnen-Gelb lackiert. Das kostet zwar 664 Mark Aufpreis, doch dafür strahlt das Auto richtig im üblichen Schwarz-Rot-Silber-Einerlei.