Renault Clio: Wie ein Großer - DER SPIEGEL
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Renault Clio Wie ein Großer

Der "Créateur d'Automobiles", landläufig Renault genannt, beglückt die Branche seit Monaten mit spektakulärem Autodesign. Während Avantime und Vel Satis erst noch gebaut werden müssen, kommt der Clio demnächst als erster mit dem neuen Markengesicht auf den Markt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Kompaktwagen von Renault trägt, was die Gestaltung der Front- und Heckpartie betrifft, deutliche Züge der beiden künftigen Oberklassen-Modelle Avantime und Vel Satis. Vor allem das "Gesicht" des neuen Clio ist bei der grundlegenden Überarbeitung deutlich verändert worden.

Dazu gehören die wuchtige Scheinwerfer-Blinker-Einheit hinter Klarglas, der grob gerasterte Kühlergrill, das mittig platzierte, auffällige Logo und der "Scheitel" auf der Motorhaube. Am Hinterteil fallen die Rücklichter auf, deren Form an jene des künftigen "Van-Coupés" Avantime erinnern. Außerdem dient hier das Renault-Logo - ähnlich wie bei Seat das Seat-S - als Öffner für die Heckklappe.

Nicht nur ein Facelift

"Neues Modell wäre übertrieben, Facelift wäre zu wenig", sagt Renault-Sprecher Thomas May-Englert über die Neuauflage des Fahrzeugs, die ab 8. Juni bei den Händlern steht. Neben dem Design wurden auch der Innenraum, die Ausstattung und das Motorenangebot erneuert. Als neues Triebwerk gibt es einen 1,5-Liter-Dieselmotor. Der cdi, wie die Franzosen ihre Selbstzünder nennen, ist ein Turbodiesel mit Direkteinspritzung und neuer Commonrail-Technik, die sich durch kugelförmige (statt zylindrischer) Druckspeicher auszeichnet.

Den Motor gibt es in zwei Varianten, nämlich mit 65 oder 80 PS Leistung (48 oder 59 kW). Das entsprechende Drehmoment liegt bei 160 und 185 Nm. Die schwächere Version verbraucht laut Renault im Schnitt 4,3 Liter Diesel je 100 Kilometer. Neben diesem neuen Motor gibt es für den Clio außerdem fünf Benzinmotoren, deren Leistung von 60 bis 169 PS reicht (43 bis 124 kW).

Neu gestaltete Mittelkonsole

Die Kraftübertragung an die Vorderräder geschieht mittels Fünfgang-Schaltgetriebe, Automatik oder dem sogenannten Quickshift-5-Getriebe. Dabei gibt es zwar noch einen Schaltknüppel, das Kupplungspedal aber entfällt.

Im Innenraum wurden die Armaturentafel aufgeräumt, die Mittelkonsole neu gestaltet und die meisten Kunststoffoberflächen mit einem Softlack überzogen. Das, so Renault, erhöhe die "griffsympathische Anmutung". Zur Serienausstattung gehören zum Beispiel Front- und Seitenairbags, Gurtstraffer, ABS und elektronische Bremskraftverteilung sowie ein Isofix-Kindersitz-Befestigungssystem. Darüber hinaus sind alle Modelle mit Zentralverriegelung samt Funkfernbedienung, elektrischen Fensterhebern, höhenverstellbares Lenkrad und Becherhalter. Ohne Aufpreis kann der Kunde zwischen einer einfarbigen oder zweifarbigen Armaturengestaltung wählen, außerdem zwischen vier Polsterbezügen. Insgesamt gibt es sechs Ausstattungsniveaus des kleinen Franzosen, was die Auswahl deutlich vergrößert.

Preis steht noch nicht fest

Die Preise für die neuen Clio-Modelle stehen noch nicht fest. Doch am bisherigen Preisrahmen, der von gut 20.000 bis rund 41.000 Mark reichte, wird sich nach Auskunft von Renault "nichts Wesentliches" ändern.