Renault Espace: Make-up für den Trendsetter - DER SPIEGEL
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Renault Espace Make-up für den Trendsetter

Die Vans hübschen sich auf: Nach VW Sharan, Ford Galaxy, Seat Alhambra hat jetzt auch Renault seine Großraumlimousine Espace noch mal überarbeitet. Großen Mut zur Veränderung haben die Franzosen dabei aber nicht bewiesen, Weiterentwicklungen fanden eher im Detail statt.
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Der Trendsetter, der 1984 die Van-Welle in Europa einläutete, fährt bereits in der dritten Generation, nach Renault-Angaben, mit 700.000 verkauften Fahrzeugen und fast 20 Prozent Marktanteil weiter auf der Überholspur. Offensichtlich dem Erfolg geschuldet, fiel das Facelifting dementsprechend dezent aus: neumodische Klarglasscheinwerfer und ein zusätzlicher 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 95 kW/130 PS. Das war's. Ansonsten unterscheidet sich der "neue" Espace nur durch wenige Details vom Vorgänger.

Wie er jedoch aussehen könnte, wenn man den Ingenieuren und Designern freie Hand ließe, zeigen zwei Show-Cars aus den neunziger Jahren: als Formel-1-Verschnitt mit 300 km/h Top-Speed oder als fünfsitziges Cabriolet.

Zum zehnjährigen Produktionsjubiläum des Espace stellten die Franzosen gemeinsam mit dem Grand-Prix-Rennstall Williams den Espace 1993 auf das Rennwagen-Chassis, mit dem Alain Prost gerade seinen vierten Formel-1-Fahrertitel gewonnen hatte. Heraus kam der "Espace F1", nur noch bedingt für Urlaub oder Wochenend-Einkauf geeignet. Denn dort, wo gewöhnlich das Gepäck oder die Bierkisten verstaut werden, rumort bei der schnellsten Raumlimousine der Welt ein 810 PS starkes Zehnzylinder-Triebwerk. Bei beherztem Tritt aufs Gaspedal absolvierte die Fahrmaschine den Sprint von null auf 200 (!) in 6,3 Sekunden und erreichte ein Spitzentempo von 300 km/h.

Weil sich bei der Geschwindigkeit auch Jumbo-Jets in die Lüfte schwingen, wurde der Renn-Van entsprechend ausstaffiert. Ein riesiger Dachspoiler, ein Heck-Diffusor und ein vergrößerter Lufteinlass mit integriertem Frontflügel im Bug sorgten dafür, dass der Espace F1 auf der Strecke nicht den Boden unter seinen 36 Zentimeter breiten Walzen verlor.

Luftig, wenn auch ungleich entspannter, ging es in dem 1998 von Designer Franco Sbarro vorgestellten Open-Air-Espace zu. Gemeinsam mit den Studenten seiner Westschweizer Designschule kappte der italienische Blechschneider auf Höhe der Gürtellinie das Dach des Espace, steckte zwei Überrollbügel und einen flachen Windabweiser hinein - fertig war der fünfsitzige Spider-Van. Als Antrieb diente der 194 PS starke 3-Liter-V6 aus der Serienversion.