Renault Koléos: Auto für die Apokalypse - DER SPIEGEL
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Renault Koléos Auto für die Apokalypse

Keine Frage, dieses Auto würde "Mad Max" Mel Gibson begeistern. Denn die Offroad-Studie Koléos, die Renault auf dem Genfer Automobilsalon zeigen wird, wirkt auf den ersten Blick wie ein Kampfgefährt aus den australischen Endzeitfilmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Koléos heißt die "Neuinterpretation der Gattung SUV (Sport Utility Vehicle) auf Oberklasseniveau", wie Renaults Chefdesigner Patrick Le Quément verkündet. Der 4,50 Meter lange und 1,90 Meter breite Viersitzer steht auf mächtigen 21-Zoll-Leichtmetallrädern. Zu den auffälligen Design-Merkmalen gehören die V-förmig zugespitzte Frontpartie mit dem Haifisch-Kühlergrill sowie die bogenförmige Seitenansicht mit den geometrisch verspielten Rund- und Dreiecksformen. Das Heck hingegen ist eine Adaption des Van-Coupés Avantime, das im Herbst auf den deutschen Markt kommen soll.

Mit technischen Tricks hat Renault bei seiner Studie nicht gegeizt: So verwandelt sich der Koléos auf Knopfdruck in einen Pickup. Dabei fährt der hintere Teil des Daches nach vorne, die Heckscheibe senkt sich ab, eine zweite hinter den Rücksitzen kommt zum Vorschein und der Kofferraum wird zu einer nach oben offenen Ladefläche. Ungewöhnlich auch die spitz zulaufenden Scheinwerfer: Sie sind mit einer Flüssig-Optik ausgestattet, die das Fern- und Abblendlicht mit Hilfe einer Licht brechenden Flüssigkeit umschaltet. Diese lenkt die Lichtstrahlen entweder in die obere oder untere Reflektorhälfte des Scheinwerfers und kommt deshalb mit einer zentralen Lichtquelle aus.

Futuristisch wirkt der Innenraum, in dem kaum noch Schalter zu sehen sind. Ein Bordcomputer mit Spracherkennung soll hier die wesentlichen Funktionen wie Heizung, Klimaanlage, Radio und Navigationshilfe steuern, die dann via Monitor angezeigt werden.

Unter der Motorhaube steckt ein Hybridantrieb, der sich automatisch den jeweiligen Fahrsituationen anpasst. Für zügiges Reisetempo auf Autobahnen und Landstraßen treibt ein Zwei-Liter-Benzinmotor mit 170 PS (125 kW) die Vorderräder an. Für den abgasfreien Betrieb in der Stadt wirkt ein 41 PS (30 kW) starker Elektromotor auf die Hinterräder. Bei Bedarf, auf glattem Untergrund oder im Gelände, aktiviert der Bordrechner via Sensoren beide Motoren und macht den Koléos zum Allradauto.

Ebenfalls selbstständig wie der Wechsel zwischen Front-, Heck- und Allradantrieb reguliert der Bordrechner das um maximal zehn Zentimeter höhenverstellbare Fahrwerk. Bei Fahrten im Gelände sorgt das hydraulisch-pneumatische Federungssystem in Sekundenschnelle für mehr Bodenfreiheit. Bei höherem Tempo senkt es die Karosse wieder ab und sorgt mit einer strafferen Dämpferabstimmung für eine limousinenähnliche Straßenlage.

Auch wenn der Koléos bislang nur als Konzeptauto gehandelt wird, ist er für Renault doch mehr als ein reines Show-Objekt. Chefdesigner Le Quément ließ schon durchblicken: "Das ist kein No-Future-Auto, sondern ein ernsthafter Vorschlag."