Renault Scénic RX4: Gewagte Stilgrätsche - DER SPIEGEL
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Renault Scénic RX4 Gewagte Stilgrätsche

Sportliche Freizeitfahrzeuge mit Allradantrieb sind im Trend, und den will auch Renault nicht verpassen. Und weil die Grenzen zwischen Geländewagen, Van und Limousine immer mehr verschwimmen, soll der in Genf gezeigte Scénic RX4 gleich eine "eigenständige Fahrzeugklasse" definieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem RX4 wollen sich die Franzosen von den "konventionellen Soft-Off-Roadern" absetzen. Wenn die meisten Geländewagen sowieso nur in der Stadt oder bestenfalls zum Urlaub auf dem Bauernhof eingesetzt werden, so lautet das Kalkül, sollen sie wenigstens auch den Komfort und die Geräumigkeit eines Kompaktvans bieten.

Also wurde der bewährte Scénic kurzerhand zum Off-Roader umfunktioniert. Dazu wurde der RX4 reichlich mit Geländeattributen versehen: Wegen des außen angebrachten Reserverades wuchs der Wagen um rund 25 Zentimeter auf gut 4,40 Meter, zudem hat er sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit als das frontgetriebene Normalmodell. Vergrößerte Stoßfänger und die üppige Kunststoffbeplankung rundherum machen die Mutation zum Geländefahrzeug komplett.

Wichtiger für die Pistentauglichkeit ist der permanente Allradantrieb des RX4, bei dem die Antriebskraft im Normalfall zu 80 Prozent auf der Front- und zu 20 Prozent auf der Hinterachse liegt. Bei losem Untergrund und durchdrehenden Vorderrädern verteilt eine Viscokupplung automatisch die Kraft gleichmäßig an beide Achsen, was dem Allrad-Scénic Traktionsvorteile bei schlechten Straßenverhältnissen oder winterlichen Bedingungen verschafft. Auch kleinere Schotterhügel und seichte Wasserlöcher stellen für den RX4 kein Problem dar, auf Ausflüge in raueres Gelände sollte man jedoch lieber verzichten.

Die Heckklappe wurde beim Gelände-Scénic durch eine große, seitlich zu öffnende Tür mit separat öffnendem Heckfenster ersetzt. Das Innenraumkonzept mit der variablen Sitzanordnung und maximal 1800 Liter Stauraum sowie die zahlreichen Ablagefächer sind mit dem Fronttriebler identisch. In Deutschland wird der Allrad-Van nur in der Top-Ausstattung mit zweifarbigem Lederbezug sowie allerlei elektrischen Helferlein angeboten. An den Preisen knobeln die Franzosen noch, doch wird der RX4, serienmäßig mit ABS, Klimaautomatik mit gekühltem Getränkefach, Bordcomputer und Leichtmetallfelgen bestückt, zunächst nicht unter 45.000 Mark zu haben sein.

Angetrieben wird der Scénic RX4 von einem 16V-Benzinmotor mit 2,0 Litern Hubraum und 138 PS (101,5 kW). Ein neuer Common-Rail-Diesel mit 1,9 Litern Hubraum und 102 PS (75 kW) soll im Laufe des Jahres dazukommen.