Seat Alhambra: Dicker Brummer - DER SPIEGEL
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Seat Alhambra Dicker Brummer

Die Großraumlimousine der spanischen VW-Tochter, das Schwestermodell von VW Sharan und Ford Galaxy, trägt den ehrwürdigen Namen Alhambra. Ganz so prachtvoll wie die maurische Burganlage in Granada ist das Auto nicht, dafür aber viel praktischer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Denn die typische Silhouette von Großraumlimousinen sieht vielleicht nicht besonders originell aus, ist aber ungemein funktionell: Sie schneidet gut durch den Wind und umschließt eine Menge Raum. Beides Eigenschaften, die bei Automobilen von Bedeutung sind, besonders, wenn sie als Familienautos angepriesen werden.

Beim Seat Alhambra ist das der Fall. Getestet wurde die Variante mit dem neuen 1,9-Liter-TDI-Motor mit Pumpe-Düse-Technik (115 PS/85 kW) sowie der Topausstattung "Signo". Ein Auto, das 60.660 Mark kostet und damit im oberen Drittel der Alhambra-Preisskala angesiedelt ist, die bei 46.988 Mark beginnt.

Erhabenes Fahrgefühl

Immer wieder angenehm bei dieser Art von Autos ist das erhabene Fahrgefühl, das allein schon die gegenüber Limousinen leicht erhöhte Sitzposition vermittelt. Dazu kommt die gute Rundumsicht und die Geräumigkeit, die der Innenraum ausstrahlt. Das Armaturenbrett ist klar und gefällig gestaltet, besonders das leicht genoppte Material des oberen Teils wirkt wohnlich und modern. Dass weiter unten eine andere Oberfläche im Plastiklook zum Einsatz kommt, ist zwar erklärbar (Kosten sparen!), aber nicht besonders schön.

Hersteller:Seat
Typ:Alhambra 1,9 TDI Signo
Karosserie:Van/Kleinbus/Großraumlimousine
Motor:Turbodiesel-Direkteinspritzer
Hubraum:1.896 ccm
Leistung PS:115 PS
Leistung kW:85 kW
Drehmoment:310 Nm
Von 0 auf 100:13,7 Sek.
Höchstgeschw.:181 km/h
Verbrauch (ECE):6,3 Liter
CO2-Ausstoß:167 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:256 Liter
umgebaut:2.610 Liter
Versicherung (HP):22 €
Versicherung (TK):33 €
Versicherung (VK):21 €
Preis:31.015 €

Dennoch kommt bei der Signo-Ausstattung kaum ein Mangelgefühl auf. Ergonomie und Komfort stimmen, die Leder-Einzelsitze auch im Fond sind bequem und sehen nach was aus. Die beiden vorderen lassen sich drehen, insgesamt können bis zu sieben Plätze eingebaut werden. Je nach Platzbedarf für Mitfahrer oder Gepäck, können die Sitze geklappt oder ganz herausgenommen werden - so entsteht entweder ein Minibus oder ein sehr anständiger Laderaum mit bis zu 2610 Liter Fassungsvermögen, der über die große Heckklappe gut zugänglich ist.

Einparkhilfe serienmäßig

Serienmäßig installiert ist bei den Signo-Modellen die Einparkhilfe. In drei verschiedenen Tonhöhen wird dem Fahrer signalisiert, ob am Heck, an der Seite oder an der Frontpartie Hindernisse der Karosserie bedenklich nahe kommen. Anfangs ist das Fiepkonzert beim Einparken ungewohnt und eher hinderlich. Nach einigen Versuchen jedoch lässt sich dank der akustischen Signale beinahe blind einparken. Im übrigen lässt sich das System auch abstellen.

Der neue Pumpe-Düse-Dieselmotor im Alhambra geht kraftvoll und durchaus geräuschvoll an die Arbeit. Besonders bei höherem Tempo ist das Rackern der Maschine zu hören, insgesamt aber hält sich das Geräuschniveau im Rahmen. Und außerdem liefert das TDI-Aggregat dafür ordentliche Leistung ab. Das Beschleunigungsvermögen ist jederzeit ausreichend, die Kombination aus Motor und dem ruhigen, präzisen Fahrwerk wirkt stimmig.

6,3 Liter Verbrauch nur Theorie

Allein der von Seat angegebene Durchschnittsverbrauch von 6,3 Liter Dieselkraftstoff je 100 Kilometer schrumpft außerhalb des Prüfstandes zum theoretischen Wert. Unser Testwagen genehmigte sich im Schnitt 8,4 Liter, was für ein Auto dieser Größe durchaus erfreulich ist.

Trotz der umfangreichen Ausstattung des Alhambra Signo verlangt Seat für mehrere Optionen Aufpreis. Wer etwa eine Metallic-Lackierung wünscht, muss 989 Mark extra zahlen, für Xenon-Scheinwerfer samt Reinigungsanlage werden 1635 Mark fällig und für das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) 1020 Mark. Kommen noch Details wie Ledersitze (4250 Mark), Radio-Navigationsgerät mit Farbbildschirm (4895 Mark) oder sieben Sitze (950 Mark) dazu, muss vor dem Kaufentscheid noch mal ganz neu gerechnet werden.

Allerdings wird dann der Wagen seinem klangvollen Namen tatsächlich ein wenig mehr gerecht.