Seat Arosa: Das kleine "S" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Seat Arosa Das kleine "S"

Nun trägt auch der Benjamin der spanischen VW-Tochter das typische Markengesicht. Seat hat seinen Kleinwagen Arosa vor allem stilistisch überarbeitet. In den kommenden Wochen kommt das Auto auf den Markt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein "V" prägt die Motorhaube, ein verchromtes "S" prangt als Logo in der Mitte des dreigeteilten Kühlergrills. "S" wie "seht her" oder "schau mal" oder eben "Seat". Damit sieht der Kleine nun seinen Markenbrüdern so ähnlich, wie das unter Geschwistern sein sollte. Chefdesigner Walter de Silva ("Das Gesicht ist die Visitenkarte einer Marke"), vormals bei Alfa Romeo tätig, modellierte die neue Frontansicht.

Die Spanier wollen sich - vor allem auch in Abgrenzung zu den anderen VW-Konzernmarken - als designgeprägte, sportliche und emotionale Marke positionieren. Im Grunde eine Art spanischer Alfa Romeo.

Allerdings mit VW-Technik. Der überarbeitete Arosa - Seat investierte umgerechnet 100 Millionen Mark in die Renovierung - basiert auf der A00-Plattform des Konzerns, die auch die Plattform des VW Lupo bildet. Dank des Zugriffs auf die Konzernregale kann Seat den neuen Kleinwagen in zahlreichen Varianten anbieten. Vier Ausstattungsversionen unter den Bezeichnungen Select, Stella, Signo und Sport sind im Programm. Dazu kann zwischen drei Benzinmotoren von 50 bis 100 PS (37 bis 74 kW) und zwei Dieselmaschinen mit 60 oder 75 PS (44 / 55 kW) gewählt werden.

Der stärkere Selbstzünder ist ein Dreizylinder-TDI mit Pumpe-Düse-Technik. Und noch eine Option gibt es für Arosa-Interessierte: Neben dem serienmäßigen Fünfganggetriebe ist in Kombination mit dem 44 kW/60 PS starken 1.4-Liter-Motor eine Vierstufen-Automatik verfügbar.

Keine Wahl dagegen gibt es bei der Karosserie. Der Arosa wird ausschließlich als Dreitürer angeboten. Im Innenraum herrscht eine aufgeräumte Atmosphäre. Cockpit, Knöpfe und Schalter sind übersichtlich angeordnet, der Fahrer findet sich auf Anhieb zurecht. Während das Raumgefühl für die Passagiere akzeptabel ist, herrscht im Kofferraum Enge. 130 Liter fasst das Gepäckabteil, durch Umklappen der Rücksitzlehnen kann das Fassungsvermögen auf immerhin 790 Liter gesteigert werden.

Zurück zu den Motoren. Erfreulich ist, dass alle drei Benziner bereits die Abgasnorm Euro 4 erfüllen. Seat erwartet, dass vor allem der "mittlere" Benzinmotor gefragt wird. Diese Maschine holt aus 1,4 Liter Hubraum 60 PS (44 kW), mobilisiert ein Drehmoment von 116 Nm und beschleunigt den rund 900 Kilogramm schweren Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Verbrauch liegt nach Werksangaben bei 6,1 Liter Superbenzin je 100 Kilometer.

Wer eine besonders spritsparende Maschine sucht, sollte den Dreizylinder-Turbodiesel mit 75 PS (55 kW) und einem Drehmoment von 195 Nm in Erwägung ziehen. 170 km/h Toptempo sind mit diesem Aggregat möglich; im Schnitt verbraucht der Motor nach Angaben des Herstellers 4,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer - ein tadelloser Wert, sofern er sich in der Praxis realisieren lässt.

Serienmäßig ist der Arosa ausgestattet mit Fahrerairbag, höhenverstellbarem Lenkrad, elektronischer Wegfahrsperre und einem Heckscheibenwischer. Die Top-Ausstattung "Sport" umfasst Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, ABS mit EDS, Sportlenkrad, Sportsitze vorne, einen lederbezogenen Schaltknauf, eine Audio-Anlage, 14-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 185er-Reifen und eine Diebstahlwarnanlage.

Seat wird den neuen Arosa in Deutschland in mehreren Schüben einführen. Zunächst kommt die Basismotorisierung zu Preisen ab 17.993 Mark auf den Markt, es folgen die Modelle mit dem 1,4-Liter-Benziner (ab 20.986 Mark), die Diesel-Varianten (ab 21.993 Mark) und schließlich das Topmodell Arosa Sport 1,4 mit 16V-Motor für 28.594 Mark.