Smart Crossblade: Nur das Nötigste - DER SPIEGEL
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Smart Crossblade Nur das Nötigste

Jetzt, wo sich der Standard-Smart berappelt hat und Käufer findet, wo das Cabrio die Zulassungszahlen nach oben treibt und Roadster sowie Viertürer angekündigt sind - jetzt wagt sich die Mercedes-Tochter an bizarre Studien.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In Genf zu sehen ist der Smart Crossblade. Er sieht aus, als käme er gerade von der Weltmeisterschaft der Autoteilediebe, denn im Grund fehlt dem Auto nahezu alles, was sich abbauen lässt: Das Dach ist komplett verschwunden, die Windschutzscheibe nicht höher als ein Blatt Papier, und statt richtiger Türen an den Seiten verhindern lediglich armdicke Bügel, dass die Insassen nicht hinauspurzeln.

Zeigen soll der Wagen, "welch vielfältige Möglichkeiten" in diesem Fahrzeugkonzept stecken. Logisch, dass das Auto für "aktive Menschen" konzipiert ist, "für die Fitness und Dynamik unverzichtbare Attribute der Freizeitgestaltung darstellen". Und auf keinen Fall dürfen sie empfindlich sein gegen Zugluft. Oder Probleme damit haben, sich auch im Sommer mit einer Erkältung herumzuplagen.

Jedoch: Der Crossblade könnte genau so gebaut werden und bekäme seinen amtlichen Segen. Er erfüllt alle Zulassungskriterien zum öffentlichen Straßenverkehr, betont der Hersteller.

Vom praktischen Nutzen einmal abgesehen, ist der Wagen in optischer Hinsicht durchaus gelungen. Die Karosserieteile sind glänzend schwarz lackiert, die sichtbaren Teile der Sicherheitszelle tragen die Farbe Matt-Titangrau. Die Frontscheinwerfer sind Erbstücke aus dem Cabrio, die Rückleuchten in LED-Technik unter Klarglasabdeckung versammeln die Smart-typischen drei Rundlichter in Dreiecksform.

Auffälligstes Detail des Wagens sind die knallroten Sitze aus gummiertem Stoffgewebe. Lenkrad, Schaltknauf und die Seitenbügel sind mit schwarzem Leder überzogen, statt auf einen Teppich treten die Passagiere auf das blanke Bodenblech.

Technisch gesehen basiert der Crossblade auf den bekannten Modellen. Der 0,6-Liter-Dreizylindermotor mit einer Leistung von 60 PS (45 kW) ist vor der Hinterachse eingebaut; die Kraftübertragung besorgt ein sequentielles Sechsgang-Getriebe. Für sportlichen Look sorgen - neben den keck unter der Heckschürze herausragenden Auspuff-Endrohren - die martialisch wirkende Dreispeichen-Felgen, auf die 185er-Reifen aufgezogen sind.

Um dem Wagen, der auf Grund seines geringen Platzbedarfs vielleicht als Sand-Buggy an überlaufenen Strandabschnitten Karriere machen könnte, doch noch einen kleinen Alltagsnutzen mitzugeben, dachten die Entwickler auch an einen Kofferraum. Der fasst 150 Liter Gepäck - reichlich Platz also für Handtuch, Badeklamotten und Sonnencreme.

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