Smart Forfour cdi Böblinger Büffel
Wenn Motor-Ingenieure Leistungs- und Drehmomentkurven beschreiben, kommen sie leicht ins Fabulieren. Walter Klinkner, Leiter der Aggregateentwicklung bei Smart in Böblingen, ist so einer, dem angesichts der Kraftentfaltung der beiden neuen Turbodiesel im Forfour prägnante Bilder einfallen. "Das Drehmoment steigt sehr schnell an und hält sich auf einem Hochplateau. Die Leistungskurve sieht dagegen aus wie ein Büffel." In Zahlen ausgedrückt, der 1,5-Liter Dreizylinder-Selbstzünder mit Common-Rail-Einspritztechnik und 68 PS (50 kW) entwickelt ein maximales Drehmoment von 160 Newtonmeter bereits ab 1600 Umdrehungen. Sein Zwilling gleichen Hubraums, aber mit 95 PS (70 kW) Leistung, sorgt mit 210 Newtonmeter ab 1800 Touren für noch kräftigeren Durchzug.
Auf der Straße ist der Vergleich mit den wilden Rindviechern durchaus nachzuvollziehen - wenn auch in erster Linie mit dem stärkeren Triebwerk. Besonders in Antritt und Spurtschnelligkeit weiß das kräftige Motörchen zu überzeugen. Weniger allerdings nach wie vor das automatisierte Sechs-Gang-Schaltgetriebe, dessen Schaltzeiten zwar verkürzt wurden, die Insassen aber immer noch zu den nervigen Nickbewegungen nötigt. Doch serienmäßig sind beide Forfour cdi ohnehin mit einer Fünfgang-Schaltung ausgerüstet.
| Hersteller: | Smart |
|---|---|
| Typ: | Forfour cdi |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Dreizylinder-Turbodiesel |
| Hubraum: | 1.493 ccm |
| Leistung PS: | 95 PS |
| Leistung kW: | 70 kW |
| Drehmoment: | 210 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,5 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 180 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 4,6 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 122 g/km |
| Kraftstoff: | Diesel |
| Kofferraum: | 268 Liter |
| umgebaut: | 910 Liter |
| Preis: | 15.850 € |
Bemerkenswert ist auch der für einen Diesel-Dreizylinder gute Laufkomfort. Technisch sind beide Diesel mit den Vierzylinder-CDI-Motoren der neuen Mercedes A-Klasse verwandt und werden wie diese im DaimlerChrysler Motorenwerk in Stuttgart-Untertürkheim gefertigt. Sie haben identische Brennraumvolumen und verfügen über dieselbe Einspritz- und Verbrennungstechnologie, bei der der Sprit mit einem Druck von 1600 bar in die Zylinder gespritzt wird. Der Unterschied: Ihnen fehlt ein Zylinder. Die daraus folgenden Komforteinbußen durch Massenschwingungen und Geräusche haben die Böblinger Ingenieure durch eine Ausgleichswelle und ein so genanntes Zweimassenschwungrad kompensiert. Mit Erfolg. Selbst das leicht blutleer schnarrende Dreizylinder-Geräusch ist unterwegs im Forfour cdi kaum zu hören.
Was den Diesel-Fahrer selbstverständlich interessiert und immer wieder freut, ist der knauserige Umgang mit dem Sprit. Auch die Forfour-Diesel glänzen hier mit einem Normverbrauch von 4,6 Liter auf 100 Kilometer sowie mit der Einhaltung der EU4-Abgasnorm. Dunkler Fleck auf der sauberen Abgasweste: Einen Partikelfilter gibt's weder für Geld noch gute Worte.
Fahrwerkstechnik und Ausstattungslinien sind mit den drei Benzin-Brüdern identisch. Für Sicherheit sorgen auch bei den Diesel-Modellen serienmäßig ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, ESP, Scheibenbremsen rundum, Bremsassistent, Front- und Seitenairbags. Angeboten wird der Forfour cdi in der Ausstattungsvariante Pulse mit 68 PS-Motor für 14.650 Euro, mit 95 PS kostet der Wagen 15.850 Euro. Für die Ausstattungsvariante Passion (unter anderem mit Klimaanlage, Panorama-Glasdach, Lederlenkrad, Alu-Räder, Nebelscheinwerfer) muss der Kunde jeweils 1980 Euro drauflegen.