Subaru Outback H6-3.0 Drehen am Rad
Subaru dreht sogar an allen vier Rädern, denn wie hinlänglich bekannt, bauen die Japaner ausschließlich Fahrzeuge mit Allradantrieb. Das Topmodell Outback H6-3.0 macht da keine Ausnahme. Wer angesichts des Typen-Kürzels stutzt, dem sei erklärt, dass das H für "Horizontally Opposed Engine" steht, also einen Sechszylinder-Boxermotor mit drei Liter Hubraum. Diese Antriebstechnik ist ebenfalls typisch für Subaru.
Untypisch dagegen ist die Ansage, dass die Marke, die tolle Rallyeautos und grundsolide Alltagsfahrzeuge baut, nun "ihre Reputation weiter nach oben in Richtung Premium-Image verschieben" möchte, wie Deutschland-Geschäftsführer Jens Becker erklärt. Der Outback könnte der Grund für dieses Ansinnen sein, denn als der Kombi für leichtes Gelände im Jahr 1996 vorgestellt wurde, war er der erste Wagen seiner Art.
In dieser Funktion habe das Auto als Vorbild für diverse Autos "von Herstellern zwischen Süddeutschland und Südschweden" gedient, teilt Subaru in Anspielung auf Modelle wie den Audi A6 Allroad oder den Volvo Crosscountry mit. Der kühne Umkehrschluss: Weil die beiden letztgenannten zu den so genannten Premium-Autos gezählt werden, könne ein üppig motorisierter Subaru Outback Gleiches beanspruchen.
Die Realität zeigt, dass dies nur teilweise zutrifft. Wir fuhren den Outback H6-3.0 und waren auf Anhieb mit dem Vorankommen in diesem Wagen zufrieden. Der Motor läuft weich und setzt druckvoll Antriebskraft frei, die vom Viergang-Automatikgetriebe ohne Mucken an alle vier Räder weitergegeben wird. Lenkung, Handling, Bremsen - auf der recht kurzen aber dennoch intensiven Fahrt mit dem Auto machte die Technik einen tadellosen Eindruck.
Daneben aber leistet sich der Wagen überraschende Schwächen im Detail. Warum zum Beispiel wird das tolle Holz-Leder-Lenkrad mit sechs Imbusschrauben-Attrappen aus Plastik verunziert? Warum kommen an der Mittelkonsole rund ein halbes Dutzend verschiedener Tasten-Formate und -Formen zum Einsatz? Warum wirken manche Oberflächen speziell an den Türen und am Armaturenbrett so schlicht? Premium sieht ein bisschen anders aus. Und dass Subaru diesen Anspruch erfüllen könnte, lässt sich zum Beispiel am durchaus gelungenen Karosseriedesign ablesen.
Die Frontpartie wird von einem futuristisch anmutenden Scheinwerfer-Ensemble unter Klarglas geprägt; die Silhouette ist deutlich horizontal gegliedert was den Wagen optisch streckt und das stimmig proportionierte Heck wirkt bullig, aber nicht langweilig. Das Platzangebot ist vorne wie hinten nicht unbedingt großzügig, aber in Ordnung. Richtig geräumig ist allerdings der Kofferraum mit der ebenen Ladekante ausgefallen. Durch Umklappen der Rücksitzlehne wird das Auto zu einem richtigen Kleintransporter. Da ist die serienmäßige Niveauregulierung an der Hinterachse durchaus eine sinnvolle Ausstattung.
Überhaupt ist das Outback-Topmodell sehr gut bestückt. ABS und vier Airbags, Glasschiebe und separates Glashubdach, Lederausstattung und Musikanlage, Servolenkung und Tempomat, Klimaanlage und Sitzheizung gehören zum Standardoutfit des Modells.
| Hersteller: | Subaru |
|---|---|
| Typ: | Outback H6-3.0 |
| Karosserie: | Kombi |
| Motor: | Sechszylinder-Benziner-Boxer |
| Hubraum: | 3.000 ccm |
| Leistung PS: | 209 PS |
| Leistung kW: | 154 kW |
| Drehmoment: | 282 Nm |
| Von 0 auf 100: | 8,9 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 210 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 10,5 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 249 g/km |
| Kofferraum: | 528 Liter |
| umgebaut: | 1.646 Liter |
| Versicherung (HP): | 22 € |
| Versicherung (TK): | 32 € |
| Versicherung (VK): | 32 € |
| Preis: | 38.090 € |
Für den Jahrgang 2002 wurde der Outback leicht modifiziert. Die neue Aluminium- Motorhaube zum Beispiel spart sieben Kilo Gewicht, die bereits erwähnten neuen Scheinwerfer sorgen für optischen Reiz und eine neue Geometrie der Hinterachse vermindert die Nickbewegungen der Karosserie beim Bremsen oder Beschleunigen. Insgesamt also hat Subaru mit dem Outback H6-3.0 ein durchaus ansprechendes Automobil auf die Räder gestellt. Ob der Wagen deshalb aber gleich am Premium-Rad dreht, ist eine ganz andere Frage.