Suzuki Ignis Klassen-Krampf
Was Autokäufer sich darunter vorzustellen haben, wird wortreich erläutert.
Es heißt beispielsweise, der Ignis sei eine Kombination "aus effizientem Kompaktwagen, SUV und sportlichem Steilheckmodell" und somit ein "ideales Konzept für Stadt und im Gelände".
Der merkwürdige Name des Fahrzeugs leitet sich übrigens von Ignition (=Zündung) ab und stehe, so Suzuki, "für den Zündschlüssel der Lieblingsaktivitäten seines Besitzers".
Nüchtern betrachtet ist der Ignis eine Art "angehübschter" Wagon R+, der durch ein höhergelegtes Fahrwerk und - auf Wunsch und mit 1900 Mark Aufpreis - permanenten Allradantrieb einen Hauch "Geländeeignung" (Suzuki) antrainiert bekam.
Das 3,61 Meter lange Auto wird ab 20. Oktober als Drei- oder Fünftürer angeboten. Die Preise liegen bei 21.900 und 22.400 Mark. Sind alle Plätze besetzt, bleibt nur ein mickriger Gepäckraum von 181 Liter Fassungsvermögen, bei umgeklappter Rücksitzbank wächst die Staukapazität auf 419 Liter.
Als Antrieb steht, wie beim Wagon R+, ein 1,3-Liter-Aluminiummotor zur Verfügung. Der Vierzylinder-Vierventiler leistet 83 PS (61 kW) und ein maximales Drehmoment von 110 Nm.
Die Höchstgeschwindigkeit variiert je nach Karosserieversion und damit Gewicht, zwischen 150 und 160 km/h sind dabei möglich.
Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Ignis in gut 11 Sekunden und als Durchschnittsverbrauch gibt Suzuki 6,4 Liter Superbenzin je 100 Kilometer für die Versionen mit Frontantrieb an und 6,9 Liter für den Allradler.
Die Kraftübertragung geschieht wahlweise über ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder eine Viergang-Automatik (nur beim Fünftürer, Aufpreis 1990 Mark).
Zur Serienausstattung gehören Fahrer- und Beifahrerairbag, Servolenkung, elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung, Heckscheibenheizung und ABS bei der Allrad-Version. Das Styling des Fahrzeugs - der Werkstext spricht von "absolut originellem Design" - bietet keine besonderen Reize.
Die 14-Zoll-Räder wirken gerade bei der hochgesetzten Karosserie wie zu kurze Socken, das Blechkleid ist gefällig, aber keineswegs außergewöhnlich geschnitten.
Vermutlich wird die Rallye-Version des Ignis, die derzeit entwickelt wird, optisch ein wenig auffälliger. Die Japaner wollen mit dem Auto im kommenden Jahr an einer neuen Rallye-Serie namens "Super 1600" teilnehmen.
So sollen "Know-how und Erfahrung zu Neuentwicklungen bei den Großserienfahrzeugen" gewonnen werden. Es sind also auch weiterhin ganz neue Fahrzeugklassen zu erwarten.