Toyota Yaris 1,4 D-4D Der Muntermacher
Seit ein paar Wochen hat Toyota die Diesellücke in seiner kleinsten Baureihe geschlossen. Den Yaris gibt es also auch mit Selbstzünder. Eine Eigenentwicklung der Japaner, und die ist wirklich gut gelungen. Die Maschine brabbelt im Leerlauf dieseltypisch dahin, geht bei normalen Drehzahlen in ein angenehmes Brummeln über und macht sich ab etwa 3800 Touren lautstark bemerkbar. Doch so tobt man in der Regel mit einem Dieselfahrzeug nicht herum. Denn seine Kraft, das maximale Drehmoment von 170 Nm, stellt der kleine Turbomotor zwischen 2000 und 2800 Umdrehungen pro Minute bereit.
In der Praxis bedeutet dies einen hurtigen Antritt und flottes Vorwärtskommen. Technisch hat Toyota dem Motor alles mitgegeben, was derzeit angesagt ist: Commonrail-Direkteinspritzung, Turbolader und Ladeluftkühler. Die Abgase reinigt ein Oxydationskatalysator. Aufhorchen lässt die Maschine aber nicht nur wegen ihrer ordentlichen Fahrleistungen, sondern auch deshalb, weil sie für diese Leistung nur wenig Kraftstoff benötigt. 4,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer im Durchschnitt sind ein sehr guter Wert.
So etwas spricht sich herum, und es deutet vieles daraufhin, dass der kleine Toyota-Diesel demnächst auch von BMW eingesetzt wird. Die Maschine soll den Mini motorisieren, den es bislang nur mit Benzinmotoren gibt. Fünf Mini mit Dieselmotor seien seit Februar in Deutschland zugelassen, ergab eine Nachfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Offenbar testet und arbeitet BMW bereits an der Feinabstimmung des Fremdtriebwerks.
Zum eigenwillig designten Yaris jedenfalls passt der moderne Motor prima. Das Auto, obwohl nur 3,61 Meter kurz, wirkt auf grund seiner Breite von 1,66 Meter und seiner Höhe von 1,50 Meter ziemlich bullig. Das Design stammt vom Griechen Sotiris Kovos. Er sagt, er müsse beim Betrachten der Silhouette des Yaris stets an einen Athleten denken, der auf den Startschuss wartet. Es geht auch weniger phantasievoll: Von der Seite zeigt der Wagen eine ausgeprägte Keilform, die Frontpartie sieht freundlich und sogar ein bisschen sportlich aus, das Heck bildet einen klaren, schnörkellosen Abschluss.
Die vergleichsweisebreit und hoch angelegte Grundform des Autos sorgt im Innenraum für ein kommodes Platzangebot. Eine gute Idee ist die um 15 Zentimeter nach vorne oder zurück verschiebbare Rücksitzbank, um so entweder Platz für die Fond-Fahrgäste oder für Gepäck im Kofferraum zu schaffen. Vom Fahrerplatz aus wirkt der Yaris übersichtlich und aufgeräumt.
| Hersteller: | Toyota |
|---|---|
| Typ: | Yaris 1,4 D-4D |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Turbodiesel- Direkteinspritzer |
| Hubraum: | 1.364 ccm |
| Leistung PS: | 75 PS |
| Leistung kW: | 55 kW |
| Drehmoment: | 170 Nm |
| Von 0 auf 100: | 12,9 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 170 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 4,4 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 117 g/km |
| Kofferraum: | 205 Liter |
| umgebaut: | 950 Liter |
| Versicherung (HP): | 19 € |
| Versicherung (TK): | 21 € |
| Versicherung (VK): | 20 € |
| Preis: | 13.035 € |
Das Armaturenbrett ist ungewöhnlich, aber nicht aufdringlich anders geformt. Man findet sich gleich zurecht, und es gibt jede Menge Ablagemöglickeiten - insgesamt 15 Liter Stauraum für Kleinkram stehen zur Verfügung, so hat Toyota ausgerechnet. Zum Beispiel auch in einer Schublade unter dem Beifahrersitz.
Der Clou im Yaris aber ist das zentral in einer ovalen Höhle angeordnete Cockpit. Dort befinden sich nämlich nicht einfach die Instrumente, sondern sie "schweben" irgendwo weit hinten auf dem Grund des Schachtes. Toyota nennt das Gimmick 3D-Tiefendisplay, und es hinterlässt einen verblüffenden Eindruck. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass Tempoanzeige, Drehzahlmesser, Tankuhr und die grünen Blinkerpfeile scheinbar wie in einem Hologramm frei schwebend im Cockpittunnel aufleuchten. Doch es sieht einfach klasse aus. Und es passt zum Yaris, der ja durchaus den Anspruch hat, der etwas andere, modernere, keckere Wagen im großen Allerlei an kleinen Fahrzeugen zu sein.