Volvo V50: Gang höher schalten - DER SPIEGEL
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Volvo V50 Gang höher schalten

Zwei Dinge sind es, die man mit dem Namen Volvo assoziiert: Sicherheit und Kombis. Mit dem neuen V50 zeigen die Schweden, dass das nicht immer in automobiler Langeweile enden muss.
Von Frank Wald
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Denn während der Vorgänger V40 noch gemeinsam mit dem Mitsubishi Carisma entwickelt wurde, entstand der V50, wie schon die neue S40-Limousine, auf der technischen Basis des Ford Focus C-Max und Mazda3. Mit dem Effekt, dass er auf der Straße ein ähnlich dynamisches Fahrverhalten zeigt. Selten zuvor ließ sich ein Volvo so agil durch die Kurven zirkeln. Und auch das Design in Form eines Bootsrumpfes mit rundem Bug, breiten Schultern und schmalem Heck gehen nun stärker in Richtung Lifestyle-Kombi, als das bei den früheren Kastenmodellen zu sehen war. Ihre abonnierte Stammklientel haben die Schweden deshalb zwar nicht aus den Augen verloren, doch der V50 soll vor allem "junge Familien mit aktivem Lifestyle" ansprechen, in denen die Eltern zwischen 30 und 40 Jahren sind.

Allzu viele Kinder sollten die tatsächlich noch nicht haben, denn der Platz im V50 ist beschränkt. Wie die meisten so genannten "Sportkombis" ist er vor allem auf die vorderen Passagiere zugeschnitten. Entsprechend bequem sitzen Fahrer und Beifahrer auf den gut konturierten Sesseln. Im Fond geht es da schon enger zu. Und der Kofferraum ist mit 417 Litern für einen Volvo richtig knapp bemessen. Und auch mit umgeklappten Rücksitzlehnen werden es nur 300 Liter mehr. Immerhin entsteht dann, dank des ebenen Bodens und der senkrechten Seitenwände, ein nahezu rechteckiger Laderaum. Ärgerlich aber, dass im gesamten Innenraum so gut wie keine Ablagefächer zu finden sind. Und wenn, wie in der vorderen Türinnenverkleidungen, bieten sie gerade Platz für ein Handy.

Das Cockpit unterscheidet sich nicht von dem der bereits vorgestellten Limousine S40. Die Instrumente und Anzeigen sind wohl sortiert, die Oberflächen machen einen hochwertigen Eindruck. Blickfang auch hier die frei schwebend wirkende Mittelkonsole, ab der Ausstattungslinie Kinetic (1080 Euro Aufpreis) in Aluminium, auf der sich die Tasten und Regler für serienmäßige Klimaanlage und CD-Radio sowie integriertem Telefon (730 bis 1060 Euro Aufpreis) befinden. Und ebenso wie der S40 verfügt auch der V50 über IDIS, wie Volvo sein "intelligentes Fahrerinformationssystem" nennt. Es unterdrückt in kritischen Verkehrssituationen die Weitergabe überflüssiger Informationen wie Anrufe oder Mitteilungen des Bordcomputers.

Sprichwörtlich auch wieder mal die übrige Sicherheitsausstattung. Neben bekannten Features wie ABS mit EBV, Front- Seiten- und Kopf-/Schulter-Airbags, Schutzsysteme gegen Seitenaufprall (SIPS) und Schleudertrauma (WHIPS) sowie der elektronischen Fahrdynamikregelung DSTC besitzt der V50 eine neue Frontstruktur, die eine verbesserte Absorbierung der Aufprallenergie beim Crash ermöglichen soll. Auch Fußgänger und Radfahrer sollen durch das so genannte Soft-Nose-Frontstyling besser geschützt werden.

"Der V50 ist ein Auto für Menschen, die einen Gang höher schalten", sagt Poduktmanager Peter Bleumer. Die blumige Feststellung trifft sinnigerweise vor allem für das Topmodell V50 T5 und die Dieselversion V50 2.0D zu, die im Gegensatz zu den beiden 2,4-Liter-Fünfzylinder-Benzinern (140 PS und 170 PS) serienmäßig mit einem präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgerüstet sind. Sowohl der Turbo-Benziner mit 220 PS (162 kW) als auch der Common-Rail-Diesel mit 136 PS (100 kW) überzeugen durch starken Antritt, Durchzugskraft und Laufruhe. Wobei der Diesel, der aus dem Motoren-Joint-Venture der Konzernmutter Ford mit PSA (Peugeot/Citroën) stammt, naturgemäß mit seinem kraftvollen Drehmoment von maximal 320 Newtonmeter sowie seiner Sparsamkeit punkten kann. Die 5,7 Liter, die Volvo als Durchschnittsverbrauch angibt, konnte der Bordcomputer bei unseren Testfahrten zwar nicht bestätigen. Doch auch 7,9 Liter für schnelle Fahrten, vorwiegend über Autobahn und Landstraße, liegen durchaus im grünen Bereich.

Hersteller:Volvo
Typ:V50 2.0 D
Karosserie:Kombi
Motor:Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum:1.998 ccm
Leistung PS:100 PS
Leistung kW:74 kW
Drehmoment:320 Nm
Von 0 auf 100:9,6 Sek.
Höchstgeschw.:210 km/h
Verbrauch (ECE):5,7 Liter
CO2-Ausstoß:151 g/km
Kraftstoff:Diesel
Kofferraum:417 Liter
Preis:24.950 €

Einziges Manko: Der V50 2.0D soll zwar zum Modellstart am 18. April ab 24.950 Euro beim Händler stehen. Doch ein Partikelfilter, mit dem er dann auch die Euro-4-Abgasnorm erfüllt, kommt erst zur Mitte des Jahres. Bis dahin werden sich die Verkäufe auf die drei Benziner, mit denen der V50 zunächst nach Deutschland Kommt, beschränken. Hier beginnen die Preise bei 24.950 Euro für den V50 2.4 mit 140 PS (103 kW). Erst ab Sommer sollen die Basismotorisierungen folgen, so ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 125 PS, ein 1,6-Liter mit 100 PS sowie ein Diesel gleichen Hubraums, ebenfalls aus dem Ford-PSA-Motoren-Liaison, mit 110 PS.