VW Eos als Gebrauchtwagen: Solider Biedermann - DER SPIEGEL
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Eos als Gebrauchtwagen: Solider Biedermann

VW Eos als Gebrauchtwagen Solider Biedermann

Hohes Heck, pummelige Figur, langweilige Front: Der Eos von Volkswagen weckt ähnliche Emotionen wie ein Primelbeet. Wer sich an dem Biedermann-Image nicht stört, erwirbt einen grundsolides Cabrio, das auch als Gebrauchtwagen keine Risiken birgt. Der Spaß kostet aber einiges.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Als der Eos mit seinem hausbackenen Design und der grundsoliden Golf-V-Technik im Frühjahr 2006 an den Start ging, überraschte er die Cabrio-Gemeinde mit dem elektrohydraulischen Klapptop mit integriertem Glas-Hebeschiebedach. Die aufwendige Konstruktion portioniert sich in fünf Teile und verschwindet in etwas über 20 Sekunden im Kofferraum. Allerdings wurde bereits bei der Vorstellung des Eos die technische Begeisterung von der Skepsis überlagert, wie oft sich der Prozess des Aus- und Einklappens wohl bis zum ersten Defekt wiederholen lassen würde.

Die Skeptiker schienen zunächst recht zu behalten: 2008 erhielt der Eos für die Undichtigkeiten am Dach die wenig schmeichelhafte "Silberne Möhre". VW hat hier allerdings erfolgreich nachgearbeitet, in einschlägigen Foren wird jedenfalls nur noch sehr vereinzelt über undichte Dächer diskutiert.

Fast ein Musterschüler

Für den TÜV hat der Ärger mit dem Dach noch nie eine Rolle gespielt. Was bei der Hauptuntersuchung zählt, ist der technisch ordnungsgemäße Zustand vor allem von Fahrwerk, Licht, Bremsen und der Auspuffanlage. "In den TÜV-relevanten Kapiteln ist der Eos fast schon ein Musterschüler. Lediglich bei den Scheinwerfern gibt es bisweilen Probleme, sehr vereinzelt registrieren wir Schwierigkeiten mit den Antriebswellen", sagt TÜV-Süd-Autoexperte Philip Puls in München. Er fügt hinzu: "Richtige Schwachstellen hat der Eos nicht."

Das schlägt sich entsprechend im Gesamtabschneiden nieder: Bei Korrosion, Lenkungsspiel, im Bremskapitel und bei der Auspuffanlage schneidet das Cabrio-Coupé deutlich besser ab als der Durchschnitt der Fahrzeuge. Und das hat Einfluss auf das Gesamtergebnis im TÜV-Report 2011: 86,7 Prozent der Klappdach-VW passieren nach drei Jahren die Hauptuntersuchung ohne jede Beanstandung. "Selbst unter Berücksichtigung, dass Cabrio-Fahrer mit ihren Autos pfleglicher umgehen und weniger Kilometer zurücklegen, ist das ein sehr gutes Ergebnis", betont TÜV-Mann Philip Puls.

Schnäppchen gibt es selten

Da im Eos weitgehend Technik aus dem Golf V zum Einsatz kommt, gibt es an dem Fahrzeug auch sonst wenig Kritik. Technik, Ausstattung und Motoren sind ausgereift und leicht zu handhaben. Kritikwürdig ist, dass vom ohnehin kargen Kofferraum von rund 360 Litern kümmerliche 205 Liter übrig bleiben, wenn das Klappdach erst einmal verstaut ist.

Wo dem Autokäufer so viel Solides beschert wird, bleibt wenig Platz für Schnäppchen. Der Eos gehört zu den gefragten Modellen am Markt, entsprechend stabil sind die Restwerte. So starten die Preise für drei Jahre alte Fahrzeuge mit unter 60.000 Kilometern bei rund 14.500 Euro.

Zwei Tipps hat TÜV-Süd-Fachmann Philip Puls noch: Um eindringendem Wasser an den Dachdichtungen vorzubeugen, sollte man diese mit Pflegemittel behandeln. Und Kaufinteressenten sollten ihre Nase einsetzen: "Wenn es in einem Auto regelmäßig feucht ist, kann man das riechen", sagt Puls.

mik/dapd

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