VW Lupo 16V Das rasende Wölfchen
Warum hast du denn so eine kleine Karosserie? Damit ich besser parken kann. Warum hast du denn so ein sportliches Cockpit? Damit man mich besser verkaufen kann. Und warum hast du denn so einen starken Motor? Damit ich besser überholen kann.
Der Lupo italienisch: Wolf ist in der Version mit dem 1,4-Liter-16V-Motor ein Wölfchen, das im schlichten Kleinwagen-Pelz seiner Brüder daherkommt. Er ist nun einmal ein Kleinwagen, allerdings einer mit einem besonderen Triebwerk unter der Haube. Der Motor macht aus dem braven Stadtmobil ein freches Fahrgerät, dass vielen anderen seinen mittig platzierten, ovalen Auspuff aus gebürstetem Edelstahl zeigt.
Das glänzende Bauteil am Heck ist zusammen mit zwei dezenten "16V"-Schriftzügen am Kühlergrill und auf der Heckklappe das einzige Erkennungszeichen der aufgepeppten Lupo-Version. Die VW-Ingenieure kitzelten aus dem normalen 1,4-Liter-Motor (74 PS/ 55 kW) rund ein Drittel mehr Leistung heraus.
So kommt die 100 PS-Variante (74 kW) mit zwei "schärfer" eingestellten Nockenwellen, einer größeren Drosselklappe, geänderten Saugrohren und einer modifizierten Motorsteuerung daher. Im Paket macht das die Maschine drehfreudig, knackig und ziemlich kräftig.
Wer hinterm Steuer des Lupo 16V sitzt, spürt schon beim Anlassen die leichte Nervosität, die vom Motor ausgeht - so als könne er es kaum erwarten, endlich loslegen zu dürfen. Egal: Das Triebwerk verrichtet seine Alltagsaufgaben so ordentlich wie seine schwächeren Brüder.
Darüber hinaus bietet es ausreichend Reserven, um es außerhalb der Stadt auch mal ein wenig flotter angehen zu lassen. Dabei wird der Motor dann ein wenig lauter, doch niemals so penetrant, dass man sich schämen müsste.
Laut Werksangaben verbraucht der Vierzylinder aus Aluminium 6,6 Liter Superbenzin je 100 Kilometer; unser Testauto genehmigte sich im Schnitt 6,9 Liter. Vielleicht erklärt sich der Mehr-Durst daraus, dass meist zwei oder vier Personen im Auto saßen. Was übrigens kein Problem ist, denn auch mit vier Insassen wird die kompakte Karosserie nicht zur Sardinenbüchse.
| Hersteller: | VW |
|---|---|
| Typ: | Lupo 16V |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Vierzylinder-Benziner |
| Hubraum: | 1.390 ccm |
| Leistung PS: | 100 PS |
| Leistung kW: | 74 kW |
| Drehmoment: | 126 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 188 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 6,9 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 164 g/km |
| Kraftstoff: | Super |
| Kofferraum: | 130 Liter |
| umgebaut: | 830 Liter |
| Versicherung (HP): | 17 € |
| Versicherung (TK): | 14 € |
| Versicherung (VK): | 21 € |
| Preis: | 12.731 € |
Das Cockpit zeigt Anklänge an die TT-Modelle von Audi, der kurze Schaltknauf verströmt einen Hauch Rennsportflair. Am Besten wirkt die Armaturentafel bei Dunkelheit, wenn die Instrumente von blauem Licht erhellt werden und die Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser nur noch als rote Striche zu sehen sind.
Zum Glück protzt der Lupo nicht mit seiner Kraft und erspart sich und seinem Besitzer Peinlichkeiten wie Spoilerbesatz oder Rallyedekor. Statt dessen setzt das kompakte Wägelchen auf Praktisches (Fahrersitz und Lenkrad sind höhenverstellbar), Nützliches (zwei Airbags, ABS, elektronische Wegfahrsperre) und Erfreuliches (vollverzinkte Karosserie, Isofix-Vorbereitung für zwei Kindersitze). Und in knalligem, rapsfarbenem Gelb sieht das "Wolferl" auch noch fesch aus.