VW Lupo FSI: Direkter Typ - DER SPIEGEL
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VW Lupo FSI Direkter Typ

Schon vor einem Jahr trommelte Volkswagen für die Benzin-Direkteinspritzung und rückte sich als deutscher Technologieführer geschickt ins Rampenlicht. Lange passierte nichts, nun endlich folgt ein entsprechendes Produkt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Japanische und französische Hersteller haben die Direkteinspritzung längst entdeckt. Jetzt zieht VW nach und kann immerhin einen kleinen Erfolg verbuchen: Der Lupo FSI wird immerhin der erste Wagen aus deutscher Produktion sein, der einen Benzin-Direkteinspritzer unter der Haube hat. VW plant, die spritsparende Technik in weiteren Modellreihen einzusetzen ­ der 1,4-Liter-Vierzylinder-Motor passt nämlich auch in den Polo und den Golf.

Zunächst aber wird der Lupo, ohnehin das Vorzeige-Sparmobil der Wolfsburger, mit der neuen Technik ausgerüstet. Mit dem FSI-Triebwerk verbraucht der Wagen nach Werksangaben im Schnitt 4,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer; das ist rund ein Drittel weniger als bei herkömmlichen Benzinmotoren dieser Klasse.

Denn der Wert wird nicht über karge Fahrleistungen erkauft. Die Maschine leistet 105 PS (77 kW) und beschleunigt den Lupo auf eine Höchstgeschwindigkeit von 199 km/h. Den obligatorischen Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der Wagen in 11,8 Sekunden.

Der Trick der Ingenieure: Das Benzin wird ­ ähnlich wie bei modernen Dieselmotoren ­ direkt und mit hohem Druck (bis zu 100 bar) über ein elektromagnetisches Einspritzventil in den Zylinder eingespritzt. Die Menge und Dauer der Kraftstoffzufuhr kann so weitaus exakter bestimmt werden als bei herkömmlichen Benzinmotoren.

Doch die Direkteinspritzung ist nur einer von mehreren Sparfaktoren. Andere sind zum Beispiel plasmabeschichtete Zylinderlaufbahnen für möglichst geringe Reibungsverluste, eine dank dezenter Spoiler verbesserte Aerodynamik (cW-Wert unter 0,30) und diverse Leichtbau-Zutaten, die für ein Gewicht von 901 Kilogramm sorgen.

So sind zum Beispiel Türen, Kotflügel und Hauben des Autos aus Aluminium gefertigt, dazu besteht die Innenseite der Heckklappe aus Magnesium. Insgesamt stecken, so Volkswagen, 110 Patente im Lupo FSI.

Um allerdings tatsächlich auf den Minimalverbrauch zu kommen, muss das serienmäßige Fünfgang-Automatikgetriebe im sogenannten Eco-Modus arbeiten. Wer sportlich vorankommen möchte und deshalb die Automatik auf "Sport" stellt oder per Tiptronic-Funktion die Gangwechsel manuell dirigiert, wird vermutlich öfter eine Zapfsäule ansteuern müssen.

Ausgestattet ist der sparsame Wolfsburger ab Werk mit zwei Frontairbags, Gurtstraffern, ABS, ESP, höhenverstellbarem Lenkrad, Leichtmetallfelgen und Wärmeschutzverglasung. Alle Sparsamkeit hat aber auch beim FSI ein Ende - dann nämlich, wenn es ans Bezahlen geht: Für den neuen Lupo ­ neben dem 3-Liter-Modell mit dem Dieselmotor das zweite Sparmobil der Baureihe ­ verlangt Volkswagen einen vergleichsweise stolzen Preis von 29.533 Mark.