VW Lupo GTI: Gemma, Wolferl - DER SPIEGEL
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VW Lupo GTI Gemma, Wolferl

So sieht ein Auto aus, das vor Kraft kaum rollen kann: Drei große Lufteinlässe im Frontspoiler, ausgestellte Radhäuser, Seitenschweller und am Heck einen kleinen Bürzel für den Abtrieb: Ein Autozwerg aus der Muckibude.
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Muskulös steht er da auf seinen 205er Reifen. Vorne in der Kühlermaske prangt das GTI mit dem roten "I"; am Heck ragen mittig zwei Auspuffendrohre in die Landschaft. Der kleine Wolfsburger verschafft sich schon optisch Respekt - und vor allem hebt er sich deutlich von seinen Brüdern und Schwestern ab, die weniger ihre Muskeln trainiert haben, sondern viel mehr das Hirn - wie etwa die Lupo-Varianten FSI und Dreiliter-TDI.

Doch wie in jeder Familie, gibt es auch bei den Lupos einen Ausreißer, einen kleinen Rebellen. Männer zwischen 25 und 40 Jahre peilt Volkswagen als Hauptzielgruppe seines neuen Kraftmeierleins an. Von ihnen wird erwartet, dass sie 33.640 Mark und 27 Pfennig auf den Tisch legen.

Was sie dafür bekommen, ist Folgendes: Einen kompakten Dreitürer (3,52 Meter lang) mit einem bärenstarken Motor. Der 1,6-Liter-Vierzylinder mit jeweils vier Ventilen pro Brennkammer leistet 125 PS (92 kW) und beschleunigt mit dieser Kraft den Wagen auf maximal 205 km/h.

Den Standardsprint von 0 auf 100 bewältigt der Lupo GTI in 8,3 Sekunden. Obwohl diese Werte durchaus anderes vermuten lassen, hat VW dem kraftstrotzenden Wolferl durchaus Manieren beigebracht: Der Durchschnittsverbrauch je 100 Kilometer ist mit 7 Liter bleifreiem Superbenzin angegeben. Der Abgasausstoß bleibt innerhalb der Grenzen der Euro-4-Norm. Damit dürfen Vollgas-Freunde - was die Verhältnismäßigkeit dieser Daten betrifft - mit durch gutem Umweltgewissen die Metallpedalerie betreten.

Der Lupo GTI profitiert vor allem von der Verbindung seines starken Motors mit einer vergleichsweise leichten Karosserie: Motorhaube, Türen und die angeschraubten Kotflügel sind aus Aluminium gefertigt. Das drückt das Gesamtgewicht des Fahrzeugs auf 978 Kilogramm. Dennoch sind alle relevanten Sicherheitszutaten installiert. Serienmäßig gibt es vier Scheibenbremsen (rote Bremssättel), ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP; eine elektronische Differentialsperre (EDS) verhindert das Durchdrehen der vorderen Antriebsräder.

Die 15-Zoll-Leichtmetallräder im Design "Bathurst" gehören ebenfalls zur Standardausstattung wie zwei Airbags (Seitenairbags kosten 469 Mark Aufpreis), elektrische Fensterheber, Lederlenkrad, Scheinwerferreinigungsanlage, Sportsitze, rote Sicherheitsgurte und Fußmatten mit roter Umrandung. Wer den GTI aufpreisfrei haben möchte, muss ihn im Farbton "Flashrot" nehmen. Die Lackierungen "Moonsilver-Metallic" (+ 665 Mark) und "Schwarz" (+ 371 Mark) kosten extra.