Xsara Picasso Französisches Überraschungsei
Ob Pablo Picasso dieses Auto so gefallen hätte, dass er seinen Namen dafür hergegeben hätte? Seine Erben und die Picasso-Stiftung jedenfalls haben es - gegen eine entsprechende pekuniäre Vergütung, versteht sich. Ganz so unkonventionell wie der bekannte Name vermuten ließe, ist der Xsara Picasso dann aber doch nicht ausgefallen: Die bogenförmige Silhouette im "One Box"-Design, die tief heruntergezogene Front, die weit in die Motorhaube laufenden A-Säulen - alles viel zu gegenständlich für einen Picasso. Trotzdem: Im Vergleich zu seinen Klassen-Kameraden wirkt der Rundling durch seine ovale Form fast avantgardistisch.
Innenraumdetails wie die faltbare Gepäckbox auf Rollen, die als Einkaufswagen genutzt werden kann, machen den Xsara Picasso zum Überraschungsei auf Rädern. Auch sonst haben sich die Citroën-Entwickler einige Gedanken darüber gemacht, wie der Wagen der als Zielgruppe angepeilten Jungfamilie das Reisen angenehmer machen kann: Zur Ausstattung gehören etwa Klapptabletts an den Vordersitzlehnen, Becherhalter und Tablett auf der Lehnenrückseite des hinteren Mittelsitzes, eine 12-V-Steckdose für Kühlboxen oder Spielkonsolen sowie Ablagekästen im doppelten Fahrzeugboden.
Auf 4,28 Meter Länge bietet der Franzose Platz für Kind und Kegel und 550 Liter Gepäck. Durch Umlegen oder Herausnehmen der hinteren Sitze schafft er sogar maximal 2128 Liter Ladefläche auf einem ebenen Boden. Die drei Sitzplätze der zweiten Reihe sind serienmäßig mit Kopfstütze und Isofix-Kindersitzverankerungen ausgestattet. Sie sind sehr schmal ausgefallen, der mittlere lässt sich allerdings um 14 Zentimeter vorziehen, damit erwachsene Passagiere mehr Schulterfreiheit genießen oder die Racker im Fond in Armreichweite der Eltern bleiben. Die Schaltung am Armaturenbrett sorgt dafür, dass der Durchgang nach hinten frei bleibt.
Am Fahrerplatz fallen die mittig angeordneten Instrumente auf dem Armaturenbrett ins Auge. Theoretisch können so alle Insassen die Anzeigen ablesen - allerdings ist der digitale Tachometer gewöhnungsbedürftig und das "Mäusekino" der verschiedenen Leuchtanzeigen schon vom Fahrer kaum zu entziffern.
Angetrieben wird Citroëns Jüngster zunächst von einem kräftigen 1,8-Liter-Motor mit 115 PS (85 kW) . Das neu entwickelte Triebwerk verbraucht durchschnittlich 7,7 Liter und erfüllt die D4-Abgasnorm. Die Einstiegsversion SX für 32.700 Mark kommt mit reichhaltiger Ausstattung wie vier Airbags, ABS, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und elektrischen Fensterhebern. Die Version Exklusive bietet zusätzlich Klimaautomatik, Radio mit CD-Player, Nebelscheinwerfer sowie Armlehnen an den Vordersitzen und ist für 35.570 Mark erhältlich.
Jeweils 4900 Mark teurer (Einstiegspreis: 37.600 Mark) wird der Xsara Picasso mit Common-Rail-Turbodiesel HDi. Der Selbstzünder mit zwei Litern Hubraum leistet 90 PS und kommt im April auf den Markt. Erst im Juni 2000 erscheint der Picasso dann auch mit einer 1,6-Liter-Benzinerversion, die in Bezug auf Leistung und Schadstoffarmut das schon aus dem Xsara bekannte 88 PS (65 kW) starke Triebwerk noch verbessern soll.