60 deutsche Autos Der Audi Quattro
Im März 1980 wurde auf dem Genfer Automobilsalon das Tuch von einem Auto gezupft, das stilbildend für die Karosseriemode der achtziger Jahre werden sollte. Der Audi Quattro stand im Rampenlicht, ein Coupé von fast schon starrsinniger Geradlinigkeit, ohne jegliche Eleganz. Kenner halten das Auto für den Höhepunkt der so genannten Quader-Design-Ära bei Audi.
Audi Quattro: Der Traum vom schnörkellosen Audi wurde mit dem Ur-Quattro Wirklichkeit. Vor allem aber beeindruckte der Wagen technisch
Bis auf die Räder war nahezu alles an diesem Auto eckig, kantig, linear. Und dennoch brachte der Wagen die Autofans in Wallung, denn sein technisches Konzept war bis dahin einmalig. Ein Fünfzylinder-Turbomotor mit Ladeluftkühler verteilte seine 200 PS Leistung permanent auf alle vier Räder. Ein Antrieb, der bis dahin ausschließlich Geländewagen vorbehalten war, steckte plötzlich in einem Sportmodell.
Dass die Allradtechnik - außer erhöhtem Spritverbrauch und höherem Fahrzeuggewicht - für Otto-Normalfahrer in gemäßigten Breiten praktisch keinen Vorteil bedeutet, war dem Erfolg dieses Autos nicht abträglich. Im Gegenteil: Die Konkurrenz nahm sich des Themas an und brachte zügig ebenfalls Allrad-Varianten auf den Markt. Audi führte diesen Trend an, und ließ sich das gut bezahlen. 49.900 Mark kostete der Quattro beim Marktstart im November 1980. Kurz vor dem Ende der Produktion 1987 lag der Preis bei 79.600 Mark.
Für ein Auto mit mickrigem Kofferraum, schlechter Rundumsicht und diversen Komfort-Engpässen ein heftiger Preis. Doch diese Nachteile hatten keine negative Wirkung. Endlich hatte Audi ein Auto, das Begehren weckte und als leidenschaftliche Fahrmaschine anerkannt wurde. Grund dafür waren die Rennsporterfolge der Wettbewerbs-Versionen des Quattro.
1982, 1983 und 1984 gewann Audi mit dem Quattro Weltmeistertitel in der Rallye-WM (je zwei Konstrukteurs- und Fahrer-Titel). Außerdem jagten bei der Rallye-Monte-Carlo des Jahres 1984 drei Audi Quattro auf den Plätzen eins, zwei und drei durchs Ziel. Und 1987 schließlich hetzte Walter Röhrl auf einem Audi Sport Quattro S1 beim Pikes-Peak-Bergrennen im US-Staat Colorado die 156 Schotterkehren in fabelhaften 10.47,85 Minuten hinauf zum Ziel in 4302 Metern Höhe.