60 deutsche Autos: Der Mercedes 190 - DER SPIEGEL
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60 deutsche Autos Der Mercedes 190

Kantige Keilform, knappe Abmessungen und Chrom nur noch in homöopathischer Dosierung: Mit dem Baby-Benz irritierte Mercedes 1982 das Autofahrervolk. Doch nach kurzer Gewöhnungsphase entpuppte sich die Kompaktlimousine als Volltreffer.
Mercedes Benz 190: Ende 1982 debütierte der intern W201 genannte Wagen, der in der Öffentlichkeit rasch den Namen "Baby-Benz" weg hatte. Der Erfolg des Autos war beachtlich, und inzwischen ist die Nachfolge-Baureihe namens C-Klasse eine Stütze der Modellpalette von Mercedes.
Mercedes Benz 190: Ende 1982 debütierte der intern W201 genannte Wagen, der in der Öffentlichkeit rasch den Namen "Baby-Benz" weg hatte. Der Erfolg des Autos war beachtlich, und inzwischen ist die Nachfolge-Baureihe namens C-Klasse eine Stütze der Modellpalette von Mercedes.

Mercedes Benz 190: Ende 1982 debütierte der intern W201 genannte Wagen, der in der Öffentlichkeit rasch den Namen "Baby-Benz" weg hatte. Der Erfolg des Autos war beachtlich, und inzwischen ist die Nachfolge-Baureihe namens C-Klasse eine Stütze der Modellpalette von Mercedes.

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Es war der Branche nicht geheuer, was Mitte 1982 gerüchteweise aus Stuttgart zu hören war: Mercedes wolle zum Jahresende eine dritte Limousinen-Reihe vorstellen, angesiedelt unterhalb des 200ers, der seit 1965 das Einstiegsmodell in die Mercedes-Welt bildete. Doch der Buschfunk hatte recht - und mit Mercedes' Frontalangriff auf die Mittelklasse rückte der Stern nun auch für Besitzer eines Ford Scorpio, Opel Rekord oder Audi 100 in greifbare Nähe. Besonders nervös waren die BMW-Verantwortlichen, die ihren neuen 3er flugs auch als Viertürer anboten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Dabei stieß der Baby-Benz zunächst auf weniger Gegenliebe, als sein Spitzname suggeriert. Die 4,42 Meter lange, keilförmige Karosse überraschte mit klaren Kanten, wirkte aber recht gedrungen, vor allem wegen des dicken Heckdeckels. Ein Kulturschock speziell für Mercedes-Käufer war die weitgehende Abwesenheit von Chrom - außer an der Kühlermaske. Doch der Argwohn der Kundschaft verschwand rasch : Bereits im Februar 1983 war die gesamte Jahresproduktion von 100.000 Einheiten ausverkauft.

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Die Basismotorisierung des 190ers bestand aus einem Zweiliter-Aggregat, dessen 90 PS den Wagen auf 175 Stundenkilometer beschleunigten; die Diesel-Alternative (ab 1984) leistete 75 PS. Populärste Motorisierung war jedoch von Anfang an der 122-PS-Einspritzer, der den Wagen auf 190 km/h und der gesamten Baureihe ihr sportliches Image brachte.

Tatsächlich belegen damals durchgeführte Käuferstudien, dass viele Besitzer von 3er BMW und Golf GTI zu Mercedes überliefen. Vor allem aber wechselten viele Daimler-Kunden ihren Wagen: Jeder zweite Käufer tauschte eine der schon recht antiquierten Limousinen der 200er-Reihe gegen den Newcomer ein.

Der Einstandspreis für den kleinsten Benziner betrug 1982 zirka 25.500 Mark, der Diesel startete zum Preis von 27.500 Mark. Ab 1984 wurde der Wagen außer in Sindelfingen auch im früheren Bremer Borgward-Werk gebaut, das Mercedes zuvor mit 1,1 Miliarden Mark aufgerüstet hatte.

1985 belegte der 190er bereits Rang drei der deutschen Zulassungsstatistik, und erst 1988 konnte ihm der direkte Konkurrent aus München wieder den Rang ablaufen. Insgesamt rollten in elf Baujahren 1,88 Millionen 190er von den Bändern. Erst 1993 kam die Ablösung, die nun C-Klasse hieß - doch hier und da kann man im Straßenbild immer noch rüstige 190er sehen, die treu und unauffällig ihren Dienst versehen.