60 deutsche Autos Der Opel Manta
Ein Rochen gehört ans Meer, weswegen Opel seinen Manta 1970 passenderweise am Timmendorfer Strand vorstellte. Das neue Modell, hieß es damals im Pressetext, diene "zur Deckung eines neu entstandenen Bedarfs".
Opel Manta A: 1970 ein Schmuckstück, später mit Imageproblemen behaftet
Ausgelöst hatte den der Ford Capri. Der war schnittig, schnell und obendrein erschwinglich. Der Manta zielte auf eine ähnliche Klientel: jung, männlich und mit etwas Geld in der Tasche. Ein Auto, mit dem man Mädels beeindrucken konnte (damals funktionierte das noch).
Gut 20 Jahre später sollte der Manta zu einer automobilen Witzfigur werden - aber Anfang der Siebziger war er eines der begehrenswertesten Fahrzeuge. Für 7593 Mark konnten sich Autofahrer einen Flitzer zulegen, der einem den Nimbus des Rennpiloten verlieh. Opels cleverer Werbeslogan lautete: "Manta. Weil man was vom Fahren versteht."
Dass der Manta ein Wagen "mit tollem Anzug" (Opel-PR) war, lässt sich bezweifeln. In der Basisversion hatte der Manta A gerade einmal 68 PS. Fans schwören deshalb eher auf das aufgemotzte Modell GT/E mit 1,9-Liter-Einspritzmotor und 105 PS.
Ab 1975 gab es den Manta B. Es war diese zweite Generation des Fahrzeugs, und sollte später prolligen Kultstatus bekommen. B-Mantas wurden verspoilert, mit Fuchsschwänzen versehen, tiefergelegt. Hinter dem Steuer saß, so das Vorurteil, stets Bildungsprekariat mit Machoattitüde, Vokuhila und Cowboystiefeln.
Mehr als eine Million Mantas wurden bis 1988 gebaut. Spätestens seit dem Film "Manta Manta" mit Til Schweiger als Opel-Prolet gibt es allerdings nur noch wenige Leute, die sich trauen, einen Manta zu fahren. Was schade ist. Denn eigentlich war das teutonische Muscle Car ein ganz schickes Auto.