60 deutsche Autos Die BMW Isetta
Der Neustart nach dem Zweiten Weltkrieg war schwierig für BMW. Das Werk in München war weitgehend zerstört, die Fabrik in Eisenach lag in der sowjetisch besetzten Zone und wurde enteignet. 1948 begann dennoch der Neustart, zunächst mit der Produktion von Motorrädern. Ab 1952 baute BMW dann auch wieder ein Auto. Das Modell 501 war eine luxuriöse Limousine zum Preis von 15.150 Mark - kaum jemand konnte sich so einen Wagen leisten.
BMW Isetta: Das Modell mit 250-Kubik-Motor war nicht nur wegen seines günstigen Anschaffungspreises beliebt im Wirtschaftswunder-Deutschland, sondern es konnte auch mit dem damaligen Führerschein 4 gefahren werden
BMW geriet in dramatische Finanznot. Beim Turiner Autosalon 1954 jedoch fiel einigen BMW-Direktoren ein kurioses Rollermobil der Marke Iso Rivolta auf. Derartige Kleinstfahrzeuge hatten Hochkonjunktur in der Nachkriegsära. BMW lief außerdem die Zeit davon, und so wurde ein Lizenzbau vereinbart. Die Münchner Ingenieure setzten einen hauseigenen 250-Kubik-Einzylinder-Motorradmotor mit zwölf PS Leistung in das Wägelchen, erhöhten die Zahl der Räder von drei auf vier und fügten eine Starterlichtmaschine hinzu. Fertig war die BMW Isetta, die im März 1955 am Tegernsee vorgestellt wurde.
Die Fachpresse lobte das eigenwillige Fahrzeug mit der Tür, die gleich die komplette Frontpartie öffnet. Immerhin 85 km/h schnell ist das "Motocoupé", wie BMW das Vehikel im Zwischenstadium von Motorrad zum Automobil etwas verschämt nannte.
Entscheidend war, dass die Isetta ab 2580 Mark angeboten wurde. Bis 1962 baute BMW insgesamt 161.360 Exemplare; zwischenzeitlich gab es auch eine gestreckte Version namens BMW 600 mit vier Sitzplätzen, von der 34.318 Modelle gefertigt wurden.
Für Heiterkeit beim Fernsehvolk sorgte in den sechziger Jahren eine Isetta, die von den Machern der Sendung "Vorsicht Kamera" mit einem 105-Liter-Tank bestückt worden war - statt des üblichen 13-Liter-Tanks. Das Gesicht des Tankwarts, der einfach nicht fertig wurde mit dem Befüllen, sorgte damals für einen Heidenspaß beim Publikum.