Abgefahren: Lambo nach Kanton-Art
Abgefahren Schrottplatz-Lamborghini, Made in China
Nach Handtaschen und Uhren kommen jetzt verstärkt Auto-Fälschungen aus China - das könnte man jedenfalls denken, wenn man diese gelbe Flunder, die dem Lamborghini Murciélago nachempfunden ist, auf den Straßen im südchinesischen Chenzhou herumkurven sieht.
Da nützt das typische Quietschgelb leider gar nichts: Dem Kennerauge fällt sofort auf, dass einiges an der China-Karosserie irgendwie seltsam aussieht. Als erstes bemerkt man es an der Form der Scheinwerfer, beim Blick ins Innere wird es ganz deutlich.
Mit der Bezeichnung Fälschung täte man dem jungen Baumeister allerdings unrecht, denn Chen Jinmiao hat sich lediglich seinen Traum von einem schnittigen Sportwagen erfüllt. Und weil er sich das Orignal mit seinem Lastwagenfahrer-Gehalt niemals im Leben würde leisten können, baute sich der 25- Jährige seinen Sportwagen selbst.
Zunächst schaute er im Internet nach Konstruktionszeichnungen . Abend für Abend suchte er nach Feierabend auf den Schrottplätzen der gesamten Provinz nach passenden Teilen und konstruierte den China-Flitzer im Verlauf eines Jahres. Ein anderer Bastler in den USA brauchte für seinen Nachbau eines Lamborghini Countach zehn Jahre .
Zwölf Zylinder hat Chens Nachbau zwar nicht unter der Haube, aber er schafft 80-90 Stundenkilometer. Dafür kostete die Flunder auch nur ein Bruchteil dessen, was für den italienischen Supersportwagen fällig ist, nämlich 20.000 Yuan; das sind umgerechnet 2443 Euro.