Fernverkehr: Waldgeister aus Blech - DER SPIEGEL
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Fernverkehr Waldgeister aus Blech

Im Dickicht stehen sie. Ducken sich unter schweren Tannenzweigen, in dichtem Gestrüpp oder lugen zwischen umgestürzten Baumstämmen hervor. Seltsame Kreaturen rosten im Wald vor sich hin - SPIEGEL-ONLINE-Leser haben sie fotografiert.
Von Andrea Jonischkies
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
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Leser-Fotos: Ein Auto steht im Walde

Foto: Bodo von Ulmenstein

Irgendwann fängt der Motor an zu stottern, und dann wird der Alte lästig. Aber wohin damit? Eigentlich gehört Altmetall auf den Schrottplatz, doch viele Menschen halten Wälder offenbar für den besseren Abladeplatz - auch, weil ihre Umweltsauerei dort nicht so rasch entdeckt wird.

Da stehen sie dann, unter schweren Tannenzweigen. Ducken sich ins undurchdringliche Gestrüpp. Manche tarnen sich so gut, dass sie zwischen umgestürzten Baumstämmen und dicken Ästen kaum zu erkennen sind; andere stehen dort, als hofften sie auf einen erneuten Einsatz.

Mit jeder neuen Blätterschicht im Herbst versinken sie tiefer im Waldboden. Die Natur holt sich alles zurück, lässt dichtes Gras wachsen - auch über Metall. Allmählich verrichten Feuchtigkeit, Moos und altes Laub ihr Zersetzungswerk. Ranken schlingen sich um den Fremdkörper, bahnen sich einen Weg in jeden Zwischenraum, durch jeden Spalt.

Viele der unfreiwilligen Waldbewohner stehen schon lange dort, haben ihre Besitzer überlebt. Und mögen sie früher auch eilig und stolz an ihrem heutigen Standort vorbeigedüst sein - heute sind sie nur noch blecherne Waldgeister.

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