Fernverkehr Waldgeister aus Blech
Leser-Fotos: Ein Auto steht im Walde
Irgendwann fängt der Motor an zu stottern, und dann wird der Alte lästig. Aber wohin damit? Eigentlich gehört Altmetall auf den Schrottplatz, doch viele Menschen halten Wälder offenbar für den besseren Abladeplatz - auch, weil ihre Umweltsauerei dort nicht so rasch entdeckt wird.
Da stehen sie dann, unter schweren Tannenzweigen. Ducken sich ins undurchdringliche Gestrüpp. Manche tarnen sich so gut, dass sie zwischen umgestürzten Baumstämmen und dicken Ästen kaum zu erkennen sind; andere stehen dort, als hofften sie auf einen erneuten Einsatz.
Mit jeder neuen Blätterschicht im Herbst versinken sie tiefer im Waldboden. Die Natur holt sich alles zurück, lässt dichtes Gras wachsen - auch über Metall. Allmählich verrichten Feuchtigkeit, Moos und altes Laub ihr Zersetzungswerk. Ranken schlingen sich um den Fremdkörper, bahnen sich einen Weg in jeden Zwischenraum, durch jeden Spalt.
Viele der unfreiwilligen Waldbewohner stehen schon lange dort, haben ihre Besitzer überlebt. Und mögen sie früher auch eilig und stolz an ihrem heutigen Standort vorbeigedüst sein - heute sind sie nur noch blecherne Waldgeister.